Bier zum Wochenende: Flying Dog Raging Bitch Belgian IPA

Felix | 6. April 2012 | Kommentare (2)

Das Osterwochenende ist da und ganz gegen die Tradition stelle ich euch diesmal ein US Craft Beer als „Bier zum Wochenende“ vor. Es handelt sich dabei um kein geringeres, als eines von der bekanntesten und beliebtesten Brauerei in den USA. Die Rede ist vom „Raging Bitch“ Belgian India Pale Ale der Flying Dog Brewery. Ein IPA mit 8,3% Alkohol und eher moderaten und milden 60 Bittereinheiten. Auf dem amerikanischen Bierbewertungsportal RateBeer.com hat die „Raging Bitch“ sagenhafte 98 von 100 Punkten abgeräumt. Respekt!

IPA? India Pale Ale? War da nicht was? Ganz genau! Das IPA ist derzeit auch in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde und fast jede Woche kündigt eine Brauerei an, dass sie ein India Pale Ale auf den Markt bringen wird. Sicherlich kennen die meisten von euch diese Biersorte bereits doch ich möchte sie euch in wenigen Sätzen noch einmal kurz vorstellen.

Was ist eigentlich ein IPA?

Ein India Pale Ale, bzw. abgekürzt IPA, wurde im 19. Jahrhundert in Großbritannien für die indischen Kolonien eingebraut. Daher auch, wen wundert es, der Zusatz „India“. Früher hat eine Reise nach Indien dann doch mal etwas länger gedauert und deswegen musste das Bier besonders lang haltbar gemacht werden. Um dies zu erreichen war ein hoher Alkohol- und Hopfenanteil notwendig. In den Kolonien sollte das Bier dann mit Wasser verdünnt werden, um es trinkbarer zun machen, was aber nicht getan wurde und den Menschen große Freude bereitete, da der hohe Alkoholgehalt schon seine Wirkung entfachte. Der Bierstil schwappte vor allem aus England, Schottland und den USA nach Deutschland.

Charakteristisch für ein IPA ist eine zu Beginn angenehme und leicht süßlich frische Zitrusfrucht, welche sich dann im Verlauf zum Abgang hin durch den Hopfen in eine Bitternote verwandelt, die lange spürbar bleibt. Gerade dieser Gegensatz zwischen fruchtig und bitter macht für mich die Besonderheit eines IPA aus. IPAs werden grundsätzlich mit verschiedenen Aromahopfensorten eingebraut, da diese den besonderen Geschmack abgeben. Bitterhopfen ist dagegen, wie der Name schon sagt, eher nur bitter. In Deutschland hat sich meiner Meinung eine etwas weichere Variante des IPAs durchgesetzt. Diese ist nicht ganz so extrem in den Aromen und hat durchaus weniger Alkohol. Ganz im Gegenteil zu amerikanischen IPAs, die teilweise sehr stark in den Aromen sind und auch schon mal 8 – 12 Prozent Alkohol haben. Auch aus diesem Grund habe ich bereits den Begriff „German IPA“ bzw. „Deutsches IPA“ in den Raum geworfen. Mal sehen, wann der erste Brauer sein IPA in Deutschland so nennen wird.

Wer mal ein IPA zuhause verkosten darf, sollte am besten dazu ein etwas schärferes Gericht servieren. Egal ob Chilli con Carne oder auch in asiatisches Curry-Gericht. Diese Speisen passen hervorragend und gehen mit der leicht süßlichen Zitrusfrucht und der herben Bittere eine geile Symbiose ein. Unbedingt probieren!

Bierverkostung “Raging Bitch”

Nun aber zurück zum US- Craft Beer „Raging Bitch“ der Flying Dog Brewery. Hierbei handelt es sich um ein „beligan Style“ IPA, da es dem belgischen Hefestamm „Diablo“ eingebraut wurde. Dies sagt mir bereits, dass es einen hohen Alkoholgehalt hat (8,3 Prozent alc.!!) aber einen etwas geringeren Bitterwert (60 IBU). Ich weiß somit genau was mich erwarten wird und kann mich drauf einstellen. Dies ist der Vorteil der länderspezifischen Beschreibung eines India Pale Ales.

Das Raging Bitch hat ein typisches US-Style Etikett. Frech, laut und aggressiv. Gefällt mir gut, da ich mich damit auch ganz gut identifizieren kann. Die Flasche wird geöffnet und es fließt ein leuchtend orangenes Bier in mein Glas. Die Schaumkrone bildet sich kompakt, mittelporig und leicht beige auf dem Bier. Sieht alles einwandfrei aus, wobei der Schaum durchaus etwas cremiger sein könnte.

Bereits beim Einschenken verströmt ein intensiver blumiger, fruchtiger und kräutiger Duft in die Nase. Die Aromen sind sehr fein, intensiv und durchdringend. Das Bier schmeckt zunächst frisch nach Zitrusfrüchten, Karamell, leichte Bananennote durch die Hefe, leicht süßlich und schön malzig. Dann kommen feine Kräuter hervor und nochmal die schöne Hopfennote. Der Abgang ist äußerst geschmeidig, auf keinen Fall zu bitter sondern sehr ansprechend und äußerst lang. Wunderbare Hopfenaromen, tolles Malz und die Hefe gibt dem Bier wirklich das I-Tüpfelchen!!

Ein super India Pale Ale, das genau nach meinem Geschmack geht. Ich kann es nur empfehlen. Auch „Anfänger“ werden mit diesem IPA ihre Freude haben und können somit gleichzeitig ein echtes US Craft Beer probieren, auch wenn die Flying Dog Brewery schon zu den größeren Brauereien in den USA zählt.

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Kategorie: Bier Allgemein, Bier weltweit, Bier zum Wochenende, Biere, Biertest, IPA

Kommentare (2)

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  1. Fritz sagt:

    Geiles Bier!
    Frohe Ostern!!!

  2. LoneWolf sagt:

    Das Etikett wurde btw von einem Briten entworfen ;)

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