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Warum Beck`s unter „falscher Flagge“ segelt!

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Mit dem Slogan „Taste The World“ wird Becks in den nächsten Tagen einen weiteren Schritt seiner „PR-Kampagne“ zu den neu gelaunchten Biersorten starten. Neben einem neuen Spot im TV wird vor allem Social-Media mit verschiedenen Video-Spots bespielt werden. Das AB-InBev sich beim „Image polieren“ nicht lumpen lässt zeigen die jährlichen Ausgaben für Marketing und Vertrieb von mittlerweile 7 Milliarden US-Dollar (2009 waren es noch 4,5 Milliarden). Nach einer anfänglichen Euphorie und „Run“ bleiben meiner Beobachtung nach die drei Sorten mittlerweile unberührt im Supermarkt stehen. Einige Händler haben diese anscheinend auch schon wieder ausgelistet. Na dann mal schauen ob die nächste Stufe im „Marketing-Gedöns“ neuen Erfolg einbringt.

Die Kernbotschaft der Spots lautet nach Aussage von Becks folgendermaßen:

“Die Welt ist voller neuer und inspirierender Geschmackserlebnisse, die unser Leben bereichern. Aber nicht jeder von uns ist ein Globetrotter. Beck’s als die einzige international wirklich erfolgreiche deutsche Biermarke bringt für Deutschland eher noch unbekannte Bierstile wie Pale Ale oder Amber Lager aus allen Ecken der Welt nach Hause. Einfach – aber nicht weniger inspirierend.”

Das Ganze ist irgendwie so doof, dass es schon wieder total geil ist. Ich bin echt erstaunt wie es Becks geschafft hat drei neue Sorten auf den Markt zu bringen, die „neue inspirierende Geschmackserlebnisse hervorrufen“ sollen, und trotzdem genau gleich nach normalen Becks Bier schmecken! Das ist wohl die größte Leistung der Produktentwicklung im Bereich „Innovationsmanagement“, die jemals „verkauft“ wurde. Steckt dahinter etwa Kalkül? Wenn die Welt so schmecken soll wie das neue Becks Bier, dann gute Nacht!

Die größte Verwunderung bei mir ist eigentlich, wie die „Entscheider“ es wirklich durchgesetzt haben diese Sorten mit diesem „einzigartigen Geschmacksprofil“ auf den Markt zu bringen. Ich mein das „Pale Ale“ schmeckt wie das normale „Becks“. Das ist eigentlich unglaublich, da es ja angeblich Cascade beinhalten soll. Haben die wirklich keine Ahnung? Oder ist es der gewisse „Becks-Bestrahlungs-Satz“ der den typischen „Geschmack“ hervorruft? Ich mein andere haben es ja irgendwie auch geschafft. Das Köstritzer Pale Ale hat zwar eine Menge Ecken und Kanten, aber irgendwie ja dadurch auch einen Geschmack. Das Störtebeker Atlantik Ale, auch großflächig im Supermarkt angeboten, schmeckt sogar richtig gut für ein Supermarkt-Pale Ale.

Ich kann mir das Ganze nur so erklären, dass Becks unter einer „falscher Flagge“ unterwegs ist. Sie wollen den „Bier-Trinkern“ zeigen, wie scheiß langweillig ein „Pale Ale“ schmecken kann und das es sich nicht lohnt mehr Geld dafür auszugeben, da man im Endeffekt auch nicht mehr davon hat. Lieber bei der „Standard-Pils-Plörre“ bleiben, ist ja eh kein Unterschied, und den Geldbeutel schonen. Für diese „False Flag“ Mission hat Becks alle Register gezogen: Launch-Events, Blogger-Netzwerk aufbauen (was bein den Bierbloggern grandios gescheitert ist!), Virale Marketingkampagnen, Produktdesign, TV-Spots und so weiter. Doch nur eines haben sie wirklich vergessen (vielleicht ja mit Absicht): Das Bier!

AB-Inbev hat Angst, dass der Stammtrinker sich weiter abwendet und der Konsum einbricht, dass die Absatzzahlen sinken und somit der Gewinn und das Gehalt der Top-Manager! Deswegen lieber zeigen, dass es sich nicht lohnt „Pale Ale“ zu trinken. Die Wende und die Bier-Revolution ist im „Pils-Land“ Deutschland allerdings bereits lang angekommen. Der Konsument weiß mittlerweile wie ein „Pale Ale“ zu schmecken hat. Er kann unterscheiden, er versteht Bier mehr als vor zwei oder drei Jahren. Es ist ja nicht so, dass nur wir „Experten“ dem „Becks Pale Ale“ keine gute Verfassung nachsagen würden. Mittlerweile greifen Menschen vermehrt zu geschmacksstarken Bieren von kleinen Brauereien. Gastronomen überarbeiten ihre Getränkekarten, Magazine aller Art berichten über die Bierwende, Supermärkte stocken auf und auch einige deutsche Bierkonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass der Konsument sich weiter zum „echten“ Bier orientiert und „bewusster“ einkauft.

In der aktuellen Pressemeldung von Becks heißt es weiter:
„Wir haben dabei nicht den Anspruch, ein kleines, lokales Craft-Bier zu sein. Das erwartet der Konsument nicht von einer internationalen Marke wie Beck’s. Wir zielen mit den Produkten in die Kategorie „Internationale Biere“ und weniger in die „Craft“-Ecke“!

Gut, dass dies noch mal geklärt wurde! Eigentlich ist es mir auch egal wohin Becks zielt und auch in Zukunft zielen wird. Eins ist jedenfalls sicher, sie haben kräftig vorbeigezielt, ob mit Absicht oder nicht. So viel Finanzkraft, so viel „Know-How“ und trotzdem so wenig Fähigkeit etwas umzusetzen, was auch nur annähernd das ist was es sein soll! Es ist wirklich schön zu sehen, dass der Kompass vieler Biertrinker bereits neu und richtig eingestellt ist. Jetzt heißt es Segel setzen und volle „CRAFT“ voraus!

Prost!

Die Spots will ich euch natürlich nicht vorenthalten!

TV Spot

Pils-Spot

Lager-Spot

Pale Ale-Spot

Quelle: Anheuser-Busch InBev | ab-inbev.de | becks.de

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15 Kommentare

  1. Generell weiß ich nicht warum um Becks so ein Hype gemacht wird. Gibt doch zahllose bessere Biere: zum Beispiel Warsteiner ! ;)

    Danke für Deinen informativen Beitrag.

  2. Das klingt zwar stark nach Verschwörungstheorie, was du hier schreibst, aber deswegen vielleicht auch wieder total nachvollziehbar. So blöd, kann Becks doch gar nicht sein, um ein Pale Ale dermaßen zu verkacken. Das KANN NUR Absicht sein.

  3. Bin der Meinung das Becks auf den Trend „Craftbier“ sich beteiligen möchte. Ging aber völlig daneben. Sieht man schon an der Farbe des Bieres und am Geschmack, das Becks an Hopfen sparen will, wie alle Fernsehbiere.
    Ich bezahle lieber bei den kleinen Craftbierbrauer für das Bier mehr, weis aber das da genug Hopfen drin ist. Ein gutes Beispiel ist das Atlantik Ale von Störtebeker. Ist zwar keine kleine Brauerei, aber ein sehr gutes Bier.

  4. Ich bin kein Freund von Becks und habe auch nicht das Verlangen die neuen Sorten zu probieren.

  5. Wolfgang sagt

    Engelbert ist zuzustimmen. Bei den Störtebekers ist nicht nur das Atlantic Ale eine Wucht, sondern besonders auch die zwei Weißbiere: Bernstein helles Weizen (unglaubliche Aromenvielfalt) und das dunkle Roggenweizen. Dass hier nicht am Hopfen und der Hefe gespart wird ist offensichtlich.

  6. Pingback: Taste the World? | geBIERt

  7. Pingback: Latest Beck’s Bier News | Beers that I have loved

  8. Netter Artikel. Wenn Ihr mal nach Hamburg kommt, besucht mal an den Landungsbrücken Block Bräu – lecker Bier, selbst gebraut und ein toller Blick von der Terrasse über den Hafen … viele Grüße

  9. S. Becker sagt

    Es tut mir leid! Du solltest solche Artikel nicht schreiben, wenn Deine Geschmacksnerven nichts offensichtlich tot sind. Wie kann man behaupten, (oder herausschmecken???) dass das „Pale Ale“ so schmeckt wie das normale „Beck’s“? Das kann doch wohl nicht Dein Ernst sein? Sicherlich gibt es stärker gehopfte Biere der Sorte Pale Ale. Aber es ist doch wohl klar, dass sich ein Großkonzern mehr am Geschmack der Masse orientiert. Es ist ein „Einsteiger-Pale Ale. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Hat geschmacklich NICHTS mit dem normalen Beck’s zu tun. Wenn überhaupt, dann wohl das „1873“ – und das ist gewollt. Das „1873“ orientiert sich nämlich am Original-Rezept.

  10. matze sagt

    Da kann ich S. Becker nur zustimmen. Ich finde es ist auch nicht schlimm, wenn Standart Pilstrinker über die „Brücke“ gehen, die Beck’s baut, um zum „richtigen“ Craft Beer zu finden.

  11. Kann mich den beiden Vorrednern nur anschließen. Wie kann man von einem Weltkonzern erwarten, dass dieser nun aufeinmal Craft-Biere für eine minimal kleine Zielgruppe herausbringt? Natürlich zielen die darauf ab eine breite Masse zu erreichen, was aus geschäftsbezogenen Gesichtspunkten völlig logisch ist für ein so großes Unternehmen. Eine Craft-Brauerei versucht ja auch nicht aufeinmal ein „Bier für Jedermann“ herauszubringen, sondern beschränkt sich auf die relativ kleine Nische/Zielgruppe, die Craft-Biere mag.

    Das zeigt mir, dass dieser Artikel lediglich Deine persönliche Abneigung gegenüber Beck’s zeigt, aber leider wenig auf Fakten basiert. Diese Abneigung könntest Du meiner Meinung nach am besten zeigen, indem Du erst gar nicht von der neuen Taste the World-Familie von Beck’s schreibst, anstatt sie grundlos zu „bashen“. Aber das muss jeder selbst wissen…

  12. Welcum sagt

    Becksbier ist wiederlich, die sogenanten Varianten „Ice“ „Gold“ und wie sie nicht alle heissen sind einfach nur wiederlich, ich muss nur an nem Becks riechen und mir vergeht die lust am biertrinken. Zum Pale Ale. Wie schon der ein oder andere vorredner sagte, ist das ein zu empfehlendes einsteiger Bier, und NEIN es schmeckt NICHT nach „normal“ Becks devinitief nicht. Sicherlich gibt es wahrlich bessere Ale’s aber dafür das es von Becks ist ist es gut, ich trinke es zwar nicht aktiv aber ja es schmeckt.

    Das ist meine persönliche supjective Meinung.

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