Bereits vor einiger Zeit habe ich euch etwas vom nordamerikanischen Biermarkt und seinen Gegebenheiten erzählt. So gibt es eine Vereinigung von Biertestern, welche versuchen mittels “Biergattungs-Richtlinien” eine bestimmte Qualität in Nordamerika zu erzielen, da es dort kein Reinheitsgebot für Bier gibt. Diese Organisation nennt sich Beer Judge Certification Program und nun möchte ich euch die eingeteilten Kategorien näher erläutern.
Laut BJCP gehören zur Kategorie 1, “Light Lager” (also leichte oder helle untergärige Biere), die folgenden Unterkategorien:
1A - “Lite American Lager”
Typische Vertreter: Bitburger Light, Sam Adams Light, Heineken Premium Light, Miller Lite, Bud Light, Coors Light, Baltika #1 Light, Old Milwaukee Light, Amstel Light
1B - “Standard American Lager”
Typische Vertreter: Pabst Blue Ribbon, Miller High Life, Budweiser, Baltika #3 Classic, Kirin Lager, Grain Belt Premium Lager, Molson Golden, Labatt Blue, Coors Original, Foster’s Lager
1C - “Premium American Lager”
Typische Vertreter: Full Sail Session Premium Lager, Miller Genuine Draft, Corona Extra, Michelob, Coors Extra Gold, Birra Moretti, Heineken, Beck’s, Stella Artois, Red Stripe, Singha
Anmerkung: Diese drei Kategorien hätte man eigentlich alle in einer einzigen Kategorie zusammenfassen können, da die entsprechenden Beschreibungen dieser Biere, bis auf den Stammwürzegehalt, vollkommen identisch sind:
Aroma: wenig bis gar nicht malzaromatisch. Wenn doch vorhanden, dann oft getreideartig, süßlich oder Maisartig. Hopfenaroma von gar nicht vorhanden bis hin zu einer leichten, gewürz- oder blumenartigen Beschaffenheit. Sehr geringer Hefecharakter (grüner Apfel, DMS, oder Fruchtigkeit) ist optional und akzeptabel. Kein Diacetyl.
Aussehen: sehr helle Strohfarbe bis zu mittlerem Gelb. Weißer, feinporiger Schaum, der nicht lange stabil bleibt. Sehr klar.
Geschmack: frisch und trocken, mit wenig getreideartiger oder maisartiger Süße. Hopfengeschmack gar nicht bis sehr gering. Sehr geringe Bittere. Im Großen und Ganzen geschmacklich ausbalanciert, von leicht malzig bis leicht bitter. Hoher CO2-Gehalt kann eine leichte Acidität (Säure) verleihen. Kein Diacetyl (Butterartiges Fehlaroma des Bieres). Keine Fruchtigkeit.
Pünktlich zum 23. April 2009 möchten wir natürlich auch dem Bier gratulieren und ihm ein Gewinnspiel widmen.
Am 23. April vor genau 493 Jahren verkündete der bayerische Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt das Deutsche Reinheitsgebot. Seit dem Jahr 1516 ist somit das älteste Lebensmittelgesetz in Kraft und wird streng von deutschen Brauern zur Herstellung des deutschen Bieres beachtet. So darf Bier seit diesem Zeitpunkt nur aus Wasser, Hopfen und Gerste bestehen. Der Zusatz Hefe wurde damals noch nicht erwähnt.
Pünktlich zu diesem Datum wird nun auch im Jahre 2009 wieder ein großes Fest gefeiert und es laden zahlreiche Feste und Veranstaltungen zum Mitfeiern ein. Neben etlichen Bierpartys mit Livemusik, Lesungen, Bierquiz, Bierverkostungen, Brauereibesichtigungen, Bier-Speisekarten (vom bierigen Aperitif bis zum Bier-Dessert), frisch gebraute Festtagsbiere zu Sonderpreisen und vielen mehr veranstaltet auch euer Bier Online Magazin ein kleines aber feines Gewinnspiel um das Bier zu ehren.
Neben dem Hauptpreis eines Weißbierpaketes mit des Bier-Onlineshops Beerangel.com gibt es als zweiten Preis ebenfalls ein Bierpaket mit neun internationalen Bierspezialitäten (Bierpaket anschauen) des Bier-Onlineshops Bierpost.com. Als dritten Preis gibt es für die Teilnehmer ein wunderschönes Lieblingsbier.de T-Shirt samt Schlüsselanhänger zu gewinnen und oben drauf wird unter allen Einsendern drei Bierkastenschwimmreifen der Firma INDAVO verlost. Wir wünschen viel Erfolg beim mitmachen!
Gewinnfrage: Wer gründete das Deutsche Reinheitsgebot?
Schickt die Antwort samt eurer Adresse an info@lieblingsbier.de oder über unser Kontaktformular und jeder von euch hat die Chance einen tollen Preis abzuräumen. Einsendeschluss ist der 21. Mai 2009. Die Gewinner werden von uns per Email benachrichtigt und im per Zufallsprinzip gezogen.
Biergläser gibt es in vielen verschiedenen Größen und Formen. Ähnlich wie auch bei Weingläsern gibt es auch bei Biergläsern Glasformen, die jeweils für unterschiedliche Biersorten verwendet werden.
Es gibt beispielsweise Pilstulpen, die für den Ausschank von Pils benutzt werden. Diese Gläser haben in der Regel ein Fassungsvermögen von 0,3l, es gibt jedoch auch Gläser mit einem Fassungsvermögen von 0,2l und auch, vor allem in Bayern, 0,5l. Das Glas hat unten einen Fuß, es folgt ein schmaler Stiel. Das Glas beginnt unten schmal und wird nach oben hin immer breiter. Es gibt auch Pilstulpen, bei denen das Glas ca. ab der Mitte wieder schmaler wird. In Lokalen wird am Stiel des Glases häufig ein sogenanntes Pilsdeckchen befestigt, um das entstehende Kondenswasser aufzusaugen.
Mittlerweile dürfte es sich bis in den hintersten Winkel herumgesprochen haben: Bier wird aus Hopfen, Malz, Wasser und Hefe hergestellt. Jedenfalls solange das Bier nach dem Reinheitsgebot hergestellt wird. Falls es nicht nach dem Reinheitsgebot hergestellt wird kommen noch verschiedene andere Ingredienzien hinzu, über die ich jedoch in einem anderen Artikel etwas näher eingehen möchte.
Aber was ist das eigentlich genau, dieses ominöse “Malz”-Dingens? Irgendwas in Richtung Getreide, denn es muss ja gemahlen werden - war es nicht Gerste? Oder Weizen? Sonst könnte man ja kein Weißbier machen, oder? Die Antwort ist relativ einfach und unglaublich komplex zur selben Zeit. Ich kann den Prozess der Malzherstellung in einem Satz beschreiben, ich kann aber auch einige hundert Seiten darüber schreiben.
In einem Satz: Getreide wird in Wasser eingeweicht und belüftet, zum Keimen gebracht, und anschließend bei hohen Temperaturen wieder getrocknet. Fertig - so einfach ist Mälzen.
Hoffentlich verlangt jetzt keiner von mir, dass ich einige hundert Seiten schreibe, denn 1. würde das den Rahmen von Lieblingsbier.de sprengen, 2. würde der ganze Sermon nicht wahnsinnig viele Leute interessieren, 3. gibt es dazu genug Literatur (z.B. Technologie Brauer und Mälzer von Kunze, VLB Berlin), und 4. kann man mich doch in gewissem Sinne als faulen Sack bezeichnen. Was ich hingegen machen möchte, ist einen kurzen Abriss über die Herstellung von Malz zu geben. Wer mehr wissen will, kann mir gerne auch eine e-Mail schreiben (oder in besagtem Buch nachschauen ;-))
Prinzipiell kann man aus vielen Getreidesorten Malz herstellen. Dementsprechend wird in Deutschland auch Roggen-, Gersten- und Weizenmalz zur Bierproduktion verwendet. Andere Getreide, wie z.B. Reis, Sorghum und Mais können nicht vermälzt werden, und werden als sog. “Rohfrucht” (also ungemälzt) dem Abbauprozess zugeführt. In Deutschland ist das nicht erlaubt. Das Getreide wird nach der Ernte vom Bauern an die Mälzerei angeliefert. Dort wird das Getreide erst einmal über verschiedene Siebe geleitet um es von Verunreinigungen (Stroh, Grassamen, Steinchen) zu befreien. Anschließend wird das Getreide erst einmal eingelagert, bis die sog. “Keimruhe” überwunden ist, was einige Wochen dauern kann.
Ist das Getreide bereit zum Vermälzen, wird es erst einmal mit Wasser vermischt und in große, konische Trichter, den sog. Trichterweichen, gefüllt.
Das hat den Sinn das Getreide zu reinigen (anhaftender Staub wird entfernt), und den Wassergehalt des Getreides auf ca. 45% zu erhöhen. Um Schimmelbildung zu vermeiden, muss gleichzeitig auch belüftet und das entstehende CO2 abgesaugt werden. Das gesamte Weichen und Belüften dauert ca. zwei bis drei Tage.
Ist der Wassergehalt des Getreides hoch genug (je nach Getreideart und gewünschtem Endresultat), wird das Getreide in sogenannte Keimkästen umgepumpt.
Wer kennt das nicht: man sitzt mit Freunden bei einem oder zwei (oder drei) Bierchen zusammen, scherzt, hat eine Mordsgaudi, unterhält sich über dies und jenes oder meinetwegen auch über etwas komplett anderes, etwa über das persönliche Lieblingsbier, und dann passiert es… jemand wagt es tatsächlich, das Unaussprechliche auszusprechen: „Wos sogst do? Des Weißbier vom XXX mogst? Bist narrisch oda wos? Den Plempi kost ja ned saufn, da biagts da jo de Zeanägl auf!“ (für alle Nicht-Bayern: „Wie bitte? Das Weizenbier der Brauerei XXX schmeckt dir besonders gut? Da muß ich dir leider widersprechen, dieses Bier gehört geschmacklich nun überhaupt nicht zu meinen Favoriten!“)
Nun könnte man jetzt stundenlang darüber debattieren, ob dieses Bier jetzt wirklich trinkwürdig oder doch bloß eher zum Füße waschen gedacht ist, aber sehr wahrscheinlich wird man auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Gottseidank, denn Geschmäcker gibt es so viele verschiedene wie es Menschen gibt, und Geschmack ist etwas, über das man beim besten Willen nicht streiten kann - und auch nicht streiten sollte. Wie sagt mein alter Herr immer so schön: „Jedem Tierchen sein Plaisierchen!“.
Was man hingegen machen kann und auch machen sollte, ist, Biere objektiv zu verkosten und nach festgelegten Kriterien miteinander zu vergleichen. Das hört sich sehr einfach an, erfordert jedoch einiges an Übung und Training. Sehr viele Faktoren gilt es dabei zu berücksichtigen, und seine eigenen Präferenzen sollte man hierbei auch hinten anstellen können.
Um eine Bierverkostung erfolgreich durchzuführen, müssen zunächst einmal einige Vorbereitungen getroffen werden. Man benötigt z.B. einen Raum in dem nicht geraucht werden darf, denn Zigarettenqualm beeinträchtigt das Geschmacksempfinden.
Man benötigt auch absolut saubere und richtig gespülte Gläser. Ganz besonders gilt das bei vergleichenden Verkostungen, d.h. bei denen ein Bier mit einem anderen verglichen werden soll. Am besten eignen sich hierfür klare, dünnwandige, zylindrische Gläser; so werden die Bierfarbe, die Klarheit und der Glanz eines Bieres am wenigsten beeinflußt.
Die Gläser bitte NICHT in der Spülmaschine spülen, das kann zu Ablagerungen führen die die Qualität des Bieres beeinträchtigen können. Auch haushaltsübliche Geschirrspülmittel eignen sich mit Sicherheit nicht zur Bierglas-Reinigung. Es gibt im Handel jedoch spezielle Reiniger für Biergläser die keinerlei Rückstände hinterlassen, und somit weder Geschmack oder Geruch, noch den Schaum des Bieres in irgendeiner Art verändern.
Wer nicht gleich eine ganze Flasche des Reinigers kaufen will, wendet sich einfach vertrauensvoll an die Kneipe seines Vertrauens!
Feierabend, endlich! Es gibt doch fast nichts Schöneres als nach einem Tag angefüllt mit harter Arbeit nach Hause zu kommen, bequeme Klamotten anzulegen, gute Mucke aufzulegen, und ein leckeres Bierchen zu zischen.
Na dann mal ab in die Küche, Kühlschranktür auf… hmm… Ketchup und Mayo auf die Seite räumen, die mumifizierte Gurke entsorgen, Blattspinat, vertrockneter Salat… Kreuzkruzifixherrschaftsseitnsakramentnochamal! KEIN BIER MEHR! Muss ich jetzt bei dem Sauwetter auch noch zum Liquor Store marschieren… na ja, hilft ja nix.
Dort angekommen finde ich eine reiche Auswahl von Ale-Bieren, Ale-Bieren und Ale-Bieren. Ah, da ist ja die „Import“-Abteilung, ein kleines Regal mit ca. zehn verschiedenen Bieren. Und was gibt’s da alles Leckeres für mich als Weißbierliebhaber? Hoegaarden – nee, nicht wirklich! Erdinger – öhh, vielleicht noch was anderes? Erdinger Dunkel – besser als gar nichts, das muss es denn wohl sein.
So oder so ähnlich geht es wohl jedem, der hier in New Brunswick nach einem bestimmten Bier sucht. Ich z.B. trinke sehr gerne Hefe-Weißbiere: Karg, Franziskaner, Schneider, Unertl und dergleichen.
Nicht, dass ich erwarte hier ein Karg kaufen zu können (das gibt’s ja schon selten genug beim Getränkemarkt in Deutschland), aber ein bisschen mehr Auswahl sollte es schon sein. Ich würde, wenn es denn absolut sein müsste, sogar ein US-amerikanisches Weißbier trinken, so es denn nach dem Bayerischen Reinheitsgebot gebraut wäre. Aber nur Erdinger?
Ab heute dürfen wir euch interessante Beiträge von einem Brauer und Mälzer aus dem wunderschönen Kanada präsentieren. Gründe warum unser neuer Autor, er lernte seine Zunft im schönen Oberbayern, mittlerweile seine Künste im kalten Kanada darstellt und ob es dort überhaupt Bier und was es damit auf sich hat, erfahrt ihr in den nächsten Wochen und Monaten. Wir wünschen allen viel Spaß!
So, das hab’ ich jetzt davon! Jetzt sitze ich hier an meinem Schreibtisch und muß Artikel für Lieblingsbier.de schreiben, anstatt auf der faulen Haut zu liegen und blödelige Videos auf YouTube anzuschauen. Wenigstens habe ich noch mein Weißbier das mich mental unterstützt…
Ach so – wer ich überhaupt bin? Ich bin der Andi, bin gelernter Brauer und Mälzer, und arbeite momentan in einer kleinen Brauerei im östlichen Kanada. Ich bin eigentlich nur durch Zufall auf Lieblingsbier.de gestossen, als ich nämlich nach Infos über das stärkste Bier der Welt suchte.
Sonst so? Kurz gefaßt: ich fühle mich steinalt, benehme mich manchmal aber wirklich kindisch (und find’s toll!), ich würde mich als Genußmenschen bezeichnen (man sieht’s leider), bin ein misanthropischer Philanthrop, ein agnostischer Atheist, ein Nihilist, Terrorist und alles was sonst noch zu einem guten Bürger gehört – kurzum: „nix B’sonders“, wie man in Bayern sagt.
Gelernt habe ich mein Handwerk beim Altöttinger Hell Bräu, einer sehr kleinen aber feinen Brauerei, die trotz (oder gerade wegen) sehr traditioneller Herstellungsmethoden sehr gute Biere (Das Dunkle war ein Traum!) herstellte. Leider habe ich erfahren müssen, daß diese Brauerei 2008 ihren Betrieb eingestellt hat (Georg Hell, der letzte Besitzer, arbeitet aber hart an einer Wiederaufnahme des Braubetriebes).
Nach Gastspielen in mehreren bayerischen Brauereien entschloß ich mich zu studieren. Und zwar beim Doemens Technikum in Gräfelfing. Was ich studiert habe? Natürlich Bierbrauen… Das Studium mußte ich allerdings aus persönlichen Gründen Anfang des dritten Semesters abbrechen.
Liebe Freunde des gepflegten Weißbieres, heute haben wir für euch eine wirklich ausführliche Erklärung über das richtige Einschenken und über einige Fehler, die absolut vermieden werden müssen um ein perfektes Weißbier servieren zu können. Ebenfalls ist es ein wunderschön gelungenes Imagevideo der BrauereiErdinger Weißbräu. Viel Spaß!
Mit freundlicher Genehmigung der Erdinger Weißbräu GmbH
Heute gibt es wieder leckeres aus der Lieblingsbier.deRezepteküche zu berichten. Wir haben uns diesmal an eine einfach aber dafür sehr leckere Nachspeise gewagt und für euch Apfelringe in Bierteig gezaubert. Dieses Rezept ist wirklich einfach und schmeckt sehr lecker. Lest es euch einfach selbst durch und dann viel Spaß beim nachprobieren.
Zutaten:
- 300 g Mehl
- 2 Ei
- 2 Eigelb
- 6 EL Zucker
- 250 ml Bier (z.B. Vollbier oder auch Weißbier)
- 4 saure Äpfel
- 1 Zitrone
Zunächst wird das Mehl mit den Eiern, dem Eigelb und dem Bier verrührt und zu einem glatten aber nicht zu dünnen Teig verarbeitet. Das Ganze dann mit dem Zucker vermischen und ungefähr eine Stunde stehen lassen. Wer es noch gerne etwas süßer hat, der nimmt einfach mehr Zucker.
Dann werden die Äpfel entkernt und in Scheiben geschnitten. Diese Scheiben werden mit dem Saft der Zitrone betröpfelt und dann in etwas Mehl gewälzt, so dass der Teig festkleben bleibt.
Immer wieder gerne berichten wir aus unserer Partner Brauerei, die Lahnsteiner Brauerei, aus dem schönen Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland- Pfalz.
Für viele „gestandene Biertrinker“ hat ein alkoholfreies Bier etwas von einem „Horrortrip“. Emotional rangiert es etwa auf einer Ebene mit impotenten Männern, frigiden Frauen, koffeinfreiem Kaffee oder fettarmem Käse. Auch der Geschmack wird häufig als negativ empfunden.
Die entscheidende Frage ist: Hat das alkoholfreie Bier diesen schlechten Ruf wirklich verdient ?
Nehmen wir doch einmal an, Sie sehen die folgende Beschreibung eines Getränks:
- Isotonisch – ideal zum Löschen des Durstes und zur Regeneration nach dem Sport.
- Vitaminreich – enthält alle für den menschlichen Körper notwendigen Vitamine mit Ausnahme von Vitamin C.
- Kalorienreduziert – enthält mit 26 kcal / 100 ml in etwa so viele Kalorien wie eine Apfelsaftschorle und deutlich weniger als etwa Limonaden, Säfte oder Colagetränke mit 40 – 50 kcal / 100 ml oder Milch mit bis zu 110 kcal / 100 ml.
- Fettfrei.
- Alkoholfrei – enthält mit 0,2 – 0,3 % Alkohol genauso viel wie etwa ein Brötchen oder Schnitzel und deutlich weniger als viele Säfte mit bis zu 1,0 % Alkohol.
- Aus den natürlichen Rohstoffen Wasser, Hopfen, Malz und Hefe hergestellt nach dem deutschen Reinheitsgebot.
- Naturtrüb und hefehaltig.
- Magen und Zahn freundlich durch einen relativ hohen pH-Wert von 4,5 gegenüber einem deutlich niedrigeren pH-Wert bei vielen Colagetränken, Limonaden oder Säften mit 2 – 3.
In unserer heutigen Biertest Reihe haben wir es mit einer echten urigen Klosterbrauerei aus dem schönen Oberbayern zu tun. Genauer gesagt geht es um das berühmte und von vielen Seiten gelobte Reutberger Kloster Weisse. Unser Biertestteam hat sich dieses Weißbier vorgenommen und auf Hopfen und Gerste überprüft. Viel Spaß beim Lesen!
Geschmack:
Ein milder, weicher und kaum hefelastiger Geschmack legt sich beim ersten Schluck des Reutberger Kloster Weißbieres in den Gaumen. Das Bier ist sehr erfrischend, bitzelnd und hat eine Note von Wald und Kräutern im Nachgeschmack. Sehr hopfig und fein gefiltert, insgesamt sehr angenehm und schön im Geschmack. Man schmeckt die feine und anspruchsvolle Braukunst die hinter diesem süffigen und gleichzeitig feinen Weißbier steckt.
8/10 Punkten
Geruch:
Sehr hopfiger und aromatischer Geruch mit feinen würzigen Geruchspartikeln. Auf der einen Seite riecht das Weißbier sehr eigenartig, eher ein bisschen alt und abgestanden was sich aber auf gar keinen Fall im Geschmack bestätigen lässt. Der Geruch kommt wohl von der vergorenen Lagerung im Holzfass.
7/10 Punkten
Aussehen des Bieres:
Für ein Weißbier hat es eine fantastische gelbe, fast ein bisschen zu orangene, Farbe. Es ist leicht trüb und zeigt sich von einer wirklich schönen Seite. Die Hefeporen setzen sich im unteren Teil des Bieres ab und liefern einiges zur Trübe des Bieres hinzu. Aber so gehört es sich für ein richtiges Weißbier.
8/10 Punkten
Design:
Typisches Reutberger Etikettenlayout mit einem schönen und klarem Blau. Das Bild zeigt die bayerische Rautenfahne unterhalb des Klosters Reutberg. Die Flasche ist die typische 0,5er Bauchflasche, welche ebenfalls in das oberbayerische Bild passt. Ansonsten ist das Design eher schlicht und einfach gehalten und auf das wesentliche beschränkt, was aber nicht negativ auffällt.
8/10 Punkte
Schaum:
Beim Einschenken gibt es zunächst eine starke Schaumbildung, die sich auch nach kurzer Zeit relativ fest auf das flüssige Gold setzt. Der Schaum ist fantastisch, kaum bitter, sehr weich und schmackhaft nach Hefe und Weizen. Sehr kleine Poren setzen sich in einer wirklich schöne und sehr weiße Schaumkrone auf das Bier. Der Schaum bleibt lang erhalten und liefert dem Reutberger Klosterbier genau das, was es haben soll.
9/10 Punkte
Einschenken und Verhalten im Glas:
Das Bier fließt ruhig und zielstrebig in das frisch gespülte Weißbierglas hinein und legt sich dort ziemlich wuchtig und sprudlig in das Glas hinein. Der Schaum ist gleich von Anfang an ziemlich wild und baut sich hoch auf. Nach einiger Zeit legt sich das Bier schön und gerade in das Glas und wartet auf den Verzehr.
8/10 Punkten
Letzter Schluck:
Leider muss die Bewertung für den letzten Schluck diesmal ausfallen, da eine kleine Fliege meinte ein Bad in meinem Weißbier zu nehmen. Diese Fliege hätte sicherlich den Geschmack des letzten Schluckes verfälscht und somit geben wir aus bestem Gewissen einfach aus freiem Lauf nur 8 Punkte!
8/10 Punkten
Besondere Kriterien & Fazit:
Klosterbiere sind eigentlich immer besondere und wohlschmeckende Biere. Die Klosterbrauerei Reutberg aus Oberbayern genießt seit Jahren einen wunderbaren Ruf und dies bestätigt sich auch in diesem Weißbier. Dort ist das Bierbrauen noch echte Handwerkskunst und gleichzeitig ein echter Genuss. Mit Sicherheit ist das Reutberger einen Kauf wert und sollte von jedem ein Mal probiert werden.
Das Alkohol schädlich für den Körper ist, sollte eigentlich allen klar sein. Wissenschaftler aus den USA haben jetzt allerdings herausgefunden, dass Weizenbier (Weißbier) den Vitamin-B-Haushalt verbessern kann und somit gesundheitsfördernd ist. Selbstverständlich darf das Bier nur in Maßen genossen werden.
So sollen die speziellen pflanzlichen Inhaltsstoffe im Weizenbier das menschliche Blut stark verbessern.
Das Vitamin B ist in vielen Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel in Bananen, Kohl, Geflügel und vielen Milchprodukten. Ein Vitamin B Mangel ist vor allem bei Männern, vorzugsweise Rauchern, zu beobachten. Er macht sich durch vermehrte Müdigkeit, Kreislaufschwäche und Konzentrationsprobleme bemerkbar. Der Stoff, der sich im Hefe-Weizenbier aufhält, nennt sich Xanthohumol und ist dafür verantwortlich, dass Entzündungen im Körper, Rheuma, Arthritis und auch andere Krankheiten gebremst werden.
Nach langer Zeit dürfen wir euch ein neues bieriges Gespräch in unserer Interview Kategorie präsentieren. Wir wollen euch im laufe der Zeit immer mehr bekannte, berühmte und ganz normale Menschen näher bringen, die sich mit dem Thema Bier beschäftigen und sich selbst als Bierliebhaber ausgeben. Wenn ihr meint, dass ihr die richtige Person für ein Interview sein solltet, dann meldet euch einfach über unser Kontaktformular.
Heute wollen wir euch den Inhaber des Bierladens Weißbiergarage in Franken vorstellen. Er ist nicht nur Besitzer und Gründer der Weißbiergarage sondern hat auch eine ganz besondere Leidenschaft für dieses Bier und seine typischen Gläser, so dass er bis vor einiger Zeit die wohl größte Sammlung an Weißbiergläsern besessen hatte. Aber alles weitere könnt ihr selbst im Interview mit Lieblingsbier.de lesen. Viel Spaß dabei!
Hallo, stell dich doch erst einmal unseren Lesern vor.
Mein Name ist Hartmut Götz, ich bin 41 Jahre alt und wohne in Eckental/Eckenhaid was in Mittelfranken, ca. 20 km von Nürnberg entfernt, liegt.
Du bist Betreiber und Inhaber eine Weißbiergarage? Was genau ist darunter zu verstehen?
Wie es das Wort schon sagt, unser gesamter Bestand steht bei uns in der Garage.
Wie kamst du auf die Idee diesen Weißbiershop zu gründen?
In unserer Straße findet alljährlich die Kirchweih statt. Die Gemeinde hatte uns damals einen Weißbierstand untersagt, vermutlich aus Konkurrenzgründen gegenüber der hiesigen Brauerei. Daraufhin haben wir uns einen Gewerbeschein besorgt und vor unserer Haustüre einen Weißbierstand eröffnet. Durch mein Hobby hatte ich bereits Kontakt zu einigen Bierbrauern und Brauereien. Deshalb entstand die Idee mit der Weißbiergarage. Persönlich habe ich mir mein Weißbier schon vorher aus ganz Bayern besorgt, weil in jedem Getränkemarkt immer nur die gleichen langweiligen Biermarken zu finden waren. Es gibt jetzt einige große Getränkemärkte, die auch Bier von kleineren einheimischen Brauereien anbieten, aber was das Weißbier angeht, schaut es noch ziemlich mau aus.
Eine wichtige Frage! Welches Weißbier ist dein Lieblingsbier und warum?
Kann man nicht beantworten, weil mir alle Weißbiere schmecken, die ich den Leuten anbiete. Natürlich gibt es den einen oder anderen Favoriten, z.B. das Andorfer Weißbier aus Passau oder früher das Weißbier von der Brauerei Behringer aus Vohenstrauß.
In deinem Sortiment gibt es hauptsächlich regionale Weißbiere zu kaufen. Warum ist das so?
Weil in Franken und Bayern das beste Weißbier gebraut wird. Sicherlich wird es immer wieder Ausnahmen geben .Ein weiterer Grund ist, daß immer mehr Brauereien aus dem Norden Anteile an bayerischen Brauereien übernehmen. Beispiel gefällig: Schloßbrauerei Kaltenberg (Prinzregent Luitpold Weissbier) gehört zur Warsteiner Gruppe. Viele Konsumenten wissen bereits heute nicht mehr, woher ihr Bier kommt und wer es braut. Bei unseren Brauereien kenne ich fast alle Inhaber und auch die örtlichen Gegebenheiten. Bei uns gibt es kein Billigbier, kein Bier aus der Fernsehwerbung und kein Bier aus der PET Flasche !
Weißbier gegen Pils? Was ist dein Urteil und warum?
Das ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Neben dem Verkauf von Weißbier sammelst du auch alte Weißbiergläser. Wie bist du dazu gekommen und wie viele Gläser besitzt du?
War reiner Zufall wie meist alle Hobbys irgendwann einmal ihren Anfang haben. Seit 1989 habe ich damit angefangen. Spielte damals in der Bezirksliga Fußball und habe bei jedem Auswärtsspiel ein Glas von einer anderen Brauerei mitgenommen. (nicht geklaut !) Kurze Zeit später trat ich dem FvB (Fördergemeinschaft v. Brauerei-Werbemittel Sammlern e.V.) bei. Auf gewissen Tauschbörsen und auch auf Flohmärkten wurde die Sammlung Glas um Glas erweitert. Ich hatte 2002 eine der größten Weizenglas Sammlungen der Welt mit weit über 2000 Weizengläsern von 1245 verschiedenen Brauereien. Hätte ich so weiter gesammelt, wären es jetzt sicherlich 3000 Weizengläser. Ein Schnitt mußte gemacht werden und ich habe mich von allen Gläsern bis auf meine ganz alten Gläser getrennt. Lieber Klasse statt Masse war mein Motto. Neben den Weizengläsern habe ich noch schöne alte Weizenschilder, Weizenkrüge u. Weizenbierflaschen in meinem Keller. Wer einmal das Museum besuchen möchte, kann das jederzeit nach telefonischer Vereinbarung kostenlos tun.
Zu finden unter www.weizenglasmuseum-pegnitzgrund.de oder über die Weissbiergarage
Allgemeine Frage zum Thema Bier – Wie siehst du die derzeitige Entwicklung der Brauereibranche?
Leider hat auch bei uns in Franken das Brauereisterben nicht halt gemacht, trotzdem weist Franken mit etwa 300 Brauereien weltweit die größte Brauereidichte auf. Was mich am meisten ärgert sind Kunden die kistenweise Billigbier (jeder weiß welche Sorte gemeint ist) oder Bier aus der PET Flasche von den Discountern nach Hause schleppen !
Weißbier wird sich noch stärker am Markt behaupten, die Biermischgetränke werden hoffentlich bald ihren Einbruch erleben.
Wo kann man dich, dein Weißbier und deine Gläser eigentlich finden?
Wenn ich mal nicht zu Hause bin, dann findet man mich sicherlich ab und zu in einer gemütlichen Musikkneipe hier in Eckental oder auch in Nürnberg oder Erlangen. Natürlich besuche ich auch gerne Bierfeste in unserer Umgebung. Am Freitag, 08.08.08, ist z.B. Weißbierfest in Schlammersdorf/Opf.
Abschließend noch etwas zu sagen?
Ich bedanke mich hiermit recht herzlich bei Felix vom Endt und bei Lieblingsbier für das Interview und wünsche ihnen noch viel Erfolg für ihre tolle Seite im Internet. Die Weißbiergarage wird immer versuchen, seinen Kunden ein vielseitiges
Angebot an Weißbieren anzubieten. Unser sehr günstiger Bier Onlineshop trägt dazu bei, daß Kunden aus ganz Deutschland in den Genuß unseres Bieres kommen können.
Vielen Dank an die Weißbiergarage für das Interview!!!
Weitere Interviews mit bierigen Personen findet ihr unter der Kategorie Bier Interviews.
Wir wollen euch heute eine neue Kategorie bei Lieblingsbier.de vorstellen. Mit Bücher über Bier, wollen wir euch in Zukunft besonderen Lesestoff über den flüssigen Genussstoff näher bringen und für euch mit eigenen Worten beschreiben. Wir hoffen euch viele interessante Bücher vorstellen zu können und euch eventuell bei der Wahl einer geeigneten Lektüre über Bier behilflich zu sein.
Vorstellen werden wir euch Bier- und Brauereiführer durch Deutschland, Bücher über das brauen von Bier, Romane über und mit Bier und weitere Lektüren über das herzhafte Thema Bier.
Zu Beginn dieser neuen Serie werden wir euch den DLG Bier Guide 2008, ein Genussführer für deutsche Bierkunst, der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft näher bringen.
DLG Bier Guide 2008:
Der Bier Guide der DLG erscheint im Jahr 2008 bereits zum zweiten Mal. 2007 wurde der Guide zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit dem Fachverlag Hans Carl veröffentlicht. Seit dem sollte er in jedem Bücherregal eines Bierkenners und -liebhabers stehen.
Fester Bestandteil jeder Ausgabe ist die Präsentation der, durch die DLG, prämierten Qualitätsbiere aus ganz Deutschland. In der 2008er Ausgabe werden zudem auch erstmals die Persönlichkeiten und Brauereiinhaber vorgestellt, die hinter der enormen Braukunst stecken.
In seiner sehr schönen und hochwertigen Aufmachung zeigt der Bier Guide 2008 sein enormes Potential. Auf 112 Seiten werden neben den prämierten Qualitätsbieren des Jahres auch die vier Grundstoffe des Bieres, Hopfen, Malz, Hefe und Wasser in einem wunderbaren und sehr wissenswerten Artikel näher erläutert. Prominente Bierliebhaber wie Bundesminister Horst Seehofer, der saarländische Ministerpräsident Peter Müller sowie Spitzenkoch Werner Licht und Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold von Bayern treten für den Erhalt dieser Sortenvielfalt ein und verraten ihre persönlichen Geschmackspräferenzen.