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Camba Bavaria: Bayerisch Traditionell war gestern!

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Die Camba Bavaria aus dem oberbayerischen Truchtlaching, gar nicht so weit weg von der bayerischen Landeshauptstadt, ist bereits seit gefühlten „zwanzig Jahren“ im Geschäft. Mit ihren vielseitigen Bierkreationen und individuellen Suden, gebraut von den unterschiedlichsten Braumeistern, konnten sie sich innerhalb kürzester Zeit einen Namen in der europäischen Bierszene machen. Eigentlich gibt es die „Camba“ erst seit 2008 und somit gehört sie zu den Pionieren in der deutschen Bierszene, welche von Anfang an auf Bierspezialitäten setzte.

Die Camba Bavaria ist eine sehr gemütliche, urige, traditionelle und somit vor allem bayerische Brauerei. Dabei wird durch das Auftreten in der Öffentlichkeit großer Wert auf diese Attribute gelegt. Dies beginnt beim Firmenflyer und zieht sich durch bis zur Wahl der Flaschen- und Etikettendesigns. Jedenfalls war es mal so. Alle ihre Biere, egal ob Helles oder India Pale Ale, wanderten noch vor kurzem in die von „Heimbraueren“ so heißgeliebten 0,5er Bügelflaschen. Dazu sorgte ein schlichtes, je nach Biersorte farblich abgesetztes, Etikett, mit Brauereilogo und der Bierbezeichnung für die nötige Unterscheidung beim Kauf. Doch eine Kleinigkeit hat sich vor kurzem verändert.

Im Zuge des wandelnden Biermarktes in Deutschland, welcher immer mehr probiert die „US-Craftbeer Szene“ zu imitieren und adaptieren hat auch die Camba Bavaria erkannt, dass das bayerisch traditionelle sicht nicht mit den „neuartigen Bieren“ aus Übersee übereinstimmen lässt und sich dazu entschieden einen Imagewechsel durchzuführen.

Nun dürfen wir also aktuell das Amber Ale, Coffee Porter, Milk Stout und das IPA in einer 0,33er Flasche mit durch gestyltem „Szene-Etikett“ bewundern. Die Farben sind dabei gleich/ähnlich geblieben, doch das Design hat sich zu 180 Grad geändert. Weg vom bayerisch traditionell hin zum „Szene-Bier“. Dies passt grundsätzlich mit dem Rest von Camba Bavaria nicht mehr überein und diese Biere stehen nun recht allein und abgegrenzt da. Man könnte fast meinen, dass die hässlichen Entlein zum stolzen Schwan aufgestiegen sind. Auffallen tun diese nämlich jetzt dann doch etwas mehr als zuvor, was vor allem mir ganz gut gefällt.

das "alte" und immer noch "aktuelle" Flaschendesign

Ein notwendiger Schritt? Allein diese Anpassung an andere Designs wie z.B. das „neuartige“ CraftWerk Brewing, welches aus dem Hause Bitburger stammt oder auch an das Design von CrewAle aus München, zeigt, dass der Kampf auf dem Markt der „neuartigen Bierstile“ heiß entbrannt ist und bereits jetzt mit notwendigen Markenauftritten gepunktet werden muss.

Ich finde, dass der Schritt durchaus richtig ist. Ich begrüße die 0,33er Flasche sehr. Ein acht-prozentiges IPA aus der 0,5er Bügelflasche ist dann doch etwas viel, wobei durch den Verschluss natürlich das Aufbewahren gewährleistet ist – aber ganz ehrlich, wer macht das schon?

Dazu finde ich die Designs, bis auf den „Namen“ des IPAs, welches mit einem dicken „Ei Pi Ai“ auf dem Etikett verziert ist, durchaus gelungen und stimmig. Ich bin kein Werbeexperte und Designer, so überlasse ich bezüglich dieser Eigenschaften das Urteil gerne den Experten unter euch. Ansonsten dürfen sich diese Biere gerne abheben vom Rest der traditionellen Sorten der Camba Bavaria. Zuvor war es ein wenig zu viel des Guten und bei der Sortenvielfalt der Camba wurde schnell der Überblick verloren. Ob die äußere Gestaltung im Moment allerdings für die Kaufentscheidung eines solchen Bieres aussagekräftig ist, wage ich zu bezweifeln, jedenfalls aktuell noch nicht. Ich denke es geht mehr um den Inhalt, jedenfalls, wenn man sich innerhalb der „Szene“ einen Namen machen möchte. Der „neugierige“ Biertrinker kann sicherlich durch die Gestaltung eines Etiketts gewonnen werden. Er selbst weiß ja nicht wirklich, wie z.B. ein IPA oder Milk Stout zu schmecken hat. Vielleicht fühlt sich aber auch der ein oder andere „traditionelle“ Biertrinker (und da gibt es ja bekanntlich einige in Deutschland) durch diese „neuartigen Szene-Designs“ eher abgeschreckt. Die „Amerikanisierung“ ist ja bekanntlich kein Fremdwort mehr und hat ja doch ein paar Kritiker, auch innerhalb der „Bierszene“.

"Ei Pi Ai" - wirklich?

Doch ist dieser Bietrinkertyp überhaupt die Zielgruppe einer aufstrebenden Kleinbrauerei, welche, für den deutschen Markt, auf neuartige Biermarken setzt? Eher nicht. Junge Menschen sollen und werden für die neuartigen Biersorten gewonnen und diese werden mehr vom „Ei Pi Ai“ angesprochen als von bayerischer Gemütlichkeit, welche ja allerdings noch lange nicht komplett verschwunden ist – zum Glück. Der „traditionelle“ Biertrinker hat weiterhin bei der Camba Bavaria ein Zuhause wie nun auch endgültig der „Szene-Trinker“. Der Großteil des Sortenangebots wird nämlich weiterhin in der 0,5er Bügelflasche mit schlichtem und urigem Etikett abgefüllt und verkauft.

Meiner Meinung nach also ein notwendiger Imagewechsel, jedenfalls für das angesprochene Sortiment. Ich kann zu diesem mutigen Schritt nur gratulieren. Grundsätzlich ist es ja nicht ganz so einfach und ich denke es gab viel Diskussions- und Klärungsbedarf, bevor die Umsetzung zum „modernen Etikett“ vollzogen wurde. Ich hoffe nur, dass es mit der Kuh auf dem lila Etikett des „Milk Stouts“ keine Probleme mit einer bekannten Schokoladenmarke geben wird.

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Bier ist für mich das großartigste und vielfältigste Getränk der Welt und immer wieder für Überraschungen gut. Craft Beer bedeutet für mich Lebensgefühl, Leidenschaft, Transparenz, und Liebe. Das Bier steht an erster Stelle und nicht Marketing, Wirtschaftlichkeit und Absatzzahlen, auch wenn diese selbstverständlich dazugehören.

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