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Glas ist nicht gleich Glas – die richtige Form bringt Biergenuss

Bierglas-verschiedene

Weizenglas mit Red Dot Award 2011 ausgezeichnet

Laut Bundesverbraucherministerium werden pro Jahr und Kopf etwa 107,2 Liter Bier in Deutschland getrunken. Männer konsumieren dabei etwa sieben Mal mehr als Frauen. Zu den vielen verschiedenen Biersorten werden jeweils passende Gläser vom Handel angeboten. Aber haben sie tatsächlich Einfluss auf den Geschmack oder werden die diversen Trinkgefäße vielmehr aus optischen Gründen eingesetzt?

Warum es für jede Bierart ein passendes Glas gibt
Bier ist nicht nur eines der ältesten, sondern auch eines der beliebtesten Getränke und die Tradition des entsprechenden Glases gibt es ebenfalls schon sehr lange. Bier sollte möglichst immer aus einem Glasgefäß getrunken werden, da man anders als bei Flasche, Steinkrug oder Dose hier sehen kann, was man zu sich nimmt. Außerdem entfaltet es sein Aroma besser und bildet eine Schaumkrone.

Bier besteht zwar immer aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser, aber jede der insgesamt über 4.000 verschiedenen Sorten in Deutschland hat eine eigene Rezeptur und ein eigenes Herstellungsverfahren. Dadurch gibt es insgesamt eine enorme Geschmacksvielfalt. Aber auch das Glas beeinflusst den Geschmack entscheidend. Vor allem muss man dabei zwischen untergärigen und obergärigen Bieren unterscheiden. Untergärige Biere, wie das Pils, haben weniger Kohlensäure. Deshalb eignen sich dafür vor allem Gläser, die sich nach oben hin verjüngen und dadurch die Aromastoffe gut konzentrieren. Obergärige Biere, wie das Weißbier mit viel Kohlensäure, sollten stattdessen in Gläsern ausgeschenkt werden, die oben eine weitere Öffnung aufweisen. Außerdem ist auch die Glasstärke für den Geschmack des Bieres ausschlaggebend – je dünner die Glaswand, umso differenzierter wird er nämlich.

Welches Glas zu welchem Bier passt
Für die meisten Biere sollten Gläser verwendet werden, die nach oben nicht zu breit werden. Sonst zerfließt der Schaum und ein wesentlicher Teil des Genusses geht verloren. Für die gängigsten Biersorten gibt es verschiedene Varianten an Trinkgefäßen. So ist das Pilsglas oder die Pilstulpe dünnwandig, läuft nach unten hin zusammen und verlängert durch seine Form den Schaumerhalt. Das Weizenglas ist hoch, mit einer breiten Öffnung oben und fasst 0,5 Liter. Da das Weißbier beim Einschenken stark schäumt, sollte man das Glas stark geneigt halten und erst, wenn es nahezu voll ist langsam aufrichten. Der klassische Bierkrug heißt Seidel. Ihn gibt es in verschiedenen Größen, seine Formmerkmale sind ein leicht gebauchter Körper und ein Henkel. Das dicke Glas eignet sich auch besonders gut zum Anstoßen. Bayerische Maßkrüge, die man vor allem vom Münchner Oktoberfest kennt, fassen einen ganzen Liter Bier und haben ein Leergewicht von über einem Kilogramm. Daraus trinkt man entweder das speziell gebraute Wiesnbier oder in Biergärten ein Helles. Der Willybecher, den es in zahlreichen Größen gibt, ist unten schmal, wird zur Mitte hin dickbäuchiger und läuft oben zu einer Öffnung mit kleinerem Durchmesser zusammen. Für Altbier gibt es den zylindrischen Altbierbecher und für Kölsch die schmale Kölschstange, die nur 0,2 Liter fasst. Alle gängigen Biergläser kann man mittlerweile auch in Onlineshops zum Beispiel bei vega-direct.com bestellen.

Einige Tipps für den perfekten Genuss
Generell sollte man ein zu schnelles Einschenken des Bieres vermeiden, da dies dem Geschmack schadet. Spült man das saubere Bierglas vor dem Zapfen oder dem Einfüllen aus der Flasche noch mit kaltem Wasser aus, wird die Glaswand gekühlt. So entweicht nicht nur weniger Kohlensäure, sondern das Bier hält dadurch die optimale Trinktemperatur länger. Beim Einschenken sollte man das Glas leicht schräg halten, dann 1/3 des Bieres eingießen und absetzen lassen, so dass der Schaum eine kompakte Form annehmen kann. Anschließend kann man vollschenken und gibt den Schaumring als Haube darauf. Auch die richtige Trinktemperatur ist entscheidend. Häufig wird Bier zu kalt getrunken. Das behindert die Geschmacksentfaltung und ist für die Schaumentwicklung ungünstig. Je nach Biersorte sind Temperaturen zwischen 5 und 12 Grad Celsius ideal.

Mittlerweile gibt es auch ein spezielles Glas für ein India Pale Ale

Dies ist ein Artikel, der zur Förderung der Bierkultur dient und die Arbeit und Leidenschaft von www.Lieblingsbier.de unterstützt. Falls sie auch Interesse an einem „Förder-Artikel“ haben, dann setzen sie sich einfach unverbindlich über info@lieblingsbier.de mit uns in Verbindung. Vielen Dank!

Artikelbild (c) vega-direct.com

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von

Bier ist für mich das großartigste und vielfältigste Getränk der Welt und immer wieder für Überraschungen gut. Craft Beer bedeutet für mich Lebensgefühl, Leidenschaft, Transparenz, und Liebe. Das Bier steht an erster Stelle und nicht Marketing, Wirtschaftlichkeit und Absatzzahlen, auch wenn diese selbstverständlich dazugehören.

10 Kommentare

  1. … weil letztens wieder passiert. kellner etc sollte bitte auch nicht beim weizen einschenken, die ganze dreckige flasche im bier, bzw weizenglass versenken, nur weil er meint, das wäre lässig! ganz schlimme angewohnheit!

    was sind deine „westküsten“ erfahrungen mit neuartigen „IPA“ gläsern? also weder pint, noch teku?

  2. Grundsätzlich wird vermehrt auf das normale Pint gesetzt. Ein Art „Teku Pokal“ oder ähnliches Gläser mit Stil gibt es KAUM bis gar nicht. Höchstens die Tulip für Imperial Stouts oder Belgian beers. Manchmal auch ein Imperial IPA. Aber der Großteil wird in normalen Pint Gläsern ausgeschenkt, egal ob bei Stone Brewing oder im Craft Beer Pub mit 100 taps… Spezielles IPA Glas gibt es bisher nicht in der Gastronomie, jedenfalls nicht wirklich.

    Ich finde es sowieso schon sehr befremdlich jedes „spezielle“ Bier in ein Glas mit Stil zu geben. Das muss nicht sein und ist etwas übertrieben. Bei manchen Biersorten, gerne, ja.

    http://stonecompanystore.com/store/product/3179/IPA-Pint-Glass/

  3. auch der Snifter war ein Glas, welches es oft gab. Dieses dann vor allem für Imperial Stout, Barley Wine, etc..

  4. Oh ja das mit der Weizenflasche ist echt furchtbar (und dazu noch gegen jede Hygienerichtlinie in der Gastronomie).

    Schöner Artikel! Was sich bei dem IPA Spiegalau-Glas mir nicht so ganz erschließt ist, was das soll mit dem Bier unten im „Griff“? Also das würde sich dort doch total fix erwärmen wenn man das Glas da festhalten muss….ich bleib für IPAs lieber beim Pint oder beim Verkosten bei den TEKU.

  5. Gerrit (@geo21481) sagt

    Untergärige Biere haben weniger Kohlensäure? Das dürfte die meisten Cask Ale Trinker aber überraschen…

    Von wem ist denn der Artikel? Das wäre schon noch nett zu wissen.

  6. Ich bevorzuge generell den Willybecher, benutze ich für fast jedes Bier. Einfach zeitlos schön das Glas!

  7. Johannes sagt

    Dafür liebe ich Belgien! Wenn man in den vernünftigen Bars sein Bier im falschen Glas bekommt, gibt es mindestens nachher eine Entschuldigung. Oft wird man auch vorher gefragt, ob es Ok ist wenn das St. Feulien im Leffe Glas kommt.

  8. Fred sagt

    Für einige der Behauptungen wäre eine Begründung notwendig; besser noch praktische Beispiele.

  9. Pingback: Spiegelau bringt eigenes Stout-Glas auf den Markt | Lieblingsbier.de - Bier Online Magazin

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