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„Bitte ein IPA!“: Bitburger begeht Einstieg in den „Craft Bier Markt“

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Viele Bierfans konnten heute nicht wirklich ihren Augen trauen und auch ich musste erst zweimal hinsehen, doch es ist tatsächlich wahr. Die gute alte „Bitburger“ bringt unter dem Motto „CraftWerk Brewing“ neuartige und kreative Biere auf den deutschen Markt. In den sozialen Netzwerken drehte die Meldung schnell die Runde und gleichzeitig entbrannten hier und da interessante Diskussionen, welche rasant Fahrt aufnahmen. Dabei gingen die Meinungen weit auseinander und von „end geil“ bis „bitte nicht“, war alles mit dabei.

Grundsätzlich war es meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit, bis ein weiterer größerer Konzern (Nordmann Gruppe mit Ratsherrn, Paulaner mit der „Brauerei Eiswerk“, Radeberger mit Braufactum) ein Stück vom wachsenden Biermarkt abseits von „Pils und Lager“ abhaben möchte.

Allem Anschein nach braut Bitburger bereits schon seit etlichen Jahren an einer „Versuchsbrauerei“ neuartige Biersude und konnte somit innerhalb der Belegschaft (da diese nur für interne Veranstaltungen verfügbar waren) viele Liebhaber gewinnen. Dann war es also nur eine Frage der Zeit, bis sich die Konzernbosse dazu durchringen konnten eine neuartige Marke zu gründen. Die vollständige Geschichte kann dazu übrigens ausführlichst auf der Webseite www.craftwerk.de nachgelesen werden. Nun wurde also der „Bitburger Versuchsbrauerei“ ein Name geben, eine Verpackung verpasst und somit der Markteintritt ermöglicht. Dabei gab es keine Bemühungen das Ganze mit Werbemaßnahmen, wie z.B. Social Media zu begleiten. Warum nicht? Aufmerksamkeit bekommen sie sowieso durch soziale Netzwerke, da die Szene mittlerweile gut vernetzt ist und sich austauscht. Weitere Werbemaßnahmen sind da erst mal überflüssig, da man auch nicht unbedingt auf die große Pauke hauen möchte und mit Sicherheit noch viel Widerstand und Skepsis bei vielen Bossen im Konzern mitmischt. Vielleicht ist es auch Angst vor negativer Kritik über Social Media oder es wurde einfach kein Geld für derlei Maßnahmen bereitgestellt.

starke Marken auch mit "CraftWerk Brewing"?

Wie dem auch sei. Los geht es mit drei verschiedenen Bieren, dem „Tangerine Dream“, ein Single Hop Pale Ale mit dem deutschen Hopfen Mandarina Bavaria, „Hop Head IPA⁷“ ein India Pale Ale mit sieben verschiedenen Hopfensorten und einem Belgian Style Tripel welches den schönen Namen „Holy Cowl“ trägt. Zu bestellen alles über den Onlineshop und mit Sicherheit auch in Zukunft im Bierspezialitätenladen (sowohl on- als auch offline). Ich persönlich warte noch, da die Mindestbestellmenge 12 Flaschen sind und das ist mir auf jeden Fall erst mal zu viel und zu teuer.

Bitburger wird in Zukunft wohl vor allem in Szenebars und Bierfestials mit seiner Marke „CraftWerk“ auftreten und völlig „unabhängig“ von der Dachmarke seine Kreise ziehen. „CraftWerk“ tritt dabei als eigenständige Marke auf, genauso wie Licher, Königspilsener oder Wernesgrüner, welche ebenfalls zur Bitburger Braugruppe gehören. Trotzdem muss der Konzernspitze, also der Bitburger Braugruppe, natürlich Rechenschaft abgelegt werden und so wird sich zeigen, ob es sich lohnen wird und das „CraftWerk“ die Zukunft des deutschen Biermarktes mitgestalten darf.

Verantwortlich für die Biere ist laut der Webseite übrigens „Braumeister Stefan“, welcher mit Sicherheit einiges an Wissen über spannende Biere mitbringt, da er Leiter des Klein- und Pilotsudwerks an der TU München war und ebenfalls als Juror beim World Beer Cup 2012 mit dabei war.

Ich bin mir sicher, dass die Biere schmecken werden und die Kreationen in der Szene gut angenommen werden. Dabei spielt natürlich auch der Preis eine Rolle. 2,40€ für die Flasche IPA (0,33l) ist ein angenehmer und sehr guter Preis und da können es viele verschmerzen, das im Hintergrund die Bitburger Braugruppe die Fäden zieht.

Und sonst? Der Ganze Auftritt von „CraftWerk“ ist sehr explosiv, groß, laut und stark. Jedenfalls wenn es um das Design und die Namen der Biere geht. Es wird bewusst eine bestimmte Zielgruppe angesprochen. Der Rest ist allerdings sehr leise. Kein Social Media, keine Werbeagentur, keine Maßnahmen um Blogger einzubinden in den Launch, kein gar nichts. Eine kurze Anfrage hatte allerdings ergeben, das bereits Bierproben auf dem Weg zu mir sind. Ich habe mich mal für den Newsletter eingetragen, auch wenn ich nun wohl Infos zu Licher, Bitburger & Co bekommen werde Dazu gibt es auf der Webseite keine Bilder der Brauerei oder auch von der Mannschaft, welche hinter „CraftWerk“ stehen. Lediglich schwarz weiße Comiczeichnungen stehen als Menüpunkte zur Verfügung. Schauen wir mal ob sich da was ändern wird. Für mich macht es den Eindruck als hätten sich da ein paar pfiffige Jungdesigner etwas übertrieben mit dem Thema auseinandergesetzt. Alles ein wenig zu viel.

Grundsätzlich bin ich gespannt und jeder selber sollte sich zumindest auch mal seine Meinung über das Bier bilden, denn im Endeffekt geht es ja auch um das Produkt ob es schmeckt oder nicht, oder liege ich da falsch?

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11 Kommentare

  1. Nach telefonischer Rücksprache ist (bis auf weiteres?) kein Vertrieb im offline-Einzelhandel vorgesehen. So gehen dann die ersten verkauften Flaschen bestimmt (wieder größtenteils) an Mitarbeiter von anderen Brauereien die Bit „beobachten“. Die Biere werden schon gut sein, und jetzt?

  2. Tina Schoenwetter sagt

    Bin gespannt auf eure Meinungen zu Qualitaet und Geschmack!
    Hoffentlich tragen die Grossbrauereien mit ihren „Craft“-Toechtern dazu bei, den Markt fuer mehr Vielfalt zu oeffnen anstatt kleine innovative und tatasaechlich handwerkliche Brauereien im Keim zu ersticken. Wie schon an anderer Stelle auf FB erwaehnt haben die Giganten ja z.B. bessere Chancen/mehr finanzielle Mittel beim Kampf um die neuen Hopfensorten..
    Verfolge den deutschen Biermarkt mit steigendem Interesse!
    Wann werden die Brauereiriesen entdecken, dass der Zusatz von Zucker in vielen belgischen Bieren (auch in vielen IPAs) gar keine so dumme Idee ist..? Spaetestens wenn’s ums Geld geht.

  3. Na wenn es das NUR per Web gibt und nicht im „realen“ Handel dann könnte das Projekt aber so unsichtbar enden wie aktuell die Paulaner „Brauerei im Eiswerk“ Geschichte. Denn von der hört man doch schon seit einem halben Jahr garnix mehr. (Website ist natürlich live, Reservieren und Abholen kann man auch noch,… aber irgendwie findet das doch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

  4. Nico sagt

    Ja genau, und was ist z.b. aus dem Hallodri von Hofbräu geworden, den sie auf der Braukunst so stolz präsentiert haben? Den kriegt man auch nirgends.

  5. Bei dem Logo muß ich irgendwie an die Band Ramstein denken, und die finde ich jetzt nicht wirklich toll. Egal, schön das die überhaupt über den Tellerrand hinausschauen. Sofern es sich die möglichkeit ergibt werde ich es mal probieren, bin gespannt.
    Im Gegensatz zu einigen „kleinen“ Craftbrewern hat Bitburger wenigstens einen Onlineshop.

  6. Johanna sagt

    Sau geiles Zeug. Und Online bestellen ist sehr convenient…für mich passt das.

  7. Habe gestern von einem MA der Bitburger Brauereigruppe alle drei Sorten zum Testen erhalten. Fazit: Das Holy Cowl (9%) kann mit belgischem Tripel mithalten, super lecker und rund, mein klarer Favorit. Das IPA7 (8%) ist lecker und fruchtig, hat aber bei mir ein leichtes Kribbeln im Hals hervorgerufen (Allergiker). Tangerine Dream kommt Geschmacklich einem Pils recht nahe und schmeckt ebenfalls sehr gut, es ist auch nicht so stark wie die ersten beiden (5,8%).

  8. Pingback: Tasting: Craftwerk Tangerine Dream India Pale Ale | bierausbayern

  9. Bierbaron sagt

    Ein Karton mit je zwei Flaschen der neuen Craftwerk Biere nebst zwei Gläsern ist angekommen und wartet hier in Berlin auf die Verkostung durch Felix und mich.
    Erst mal Dank an die Brauerei.
    Die Neugier ist groß!
    Artikel mit Bericht über unseren Eindruck folgt schnellstens, sobald Felix hier eingelaufen ist.

  10. Pingback: Camba Bavaria: Bayerisch Traditionell war gestern! | Lieblingsbier.de - Bier Online Magazin

  11. Pale Ale ist ja eins meiner Lieblinge von Craft das Holy Cowl (9%) macht aber auch richtig spass, erinnert mich bisschen an Leffe, einfach genial. Das pilzige Tangerine Dream finde ich auch voll den Burner. Was auch klasse ist ist das Craft chocolate Stout…. einfach nur yummy..

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