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Warum die „Bierinseln Initiative“ in Berlin, Hamburg und München so wichtig ist!

Bierinseln Berlin Logo

Nicola Neumann ist in der Getränkeszene schon längst keine Unbekannte mehr. Mit den Weininseln konnte sie bereits 2013 für alle „Fans der Traube“ eine spannende Initiative organisieren, die sich rasant ausgebreitet hat. Spätestens nach der erfolgreichen Durchführung der 1. Bierinseln in der bayrischen Landeshauptstadt München im letzten Jahr machte sie sich im Bereich des Hopfen und Malzes einen Namen. Da wo Nicola auftaucht und ihre Euphorie über gutes Bier verbreitet ist stets Aufbruchstimmung und Ansteckungsgefahr zu spüren.

Meiner Meinung nach haben vor allem die ersten Bierinseln in München langfristig etwas gebracht. Nicht nur, dass es in unregelmäßigen Abständen „Bierinsel Touren“ gibt, auch die „Vernetzung“ einzelner Brauer, Händler, Gastronomen und Bierfreaks ist seit den Bierinseln „gefühlt“ stärker geworden. Ebenso gab es seit einem Jahr zahlreiche Neugründungen in München und Personen die sich aktiv für eine neue Bierkultur einsetzen.

Was sind die Bierinseln überhaupt?

Bierinseln verstehen sich als Orte der individuellen Bierkultur, an denen „Craft Beer“ gebraut, ausgeschenkt oder zum Verkauf angeboten wird. Die Initiative Bierinseln hat es sich zur Aufgabe gesetzt, kleine Brauereien, inhabergeführte Bierfachhandlungen und Bierbars sowie engagierte Köpfe, die in diesem Umfeld tätig sind, langfristig zu fördern und in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die neue Bierkultur zu schaffen.

Kern der Bierinsel Initiative ist ein „Craft Beer Crawl“ – ein Tag, an dem Gäste verschiedene Orte ihrer Stadt kennenlernen und dort Biere verkosten können: Für 5€ pro „Bierinsel“ gibt es jeweils mindestens drei verschiedene Biere zu kosten.

Hinzukommen individuelle Ideen und Veranstaltungen in den einzelnen „Bierinseln“, bei denen nicht selten Brauer und andere bekannte Bier-Persönlichkeiten vor Ort sind und Rede und Antwort stehen. Langfristig ist vor allem der „Bierinseln Bier-Guide“ etwas, was hängen bleibt und auch nach den Bierinseln verfügbar ist.

In München haben die ersten Bierinseln sehr gut funktioniert. Eben auch, weil die wenigen Möglichkeiten an gutes Bier zu kommen damals noch sehr „versteckt“ waren. Nicole und ihr Team haben eine Möglichkeit geschaffen diesen Örtlichkeiten eine Bühne zu geben und durch starke Öffentlichkeitsarbeit langfristig einen höheren Bekanntheitsgrad zu geben.

Bierinseln in Hamburg und Berlin überhaupt notwendig?

Im zweiten Jahr der „Bierinseln Initiative“ wagt Nicola einen großen Schritt und bringt die Bierinseln nach Hamburg und Berlin. Zwei Städte die im Bezug auf „gutes Bier“ schon einige Schritte weiter sind/waren als München. Vielleicht nicht in der eigentlichen Vernetzung untereinander, aber vor allem im Angebot.

Berlin vibriert durch Neueröffnungen und Bier-Konzepten in der Gastronomie wie Salt n´Bone (acht Hähne und passende Speisen), The Castle Pub (mittlerweile 20 Hähne), Cafe Mauerwerk (Erweiterung auf 12 Hähne geplant) und bereits schon etablierten Bars wie Kaschk, Hopfenreich oder Monterey Bar. Brauereien wie Heidenpeters, Bierfabrik, Schoppe Bräu, Vagabund, Spent oder BrewBaker sind über die ersten Gehversuche hinaus und haben sich fest etabliert. Neue Marken und Brauereien wie Brlo, Berliner Berg oder Lenny´s Ales bringen weiter neue Biere an die Hähne. Neben den zahlreichen Bierläden wie Getränkefeinkost, Hopfen&Malz, Ambrosetti oder Berlin Bier Shop kommen auch immer mehr Getränkefachgroßhändler und wollen gutes Bier in ihr Sortiment aufnehmen. Neben dem Braufest Berlin wurde in diesem Jahr auch die 1. Berliner Beer Week mit über 90 Veranstaltungen erfolgreich abgehalten. Hinzukommen die zahlreichen Tastingveranstaltungen, Brauer-Events, Tap-Takeovers, Bier- und Essenspaarungen und vieles mehr. Nicht zu vergessen Stone Brewing die aktuell eine Brauerei mit Restaurant in Berlin aufbauen und für einiges an Aufmerksamkeit sorgen. Der Bekanntheitsgrad für „gutes Bier“ in Berlin ist bereits stark ausgeprägt und steckt längst nicht mehr in der unbekannten Nische.

Gestaltete Karte Berlin

In Hamburg sieht es ähnlich aus, wenn auch noch eine Nummer kleiner, dafür in meinen Augen solider. Buddelship Brauerei zieht sein Ding straight durch, Wildwuchs überrascht mit lecker Pils und Bock, Kehrwieder steht kurz vor der Eröffnung der eigenen Braustelle, alles mit Ruhe und Bedacht dafür ohne groß Getöse, was sehr sympathisch rüber kommt. Hoppe Bräu wurschtelt mal hier und mal da, wird am Ende aber wohl ziemlich dicke! Max und Ronald von Brausturm verkaufen nicht nur eine Menge geiles Bier, sondern setzten mit der Konzeption des neuen Bierladens „Beyond Beer“ die Messlatte für einen anständigen Biershop ziemlich hoch. Ebenso, fast nebenbei, eröffneten sie die „Schankwirtschaft“ auf St. Pauli, eine Bier-Bar mit 12 Hähnen und einer feinen Speisekarte, dazu die kreativen wilden wie Jochen von Brewcifer und Klaas von HopsHysteria.de, Letzterer kann nicht nur gut über Bier schreiben, Etiketten und Craft-Beer Buchlayouts gestalten, sondern nebenbei auch noch verdammt leckeres Bier brauen. Dazu Esther aus dem Bierland Hamburg, eine Pionieren des guten Bier-Geschmacks, die mit viel Herzblut, Seele und Leidenschaft sich für gutes Bier einsetzt und immer wieder wichtige kritische Stimmen in die Bierwelt hinaus sendet!

Hamburg und Berlin, da geht was, braucht es da überhaupt eine „Bierinseln Initiative“ die genau diese Orte und Personen probiert in den Vordergrund zu rücken und langfristig zu fördern? Ganz klar: JA! Auch wenn wir alle das Gefühl haben, dass geiles Bier schon fast „Mainstream“ ist, ist dies eigentlich (noch) nicht wirklich der Fall. Ganz im Gegenteil! Gute Bierlocations brauchen noch viel mehr Aufmerksamkeit, noch viel mehr Förderung und noch viel mehr Support. Es trinken noch viel zu viele Menschen langweiliges Fernsehbier der Großproduzenten und lassen sich von Marketing verarschen. Die meisten davon können gar nichts dafür, sie wissen einfach (noch) nicht, dass es Alternativen gibt. Wie auch? Man wird überall von „Billig-Bier-Angeboten“ bombardiert, die große Anzahl aller Restaurants und Bars haben feste Verträge mit Brauereien, die ihnen mit Krediten den Start erleichtern und als Bedingung dann festlegen, dass nur Bier von der jeweiligen Großbrauerei ausgeschenkt wird. Für mich ist klar, dass „Craft Beer“ sicherlich ein Nischenprodukt bleiben wird, dafür ist es zu speziell und im Endeffekt finde ich das sogar gut. Aber es wird auf jeden Fall noch mehr werden, noch viel mehr!

Initiativen wie die „Bierinseln“ sind perfekt und immens wichtig, da sie vor allem Aufmerksamkeit für gutes Bier generieren und die Läden, Brauereien und Bars in den Vordergrund heben, die so nicht wirklich viel Aufmerksamkeit in der „Tagespresse“ bekommen!

Nutzen wir die Bierinseln, freuen wir uns über viele neue und bekannte Gesichter, genießen wir einen Tag voller Bierfreude! München, Berlin und Hamburg zeigen das es gehen kann. Allein die Anzahl der Bierinseln und Teilnehmer ist schon beachtlich. Mehr als 50 Bierinseln und über 70 Protagonisten aus der neuen Bierkultur beteiligen sich und heben diese Initiative auf eine neue Eben! Danke Nicole und Team für eure Mühen und Arbeit die ihr in das Projekt steckt um das Ziel „Mehr gutes Bier für alle“ zu erreichen! Nächstes Jahr dann Köln, Hannover und Stuttgart!

Bierinseln_2015_Header

Infos zu den Bierinseln in Hamburg (11.07.), Berlin (18.07.) und München (25.07.) gibt es hier: www.bierinseln.de

Beim Blog Brunnenbräu findet ihr einen schönen Beitrag über die Bierinseln in Hamburg: klick Bei Hopfenliebe.com ein sehr interessantes Interview mit Nicole: klick

Bierinseln Berlin

Infos zu Teilnehmern & Protagonisten in Berlin 18. Juli 2015
Download des Programm für den 18. Juli

In Berlin findet der Kickoff um 12 Uhr im Pfefferbräu statt, wo die Gäste und Vertreter von der Presse von Schirmherr Thorsten Schoppe begrüßt werden.

Von 12 bis 20 Uhr finden in den teilnehmenden Bierinseln Verkostungen statt, vielerorts präsentieren sich Brauer persönlich und ihre Produkte.

Jeder kann sich seine Tour selbst zusammenstellen: Das Programm zum Craft Beer Crawl und die Craft Beer Map stehen hier zum Download bereit. Das gedruckte Programm mit allen Details liegt auch in allen teilnehmenden Bierinseln aus. Ab 20 Uhr findet eine After Bierinseln Abschlussparty im Pfefferbräu am Pfefferberg statt. Dort präsentieren sich Thorsten Schoppe mit seinen drei Brauprojekten: Pfefferbräu, Schoppebräu und Flying Turtle Beer!

Mich findet ihr beim Heidenpeters und auf der Abschlussparty! Prost!

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