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Schneider Weisse TAPX Meine Porter Weisse – Verkostung und Entstehungsgeschichte

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Mittlerweile lässt es die traditionelle Weißbierbrauerei aus Kelheim in Bayern aber so richtig krachen. Die TAPX Biere purzeln ja nur so aus der Brauerei hinaus. Nach dem TAPX Mein Aventinus Barrique, welcher meiner Meinung nach unbedingt noch ein Jahr Lagerung benötigt, kommt nun die TAPX Meine Porter Weisse ab Anfang Januar in den Handel und Gastronomie.

Auch wir Blogger durften vorab die Porter Weisse verköstigen, vielen Dank an Schneider Weisse für die Möglichkeit dieses Bier vor Verkaufsstart zu verkosten.

Nun also im Grunde genommen ein Mischmasch aus zwei verschiedenen obergärigen Bierstilen als neue TAPX Version, welche definitiv für die kälteren Tage gedacht ist. Es handelt sich um ein PorterWeizen, also ein Porter welches mit Weißbierhefe vergoren wurde, ausgesuchte Spezialmalze, davon 50% Weizenmalz und den Hopfensorten Herkules und Hallertauer Cascade sorgen für einen interessanten und durchaus frischen Geschmack, welcher allerdings vor allem durch die Hefe gesteuert wird. Auch die beiden Geschmacksprofile dieser Bierstile sind eher unterschiedlich. Das Weißbier fruchtig, das Porter röstmalzig und eher schokoladig. Passt das? Mit Sicherheit, ansonsten wäre es nicht in der Flasche gelandet. Schmeckt es? Das ist die andere Frage und die wollen wir natürlich gerne nachgehen.

Die Porter Weisse steht schön im Glas, hat eine fantastische cremige Schaumkrone und eine klassische „Spezi-Farbe“. Die Nase erkennt feine Säure, leichte Röstaromen, etwas Bitterschokolade, Kaffeenoten und leichte Früchte von Waldbeeren, Banane, Nelken und Rosinen, welche alle nur dezent hervorkommen und nicht übertreiben. Ein Misch zwischen dunklen Malzen und fruchtigen Noten von der Hefe. Der Antrunk ist leicht säuerlich, Kaffee- und Schokoladennoten, sowie auch etwas Frucht von grünem Apfel und Banane. Dazu die ähnlichen Aromen wie die der Nase, alles nur dezent. Die Hefe ist auf jeden Fall mehr dominant, die Malze kommen mit Toffee, Bitterschokolade und Kaffee durch. Moussierende Rezenz, vollmundig und cremig. Der Abgang ist angenehm bitter und leicht alkoholisch. Die 7 % Alkohol machen sich leicht bemerkbar.

Insgesamt eine interessante Kombination welche sich grundsätzlich einem dunklen Weizenbock sehr ähnelt und dementsprechend gut schmeckt. Das Bier ist sauber und anständig gebraut, hat einen interessanten Charakter und ist recht leicht trinkbar. Der Preis wird hier natürlich wieder etwas zu hoch angesiedelt sein, aber so ist das nun Mal auf unserem Biermarkt im Moment. Die Nachfrage bestimmt den Preis!

Das TAPX Meine Porter Weisse ist mit Sicherheit kein Bier welches mal so weggesüffelt werden kann. Wer es alleine trinkt kann es jederzeit mit dem sehr cleveren Verschluss wieder verschließen und so ist es quasi „luftdicht“ noch 1-2 Tage gut genießbar bevor es deutlich abbaut und nur noch als „Kochbier“ dienen kann. Das TAPX sollte aber vielmehr in einer Runde genossen werden und in den Zusammenhang mit kräftigem Essen gebracht werden. Deftige Wurst, Speck oder auch Käse passt hier genauso gut wie Wildgerichte, deftige Eintöpfe, Bratengerichten oder Nachspeisen wie Topfenstrudel, Apfelstrudel mit Vanilleeis oder Tiramisu. Ein perfektes Bier zum Essen!

Wieso eine Porter Weisse?

Interessant ist vor allem die Enstehtungsgeschichte der Porter Weisse. Laut Story von Schneider Weisse „versumpfte“ Georg Schneider zusammen mit einem englischen Braukollegen Alister (Alister laut Schneider Weisse, aber gemeint ist vielleicht auch Alastair Hook von Meantime Brewing oder handelt es sich einfach um einen fiktiven Namen?) in einem englischen Pub und nach ein paar Pints entstand die Idee zum Weißbierporter, welches dann in „harter Arbeit“ umgesetzt wurde.Weißbier war dabei das Lieblingsbier des englischen Kollegen und das Porter fand Georg Schneider ganz spitze, oder war es umgekehrt? Egal! „Mit großer Sorgfalt wählten meine Braumeister die richtigen Malzsorten aus, wir suchten den passenden Hopfen in der Hallertau, und mit viel Geduld und Ruhe wurde der Sud vergoren“, so Georg Schneider zu seiner neuesten Kreation. Seine Kreation?

Foto (c) Hobbybrauer.de

Im Hobbybrauer.de Forum (Link1 , Link2 und Link3) gibt es Posts, Bilder und Zitate aus Emails, dass der Hobbybrauer „Bierjunge“ (Foren-Name) bereits Ende 2012 bei Schneider Weisse ein „Probesud“ eines „Weizenporters“ im Rahmen eines Seminares braute. Dieser Sud gefall den „Braukollegen“ in Kelheim anscheinend so gut, dass sie das Rezept nutzten um nun ihre erste TAPX Version 2014 auf den Markt zu bringen.

Foto der "ersten Porter Weisse" von Schneider? Gebraut 2012 von "Bierjunge" - Quelle: facebook.com/SchneiderWeisseNL

Diesbezüglich habe ich Schneider Weisse und den Hobbybrauer kontaktiert. Von beiden Seiten wird mir die Version auch so in etwa, mit ein paar Abweichungen, bestätigt. Das Rezept stammt vom Hobbybrauer und Hans-Peter Drexler (Braumeister Schneider Weisse) fand es so gut, dass er es im Nachhinein noch Mal genau erfragte und ein wenig anpasste. Das Rezept wurde zugeschickt, das Bier wurde gebraut und nun im großen Stil abgefüllt. Die Geschichte rund um das englische Pub ist natürlich ein reines Märchen und dient dem Verkauf, aber ein Bier braucht ja auch eine Geschichte. Der Hobbybrauer bekam keine Beteiligung, Vergütung oder dergleichen. Aus Marketingsicht wäre es sicherlich auch interessant gewesen einem Hobbybrauer hervorzuheben von dem das Rezept stammt. Schneider Weisse ist in engem Kontakt mit der Community, bietet ihnen recht viel, auch Möglichkeiten Biere zu brauen und auszuprobieren. Eine tolle Sache wenn solch eine große Brauerei sich bei einem Hobbybrauer nach einem Rezept erkundet. Schade nur im Nachhinein, wenn die guten Kontakte zu den Hobbybrauern eher aus Eigennutz betrieben und aufrecht erhalten werden und nicht um die Community zu unterstützen. Ich muss jedenfalls sagen, dass das Rezept große Klasse ist! Gratulation „Bierjunge“ und nur nicht den Mut verlieren und beim nächsten Mal nicht so einfach die Rezepte rausgeben.

Update:
Im Nachgang ist es natürlich allen wieder total peinlich, Leute werden angegangen, als doof hingestellt, Lügner bezeichnet oder einfach als unseriös abgestempelt. Sowieso war ja alles total anders und hier werden nur schlecht recherchierte Gerüchte breit getreten. Tja! Dreht euch eure eigene Story draus, regt die Fantasie an und man bleibt nicht blöd!

In diesem Sinne, Prost!





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Bier ist für mich das großartigste und vielfältigste Getränk der Welt und immer wieder für Überraschungen gut. Craft Beer bedeutet für mich Lebensgefühl, Leidenschaft, Transparenz, und Liebe. Das Bier steht an erster Stelle und nicht Marketing, Wirtschaftlichkeit und Absatzzahlen, auch wenn diese selbstverständlich dazugehören.

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