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Interview mit Sylvia Kopp über das Braufest Berlin

Sylvia Kopp Poträt

Die Berlin Beer Academy konnte sich in ihrem zweiten Jahr zu einer echten Größe im „Fort- und Weiterbildungsbereich“ im Bereich Bierkultur etablieren. Neben diversen Veranstaltungen und Weiterbildungskursen werden die zahlreichen Tastings wie „Achtung, Craft!“, „Bier auf Belgisch“ oder auch der „Schnupperkurs“ stark nachgefragt! Im vergangenen Jahr hat die Berlin Beer Academy erfolgreich den Zertifikatskurs CereVisum rund um Sensorik, Brauwissen und Stilkunde eingeführt. läuft also recht gut und ich persönlich freue ich mich sehr darüber.

Beim Braufest Berlin tritt die Berlin Beer Academy als „Mit-Organisator“ auf. Ebenso ist sie für das Rahmenprogramm vor Ort verantwortlich. Ich kann euch die zahlreichen Tastings und „Talks“ nur wärmstens empfehlen. Das Programm zum Braufest findet ihr am Ende des Beitrags. Im Vorfeld konnte ich Sylvia Kopp, Gründerin und Leiterin der Berlin Beer Academy, ein paar Fragen zum Braufest stellen.

Wir sehen uns vom 14. bis 17. Mai am RAW-Gelände! Mich findet ihr ziemlich oft am Heidenpeters Stand! Prost :)

Was bedeutet deiner Meinung nach das Braufest für die Berliner Bierszene?

Das Festival hatte zwei Vorläufer auf dem RAW-Gelände: Dieses ist nun größer, länger und dank der Vielzahl der handverlesenen Brauereien auch viel, viel interessanter. Es ist das Festival der Hauptstadt mit klarem Fokus auf Craft-Bier. Inmitten der Riege von nationalen und internationalen Ausstellern können die Berliner Brauer nun zeigen, was sie drauf haben. Da ja erfreulicherweise viele Brauer anreisen und selbst ihr Bier mit ausschenken, bietet so ein Festival immer eine gute Gelegenheit für Austausch und Inspiration. Meist trägt das dazu bei, dass sich das Netzwerk enger knüpft und sich Anspruch und Niveau heben.

Die Berlin Beer Academy kuratierte die Brauereien aus Deutschland. Habt ihr nach bestimmten Kriterien die Brauereien ausgesucht bzw. waren irgendwelche Punkte ausschlaggebend?

Gutes Bier war die Grundvoraussetzung Nr. 1. Wichtig waren aber auch Ausrichtung und Anspruch: Das Bekenntnis der Brauerei, des Brauers zur Braukunst und zur kompromisslosen Qualität.

Was würdest du einem „Bier-Novizen“ mit auf den Weg zum Besuch des Braufest Berlin mitgeben?

Rund 70 Brauereien schenken ein, und zwar in drei Ausstellerbereichen: lokal, national, international. Da muss man entweder hart selektieren und vorab planen, welche Biere man trinken möchte, oder man kommt ganz entspannt an allen vier Tagen, nimmt sich pro Tag einen Bereich vor, fängt täglich mit Leichtbieren an, trinkt sich ganz gelassen hoch, um dann zum Ausklang hin die schweren Tropfen zu probieren. Am Sonntag kann man dann aus-chillen und völlig planlos das Festival ausklingen lassen. Mein Tipp: zwischendurch viel Wasser trinken!

Mit Stone, Evil Twin, Steamworks, Lervig und einigen anderen sind global bekannte Brauereien mit am Start, die insgesamt sehr geschmacksstarke und intensive Biere anbieten. Ist das ein Anzeichen, dass die deutsche Craft-Bier Szene mittlerweile ernst genommen wird oder liegt es nur am „hippen Berlin“?

Was den Stellenwert der deutschen Craft-Bierszene betrifft, so stellt sich hier eher umgekehrt die Frage nach der Präsenz der Deutschen im Ausland. Die ist noch schwach, aber die deutsche Craft-Bier-Bewegung ist ja auch noch jung. Umso spannender ist es, von den ausländischen Gästen zu erfahren, was sie von der neuen deutschen Brauschule halten. Die meisten Brauer kommen, weil sie sich vom Metropolenstandort ein großes Publikum versprechen, und weil das Konzept stimmt.

Nebenbei bemerkt: Stone nehmen als Berliner teil, so sehe ich es. Sie bauen ihre Braustätte, haben Brauer eingestellt, am Ende des Sommers wird in Mariendorf womöglich schon gebraut. Außerdem wählte das Stadtmagazin tip den Inhaber und CEO Greg Koch unter die 100 peinlichsten Berliner – also dann gehört man doch wirklich dazu!

Beim 3. Braufest Berlin wird zum ersten Mal mit mit einem elektronische Bezahlsystem gearbeitet. Wo seht ihr darin Vorteile?

Gearbeitet wird mit einer Chipkarte, die nach Wunsch aufgeladen werden kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Bargeld, daher schnelleres Ausschenken und – hoffentlich – kürzere Schlangen an den Ständen.

Was sind deiner Meinung nach die größten Herausforderungen bei der Organisation und Durchführung eines solchen Festivals?

Timing und Glaubwürdigkeit sind das Wichtigste. Timing: In so kurzer Zeit dies alles auf die Beine zu stellen, braucht viel Power und gute Performance. Die Betreiber von Hopfenreich und der neuen IPA Bar, die das Festival organisieren, haben hier ganze Arbeit geleistet. Glaubwürdigkeit: Das Festival muss halten, was es verspricht, gegenüber den Ausstellern, die ihrerseits einen hohen Aufwand treiben, um dabei zu sein. Und gegenüber dem Publikum, das hier keine Saufmeile erleben, sondern spannende, ausdrucksstarke Biere kennenlernen will.

SylviaKoppARD

Worauf freust du dich am allermeisten?

Wir freuen uns über jeden Braukünstler, der persönlich da ist und hoffen, mit möglichst vielen ein Wort wechseln zu können: Tilman Ludwig aus München, Fiete Matthies aus Hamburg, Fritz Wülfing aus Bonn ….. Aber ganz besonders freuen wir uns auf Peeter Keek von Pohjala, der estnische Brauer und seine Biere sind die reinste Wonne.

Was wird die Berlin Beer Academy auf dem Braufest Berlin anbieten?

Wir veranstalten Kickstarter-Tastings – kurz und bündig für alle, die wissen möchten, was Craft-Bier ist, wo es herkommt und wohin es sich bewegt. Wir verkosten dazu die Originale aus dem Mutterland des Craft, Biere aus den USA.

Zudem präsentieren wir in 6 Talk & Taste-Sessions die Brauer, die höchstselbst angereist sind. Die dürfen aus dem Sudkessel plaudern, und wir probieren ihre Biere dazu. Und schließlich führt die Berlin Beer Academy durch eine Podiumsdiskussion „Kultur oder Kommerz – die Bedeutung der Neugründer für die deutsche Bierwelt“

Knapp einen Monat später findet die Berlin Beer Week statt. Ebenfalls mit einer Fülle an Bierveranstaltungen und Festivals. Ist Berlin dann schon wieder durstig oder siehst du eine Gefahr der Übersättigung?

Das müssen wir mal abwarten. Prinzipiell finde ich es gut, wenn sich was bewegt. Denn viele Leute haben noch gar keinen Bezug zur neuen Bierwelt. Deshalb kann es gar nicht genug Veranstaltungen geben, die zeigen: Hier wartet eine Vielfalt auf Euch, die entdeckt werden will! Allerdings sollte jede Veranstaltung durch ein geschliffenes Profil brillieren – sonst wird es beliebig und das neue Bild vom Bier ist nichts weiter als ein billiges Abziehbild.

Vielen Dank!

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Übersicht über die Tastings und Talks der Berlin Beer Academy auf dem Braufest Berlin:

Die Orte liegen im Bereich der Berliner Brauereien – sie werden noch benannt und ausgeschildert.

Do., 14.05.:

15:00 Uhr Craft-Bier: Kickstarter-Tasting mit der Berlin Beer Academy
16:00 Uhr Talk & Taste: Die BBA präsentiert die Brauer des Festivals
17:00 Uhr Talk & Taste: Die BBA präsentiert die Brauer des Festivals
18:00 Uhr Diskussionsrunde: Die Bedeutung der Neugründer für die neue Bierwelt

Fr., 15.05.:

14:00 Uhr Craft-Bier: Kickstarter-Tasting mit der Berlin Beer Academy
15:00 Uhr Talk & Taste: Die BBA präsentiert die Brauer des Festivals
16:00 Uhr Talk & Taste: Die BBA präsentiert die Brauer des Festivals
17:00 Uhr Craft-Bier: Kickstarter-Tasting mit der Berlin Beer Academy

Sa., 16.05.:

14:00 Uhr Craft-Bier: Kickstarter-Tasting mit der Berlin Beer Academy
15:00 Uhr Talk & Taste: Die BBA präsentiert die Brauer des Festivals
16:00 Uhr Talk & Taste: Die BBA präsentiert die Brauer des Festivals

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