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Hamburg: Brau-Wettbewerb der Campusperle – Mehr als nur Bier

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Am 1. September fand zum 3. Mal der Internationale Studentische Brauwettbewerb statt. Ausgetragen wurde die Veranstaltung von der Braugemeinschaft „Campusperle“ der TU-Hamburg/Harburg.

Nachdem die Kontrahenten sich letztes Jahr in Berlin eingefunden hatten, traf man sich dieses Jahr in Hamburg in den Schanzenhöfen, auf dem Gelände der Ratsherrn-Brauerei. Neben der Ratsherrn-Brauerei unterstützten noch das Hamburger Restaurant Bullerei und der Landwerthof aus Stahlbrode den Wettbewerb mit guter Küche vom Grill.

Insgesamt kamen 13 Teams, von Aachen über Berlin bis Wien. Die Teams setzten sich überwiegend aus Studenten verschiedenster Fachrichtungen und Auszubildenden zusammen. Die eingereichten Biere deckten ein unglaublich breites Feld der Möglichkeiten dessen ab, was man aus Hopfen und Malz alles machen kann. Doch auch jenseits des Reinheitsgebot wurde experimentiert.

Die hochkarätige Jury setzte sich aus Ralf Gebhardt, Braumeister der Gröninger Privatbrauerei, Martin Stein, Leitung Production Director Carlsberg Deutschland (Holsten) und Thomas Kunst, leitender Braumeister der Ratsherrn Brauerei zusammen und hatte am Ende die Qual der Wahl, die Plätze eins bis drei zu vergeben, denn ihrer Meinung nach wäre jedes Bier vertriebsfähig gewesen. Neben den ersten drei Plätzen gab es noch einige weitere Pokale zu vergeben:

Der Pokal für die „Größten Stimmungskanonen“ ging nach Hannover an das VE_Team, die diesen Preis schon 2010 mit nach Hause nehmen konnten. Die „biergenießenden Doktoranden“ der Leibniz Universität Hannover reichten ein „Brown Ale“ ein, welches von der Jury als ein „süffiges“ und „fruchtiges, leichtes Ale“ kommentiert wurde.

Der Preis für den höchsten Alkoholgehalt ging an die Aachener Sakèbrauer. Das Team der „Bioverfahrenstechniker der RWTH Aachen“ setzte sich aus Biologen, Biotechnologen, Wirtschaftsingenieuren und Verfahrenstechnikern zusammen. Ihr überaus harmonischer und fein-fruchtiger Sake wies mit 9 % Alkohol mit Abstand den höchsten Wert auf.

Obwohl sie nicht den höchsten Alkoholgehalt vorweisen konnten, ging der Preis für die höchste Stammwürze an die Studenten der HS OWL Lemgo. Das >Team ALEisty International Lemgo präsentierte ein fantastisches Produkt, das weit jenseits des Reinheitsgebots lag. Anstatt ein schnödes Biermischgetränk zusammen zu rühren, ließen die Studenten Würze, weißen Traubensaft und schwarzen Johannisbeer-Direktsaft zusammen fermentieren. Die Vergärung übernahm eine Obergärige Champagnerhefe, die für besonders fruchtige Ester sorgte. Der Direktsaft sorgte neben Geschmack auf für eine wunderbare rubinrote Farbe im Glas. Die Studenten sagten selbst, dass sie sich für dieses Getränk an einer „Kombination aus Ale und belgischem Sauerbier“ orientiert hatten. Für einen spritzigen Eindruck und die nötige, sensorisch perfekt eingebundene, Säure sorgte Ascorbinsäure. Jurymitglied Ralf Gebhardt nannte dieses sommerliche Getränk „sehr exotisch“. Es ist bemerkenswert, wie die Gruppe im Rahmen eines Wahl-Faches („Herstellung ausgewählter Getränke“) ein konzeptuell und geschmacklich gutes Produkt entwickelt hat.

Den Pokal für die meisten IBUs (International Bittering Units) ging an die drei Wahl-Berliner von beer4wedding. Die 50 IBUs überlagerten aber keinesfalls die sonstigen Aromen des „Oyster-Stout“. Wie im letzten Jahr traten die Jungs aus dem Berliner Bezirk Wedding wieder unabhängig von einer Universität an.

Die verschiedenen Teams bewiesen allesamt viel Experementierfreude bei ihrem Bier, ohne dabei allerdings die sensorische Qualität ihres Produktes zu vergessen. Das Team Brew Street Boys – allesamt Auszubildende norddeutscher Brauereien im 3. Lehrjahr – wagten sich an den Einsatz von Eichenholz-Chips (10 Gramm pro Liter) und probierten eine Isotherme Maischung aus. Ihr Bier wies eine wunderschöne bernsteinerne Farbe auf und hinterließ laut Thomas Kunst deutliche „Vanillenoten“.

Eine „gute Symbiose“ gelang, in Thomas Kunsts Augen, auch dem Team Erwins Flaschen. Die Bielefelder kreierten ein Hybridbier aus Alt und Weizen, welches sie kurz „Altes Weizen – Das Weizen mit dem westfälischen Schlag“ tauften.

Auch wenn alle Biere schmeckten und Lust auf mehr machten, konnten am Ende nur drei Teams aufs Treppchen.

Den dritten Platz belegte das Internationale Team der East Western Brewing Company. Das Team, bestehend aus Studenten aus Russland, Indien, China und Deutschland, trat in diesem Jahr zum ersten Mal an und konnte mit seinem Bier sofort den dritten Platz belegen. Ihr dunkles Bier hatte wunderbare Nuancen von Schokolade. Keiner der Studenten hatte einen brautechnischen Hintergrund und so haben sie sich voll auf ihr biochemisches Wissen verlassen.

Den zweiten Platz belegte, wie schon im Vorjahr, das Team beer4wedding. Auch die Berliner Jungs bewegten sich mit ihrem Oyster-Stout, in dem neben frischen Austern auch Haferflocken, geröstete Kaffeebohnen und dunkle Schokolade verbraut worden waren, nicht im Rahmen des Reinheitsgebots. Der Kaffee wurde ihnen von der Kaffee-Rösterei Coffee-Star, im Herzen des Weddin auf der Müllerstraße gelegen, gesponsert.

Am Ende ließ die Wiener Universität für Bodenkultur alle anderen hinter sich. Das Team Freibier präsentierte einen „Wiener Sommer“ im Glas. Ein schlankes Bier mit Zitrusfruchtnoten, welches an ein „Radler“ erinnerte, ohne dafür Limonade zu brauchen, verhalf den Studenten zum ersten Platz. Laut Thomas Kunst erinnerte das Bier an „exotische Früchte“ und passte „gut in die Jahreszeit“. Das untergärige Bier, nach dem deutschen Reinheitsgebot und mit erhöhtem CO2 Gehalt gebraut, war der verdiente Sieger des Abends.

Außer Konkurrenz präsentierte die „Campusperle“ noch eine Vielzahl an fantastischen Bieren. Darunter das tolle H.UL.K (Hyper Ultra Krass) I.P.A., welches klare zitrale Hopfennoten im Abgang aufwies.

Unabhängig davon, ob man als Team einen Pokal mit nach Hause nahm, war es für jeden der zahlreichen Teilnehmer, Veranstalter und Gäste ein wunderbares Erlebnis, was nicht zuletzt an der fantastischen Organisation der „Campusperle“ – danke in diesem Zusammenhang noch einmal an Lars Fischer, Student der TU-Hamburg/Harburg, für seine Moderation – und der tatkräftigen Unterstützung von Bullerei, Landwerthof und der Ratsherrn-Brauerei, lag.

Die Jungs vom Bier-Index waren ebenfalls vor Ort und haben einen interessanten und ereignisreichen Artikel verfasst. Da geht`s lang: Back to the brewts

Text und Fotos von Sebastian Mergel / Beer4Wedding

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