Der Aromahopfen: Antwort auf Mittelbayerische Zeitung “Bier ist nicht gleich Bier”

Felix | 22. März 2012 | Kommentare (31)

Viele von euch haben in den letzten Tagen in verschiedenen Medien gelesen, dass in Deutschland neue Aromahopfensorten entwickelt wurden, welche das Bier in die Richtung von Stachelbeere, Mandarine, Honigmelone oder Gletschereis schmecken lassen. Da dies sicherlich noch einige Zeit dauert, bis diese Hopfensorten marktreif sind und das erste Bier damit gebraut wird, habe ich vorerst verzichtet mich dazu zu äußern.

Nachdem ich aber nun folgenden Kommentar der Mittelbayerischen Zeitung zu diesem Thema gelesen habe, kann ich meine Finger leider nicht weiter still halten und muss an mich an meinen „Bierblogger-Ethos“ halten und eine Antwort zu folgendem Kommentar verfassen:

Demnächst kommen in Deutschland Kaltgetränke aus Wasser Hopfen und Malz, Hefe und Wasser in die Supermärkte, die nach Stachelbeere, Mandarine, Honigmelone oder Gletschereis schmecken. Dafür werden extra spezielle Aromahopfensorten angebaut. Die Entwickler nennen das Endprodukt Bier. Aber das ist kein Bier – das ist Frevel.

Klar, Biermixgetränke gibt es zuhauf, in Belgien und Frankreich haben sie sogar schon lange Tradition und auch in Deutschland erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Bei den neuen Kreationen handelt es sich aber – rein brautechnisch – nicht um Mixgetränke, sondern um nach dem Reinheitsgebot gebrautes Bier. Wo ist er hin, der Brauerethos? Vor allem in Bayern, wo die Brauer voller Stolz mit dem Reinheitsgebot von 1516 werben – in Zeiten stetig sinkendem Pro-Kopf-Bierverbrauchs wohl vergessen.

Neue Kunden müssen her – geködert wird mit allen Mitteln. Dass die Hopfen-Abarten aber auch noch in Bayern entwickelt wurden, schlägt dem Fass den Boden aus. Verantwortlich ist die Gesellschaft für Hopfenforschung mit Sitz in Wolnzach. Deren Chef Bernhard Engelhard spricht von begeisterten Brauern und davon, den Hopfen wieder als Premiumprodukt zu vermarkten. Natürlich sei das neue Bier teurer, schließlich brauche es bei den neuen Sorten die fünffache Menge Hopfen. Und damit entlarvt sich die Branche selbst. Es geht letztlich nicht um Innovationen, sondern nur ums liebe Geld.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung

Ziemlich böse Worte, welche ich da gelesen habe und ich denke dem ein oder anderen von euch wird es auch so gehen. Ich stell mir die Frage „Was soll das? Was will die MZ damit bewirken?“ Da wird gleich mit dem Brauerethos herumhantiert und dieses Bier als „Frevel“ beschimpft. Aber gut, wollen wir uns mal etwas genauer mit dem Kommentar auseinandersetzen.

Zunächst ist der deutsche Biermarkt heutzutage insgesamt sehr langweilig in seiner Art und Weise. Es wird zwar immer argumentiert, dass Deutschland unglaublich viele Biersorten hat, doch schmecken rund 80% der Biere gleich fad und öde. Das hat nix mit dem Können der Brauer zu tun, sondern liegt an der Verwendung von einheitlichen Rohstoffen und in der maschinellen Brauart. In den meisten Großbrauereien reicht es, wenn der „Brauer“ auf einen Knopf drückt.

Mittlerweile haben sich ein paar innovative und mutige Brauer hervorgetan und beginnen mit ihren Sorten den Biermarkt aufzumischen. Diese „neuen“ Biere haben meist alle eins gemeinsam. Sie schmecken anders wie die herkömmlichen Sorten, frischer, fruchtiger, spritziger, malziger, dunkler, intensiver. Das Geheimnis liegt meist in den verwendeten Aromahopfensorten, die fast ausschließlich aus den USA importiert werden.

Für mich liegt eine große Gefahr in der Verwendung des Wortes “Aroma”. Dieser ist hier für viele vielleicht etwas missverständlich. Der normale Bierkonsument assoziiert eine künstliche Zugabe von Aromen, da das Wort „Aroma“ doch meist sehr inflationär gebraucht wird, wenn es um Missstände in der Nahrungsmittelindustrie geht. Allerdings sind „Aromahopfensorten“ ganz normale Pflanzen, welche eben einen gewissen “Eigenschmack” haben, der dem Bier eine gewisse Aromanote gibt. Also Aroma ist gleich Geschmack.

Grundsätzlich gibt es zwei Einteilungen von Hopfenarten. Das ist zum einen der Bitterhopfen und zum anderen der Aromahopfen. Der Bitterhopfen ist meist günstiger, da er einen höheren Ertrag hat und die Dolden einen höheren Alpha-Gehalt. Allerdings hat er einen geringen Anteil an edlem Bitteraroma und wird daher oft in Kombination mit Aromahopfen verwendet. Es gibt also schon massig viele Biere mit Aromahopfen.

Eine Aromahopfensorte ist somit eine normale Pflanze und das Bier wird regelkonform nach dem Reinheitsgebot gebraut. Da braucht nicht behauptet werden, dass es sich um „Frevel“ handelt. Wer dies behauptet verschließt seine Augen, Nase und Mund und ist in seiner Entwicklung vor einigen Jahren stehengeblieben. Der Biermarkt wandelt sich, der Geschmack der Konsumenten verändert sich, die Menschen sind neugierig und offen für neue Bierkreationen. Sie wollen ausprobieren, da sie es leid sind ständig dasselbe zu trinken. Sie wollen Alternativen! Gerade die jüngere Generation lechzt nach “modernem” Bier, welches weiterhin Bier ist aber eben an die heutige Zeit angepasst wird. Deswegen dürfen natürlich die Brauereien auch weiterhin ihre Traditionsschiene fahren, es verbietet ihnen ja keiner.

Es gibt unzählige Sorten von Hopfen, Malz und Hefestämmen. Der Großteil der deutschen Brauer nutzt von diesen 1000 verschiedenen Kreuzungsmöglichkeiten gerade mal drei oder vier Varianten und so schmeckt fast jedes Bier gleich. Der größte Unterschied ist dann meist noch das Brauwasser. Das ist einfach pure Langeweile und eine ätzende Vorstellung von Biervielfalt.

Crew Pale Ale, Hopfenstopfer Citra Ale und Propeller Aufwind - Drei Biere aus Deutschland welche mit viel Aromahopfen gebraut wurden

Es wird Zeit, dass weitere innovative Ideen auf den Markt kommen und den Brauern Möglichkeiten erteilt werden mit neuen Rohstoffen zu experimentieren und neue Geschmacksrichtungen auf den Weg zu bringen. Natürlich sollen qualitativ hochwertige und natürliche Rohstoffe verarbeitet werden. Ich bin absolut dagegen, dass irgendwas aromatisiert wird mit Zusatzstoffen, habe aber rein gar nichts dagegen, wenn zum Beispiel Orangenschalen, Kräuter, Zimt, Koriander, Tannenwipfel oder Früchte wie Kirsche oder Waldbeeren mit den Grundzutaten eines Biere vermischt werden. Das ist Abwechslung, das ist Kreativität und das ist das erobern neuer Geschmackssphären und genau das haben uns andere Länder voraus und wenn wir in Deutschland nicht bald eine andere Richtung einschlagen, dann wird sich das Image des deutschen Bieres in der Welt weiter verschlechtern.

Nochmal zurück auf den Kommentar der Mittelbayerischen Zeitung. Er stellt die Biermixgetränke aus Deutschland mit denen aus Belgien und Frankreich gleich. Das ist völliger Blödsinn! In Deutschland werden meist künstliche Aromen und Zusatzstoffe in das Getränk gepumpt und als Lifestyle-Produkt verkauft. In Belgien handelt es sich um wahre Köstlichkeiten mit echten Zutaten in Form von vergorenen Kirschen oder anderen Früchten. Das ist (meist) wahre Handwerkskunst. Das ist eine Frechheit gegenüber den belgischen und französischen Brauereien, welche ebenfalls eine lange Tradition haben. Natürlich ist das in dem Sinne kein „Bier“ nach dem Reinheitsgebot, aber ist das Reinheitsgebot der Maßstab für „echtes Bier“? Ist ein Bier, welches zusätzlich mit Gewürzen angereichert wird, kein Bier, nur weil es Gewürze beinhaltet?

Mir kommt es vor, als wäre der Autor ein wenig in der Zeit stehen geblieben. Ok, vielleicht ticken die Uhren in Mittelbayern ja etwas anders als bei mir, aber das weiß ich nicht genau. In Oberfranken gehen sie jedenfalls auch nicht gerade so schnell. Aber so langsam sollte eine Offenheit gegenüber neuen Dingen vorhanden sein, wir leben schließlich im 21. Jahrhundert und nicht mehr im Jahre 1516. Und mal ganz ehrlich, wer denkt denn wirklich, dass das Bier dann so schmeckt wie ein Gletscherbonbon? Der Geschmack tendiert lediglich in die Richtung von Mandarine, Honigmelone oder Gletschereisbonbon, was heutzutage übrigens keine Seltenheit mehr ist. Wer sich ein wenig aus seinem “Schutzwall” herauswagt und sich die Texte auf Bierbewertungsportalen wie Bier-Index.de durchliest findet oft Worte wie Aprikose, Mango, Zitrone, Kaffee, Schokolade, Karamell, Banane und ich meine sogar auch schon das Wort Gletschereisbonbon gelesen zu haben.

Achja, das leidige Thema Geld wird natürlich auch noch angesprochen. Natürlich geht es ums Geld, genauso wie bei der Mittelbayerischen Zeitung, welche mit ihrem reißerischen Kommentar probiert die traditionellen Klischees und Vorurteile, welche in vielen Köpfen festsitzen, zu aktivieren und so die Auflage der Zeitung zu steigern. Gibt ja nicht genug worüber man sich heutzutage aufregen könnte. Und ganz ehrlich, lieber Biere mit Fruchtgeschmack, die nach dem Reinheitsgebot gebraut sind, als „Biermixgetränke“, welche mit unendlich vielen Zusatzstoffen zugeballert werden.

In diesem Sinne Prost auf die Biervielfalt,
Felix vom Endt

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Kategorie: Bier Allgemein, Bier Artikel, Biere

Kommentare (31)

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  1. Barry M sagt:

    *facepalm*

    To me, it just shows the worst side of conservative stereotypes that I thought were disappearing in Germany.

    And Germany is certainly the worst offender when it comes to biermix drinks. Using natural ingredients of all sorts to create exciting drinking experience should be embraced. Sure, it might not be to everyone’s taste, but isn’t that the point? For too long these kinds of idiots assume everyone should have the same taste :/

  2. Gerrit (@geo21481) sagt:

    Das hier hab’ ich gerade als Leser-Email an die Zeitung geschickt:
    ——————————————————-

    Seufz.

    Haben Sie denn eine von den neuen Hopfensorten mal im Bier probiert? Oder wenigstens eins mit den etwas etablierteren amerikanischen Sorten wie Cascade, Citra, Chinook oder Amarillo? Nein? Dann sollten Sie sich vielleicht an Dieter Nuhrs bekanntesten Leitsatz halten. Sie wissen schon: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.

    Ich versuch’s mal mit Geduld: Niemand wird sie zwingen, ein Bier mit diesen Hopfen zu konsumieren. Trinken Sie ruhig weiterhin Ihre bayerischen Hellen, die sind ja auch nicht schlecht und werden weiterhin erlaubt bleiben. Aber bitte urteilen Sie nicht über Leute, die sich an Neues heranwagen wollen, und das gilt für Hopfenbauern, Bierbrauer und Biertrinker gleichermaßen. Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber der Brauindustrie in Deutschland geht’s nicht so besonders gut. Ein probates Mittel in Krisenzeiten ist eben Innovation; ein anderes ist Spezialisierung. (Und mit seinem Gewerbe Geld verdienen zu wollen, ist meines Wissens nicht ehrenrührig.)

    Sie haben’s doch nicht weit nach Kelheim; besuchen Sie mal das großartige Weiße Bräuhaus G. Schneider und Sohn (Emil-Ott-Str. 1–5), und lassen Sie sich das mit den Hopfen dort noch mal von kompetenter Seite erklären. Oder probieren Sie einfach deren Hopfenweiße. Die muß Ihnen gar nicht schmecken (dann bleibt nämlich mehr davon für z.B. mich übrig), aber ich hoffe, Sie werden erkennen, daß es sich dabei um ein ganz besonderes, ja, einzigartiges Bier handelt, das vor allem von seinem (reichlich eingesetzten!) ungewöhnlichen Hopfen lebt. Und wenn Sie viel Glück haben, läßt man Sie dort vielleicht auch noch einen Schluck Tap X probieren, einen einmaligen Sondersud, gebraut mit einem neuseeländischen Hopfen, der im Abgang Weißweinnoten hervorruft.

    Auf die anderen strittigen Punkte, die traditionellen angeglichen Biermixgetränke aus Belgien (ich nehme an, Sie meinen Kriek und Framboise — traditionell, ja; Biermixgetränk, nein) oder den Popanz Reinheitsgebot, gehe ich lieber nicht ein, sonst laufe ich Gefahr, mich aufzuregen.

    Grüße aus dem einstigen Brauhaus der Hanse, das heute als mahnendes Beispiel dienen darf, was droht, wenn man sich nicht beizeiten um Neues bemüht.

  3. Andreas sagt:

    Ich steh hinter deiner Meinung

    Andreas
    Braumeister

  4. P A Bieringer sagt:

    Über die Kommentare zu der Nachricht, nicht nur in der Mittelbayrischen, sondern auch in der Münchner Abendzeitung und der Passauer neuen Presse hab ich mich auch geärgert. Aber mittlerweile bin ich eher entsetzt wie groß das Unwissen ums Bier ist, und das sogar im Bierland Bayern. Ich glaube die meisten der Kommentatoren wisssen gar nicht wofür der Hopfen im Bier gut ist und wenn dann noch jemand Aroma-hopfen erwähnt, dasnn ruft der Durchschnittsleser “Schweinerei!” und “Reinheitsgebot!” und gut ist. Was man daraus lernt?
    Aufklärung tut not.

  5. Ein hervorragender Artikel, sehr pointiert. Schließe mich vollinhaltlich an.

    “Aufklärung tut not” – ganz genau so ist es!

  6. Die MZ paart Ahnungslosigkeit mit Ignoranz – eine wirklich böse Kombination…. wenn sich die deutschen Brauereien weiterhin mit dem Reinheitsgebot so einengen und nicht den Sprung nach vorne wagen, fahren sie in naher Zukunft voll gegen die Wand, weil sie den aktuellen Craft Bier-Trend verpassen und als langweilige Einheits-Plörre-Produzenten abgestempelt werden (was ja mehr als 80% in der Tat sind). Prost aus Österreich ;)

  7. Bierfan sagt:

    Who the f…. is Benjamin Neumaier ????

    Ha ha ha ha ha…… So was Stupides in Sachen Bier und v.a. Hopfen ist noch nie Veröffentlicht worden.

    Wir sollten den Verantwortlichen vom Hopfenmuseum in Wolnzach vorschlagen, dieses Bild mit Inquisitorenblick zu drucken und im Bereich der Hopfenkrankheiten aufzuhängen.

  8. Benjamin Neumaier sagt:

    Meine Herren,

    ich denke die persönlichen Beschimpfungen können sie stecken lassen. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung. Meine Meinung mag Ihnen nicht gefallen, ab ich stehe dazu. Dass ich Journalist und kein Brauer bin und deshlab auch nicht mit absoluten Details vertraut bin, ist wohl auch klar.

    Ich habe in meinem Bekanntenkreis zwei brauer, die beide nichts von der neuen Entwicklung halten – das Thema ist denke ich auch bei den Brauern nicht eindeutig zu belegen.

    Zum Artikel. Si stellen ihre Sicht der Dinge gut dar und die respektiere ich. Jedem sein Geschmack – meiner ist es nicht. Außerdem habe ich nie behautet, dass das Bier nach Gletschereisbonbon schmeckt oder die neuen Sorten mit Biermicgetränken verglichen.
    Außerdem ist es nicht einfach auf knapp drißig zeilen seine Meinung kundzutun und dazu noch Informationen reinzupacken.
    Mit dem frevel bin ich vielleicht etwas zu weit gegangen. dennoch werden Sie, wenn sie sich mal mit der journalistischen Form des Kommentars beschäftigen merken, dass Übertreibungen ein Stilmittel sind.

    Bitte wenden Sie sich so wie Herr Glabbart doch zukünftig direkt an mich, Sie können mich auch gerne anrufen und wir machen einen Artikel aus Ihrer Sicht über das Thema.

    MfG
    Benjamin Neumaier

  9. Felix sagt:

    Hallo Herr Neumaier,

    Vielen Dank für ihren Kommentar. Freut mich, dass mein Artikel auch bei ihnen angekommen ist. Klar, jeder hat sein Recht auf seine Meinung und das ist ja auch ok so. Passt doch. Wir wollen ja alles das selbe, nämlich gutes Bier, egal wie.

    Schade, dass sie da so einen engen Rahmen von ihrem Arbeitgeber vorgegeben bekommen. Wenn dann so wenig Möglichkeit ist und sie als Journalist auch nicht “richtig gut” recherchieren können, dann sollten sie ihre Meinung einfach für sich behalten! ;-) Ganz einfach.. Aber trotzdem vielen Dank für ihre Meinung, er war eine Steilvorlage für diesen Artikel hier gewesen, ansonsten hätte ich mich gar nicht geäußert. Es hat mir aber gezeigt, wie viele Menschen wirklich keine Ahnung haben und wie wichtig es ist, dass Aufklärung betrieben wird.

    Wie es richtig geht, zeigt übrigens der Donaukurier: http://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Wolnzach-Beerenbier-nach-dem-Reinheitsgebot;art155371,2578735

    Ansonsten würde ich mich natürlich freuen, wenn sie auch einen positiven Artikel bringen bzw. eine spannende Geschichte rund um das Thema Bier! Wäre schön.. Ob aus meiner Sicht oder nicht ist eigentlich egal.

    Ansonsten freut es mich, dass der Artikel auf so große Resonanz gestoßen ist.

    Viele Grüße,
    Felix vom Endt

  10. Christian sagt:

    Nach längerem Lesen dieses Blogs möchte ich nun erstmals selbst einen Kommentar hinterlassen. Wobei dieser zunächst darin besteht, das meiste bereits geschriebene (außer den Ausführungen von Herrn Neumaier) zu unterstützen.

    Zu Herrn Neumaier: Verzeihung, aber dass sie Journalist und kein Brauer sind ist wirklich keine Ausrede. Wer offensichtlich nicht einmal weiß, was Aromahopfen ist darf so einen Kommentar einfach nicht schreiben und vor allem nicht von Frevel sprechen (auch wenn das “nur” ein Stilmittel ist). Zum recherchieren hätte wohl einfaches googeln des Begriffs gelangt.

    Auch Ihre Argumentation, sie würden zwei Brauer kennen die von dieser Entwicklung nichts halten (was diese ja auch nicht müssen) ist nicht gerade stichhaltig. Klar, diese Bewegung ist hierzulande noch in der Nische. Dies zeigt aber vor allem den deutschen Konservatismus in Sachen Bier, nicht dass neue Hopfensorten und neues Bier generell fragwürdig wären. Als Gegenbeispiel wurde ja schon die traditionsreiche Brauerei Schneider Weisse genannt. Mir würde spontan auch noch die fränkische Wernecker Bierbrauerei einfallen, die ein Spezialbier namens “Hopfenfluch” vertreibt.

    Niemand möchte Ihnen ihre Meinung verbieten. Nur bitte, bevor sie diese öffentlich kundtun sollten sie sich gründlich zum Thema informieren. Das Wissen zum Thema Bier das nötig ist, um solche Meldungen wie die aktuelle einzuordnen, hat ja (leider) nicht jeder. Ihr Kommentar prägt also die Meinung anderer Leute. Da sollte es doch für einen Journalisten Ehrensache sein, dass seine Äußerungen fundiert sind. In diesem speziellen Fall wäre es zudem schade, wenn ein solcher Kommentar Menschen davon abhält neue, innovative Biersorten zu probieren.

  11. David sagt:

    Ein sehr schöner Artikel. Was der deutsche Bauer, pardon, nicht kennt, frißt bzw. säuft er nicht nur nicht, sondern er krakeelt auch noch laut rum, in der Hoffnung, die bösen unbekannten Geister lassen sich davon beeindrucken und fliehen gleich wieder.

    Ich weiß, die Kritik klingt zu allgemein und ist es vielleicht auch, aber wo sonst wenn nicht beim Thema Bier wird dieses – wie ich einfach finde: typisch deutsche – unsägliche Abschottungs- und Ausgrenzungsgehabe gegenüber allem neuen und fremden (ja, man könnte “Bier” auch durch “Internet” ersetzen!) so dermaßen deutlich?

    Gut, zugegeben: Ich persönlich weiß auch nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Man entblödet sich also echt nicht, extra Hopfensorten zu züchten, um nur ja dieses skurrile “Reinheitsgebot”, das sowieso schon längst vor Ausnahmeregelungen strotzt, aufrechtzuerhalten anstatt einfach endlich die überfällige Ausmistung dieses Wirtschaftshindernisses in Angriff zu nehmen. Andererseits bin ich persönlich Hopfenfan und freue mich sehr auf diese neuen Züchtungen.

    Was auf jeden Fall erschreckend ist, ist die Hartnäckigkeit, mit der sich der Mythos des reinen deutschen Herrenbiers bis heute in den einfacheren Köpfen hält. Und das selbst unter Brauern, die eigentlich über jede kreative Lücke froh sein sollten.

  12. Jan sagt:

    Ach Herr Neumaier, sie sind “Journalist und kein Brauer” und sind “deshlab auch nicht mit absoluten Details vertraut”.
    Nun ja, von einem guten Journalisten darf man wohl aber erwarten, daß er erst zu einer Thematik recherchiert bervor er dazu etwas schreibt.
    Ansonsten empfehle ich ihnen zu den im obigen Artikel aufgeführten Bieren auch die Schneider Hopfenweiße, die mit dem tollen deutschen Aromahopfen Saphir (vorsicht, Zitrusaromen) gehopft wurde.

  13. Jan Czerny Biersommelier sagt:

    Vielen Dank für deinen tollen Artikel, Felix! Du hast mir aus meiner (Brauer)seele gesprochen.

    Mein letztes Citra IPA hat einen aussergewöhnlichen Litschi-Mango-Geschmack. Auch ungeübte BierverkosterInnen sind überwältigt von diesem Aroma! Es ist gebraut nach dem Reinheitsgebot und darf somit in Deutschland “Bier” genannt werden. Mehr und mehr Hobbybrauer und nun auch einige professionelle Brauer experimentieren mit (in Deutschland) “neuen” Hopfensorten wie Citra, Amarillo, Chinook etc. und lernen die neuen Aromen lieben.

    Weiter so! Lasst die altmodischen Brauer ihr Bier brauen wie sie wollen aber lernt auch die neuen innovativen Biere kennen. Es ist eine Bereicherung für jeden Bierliebhaber!

  14. Frank sagt:

    Ich kann das nur unterschreiben, was schon viele hier kommentiert haben. Ein Journalist, der keine Ahnung von einem Thema hat, sollte sich entweder gut informieren oder schweigen. Aus Unwissenheit irgendwelche Floskeln zu streuen, das ist nicht nur schlechter Journalismus, das ist unverschämt.
    Danke Felix für den Link zum Donaukurier. Das zeigt, dass es noch Schreiberlinge gibt, die ihren Auftrag ernst nehmen. Man vergesse bei Lesen der beiden Artikel nicht, dass es sich um das gleiche Thema handelt.

  15. P A Bieringer sagt:

    Im Newsletter von Schill Malz wird das Thema auch angeschnitten, und auch hier kommt die Mittelbayrische gar nicht gut weg:
    http://www.schillmalz.com/deutschland-bier-mit-mandarinen-oder-gletschereisaroma-nach-dem-reinheitsgebot/

  16. ErlangerNick sagt:

    Tut mir Leid, bin ein bisschen spät daran. Stellt euch vor: ein amerikanischer Hobbybrauer, der seit Jahren in Bierfranken lebt, erzählt Kollegen und Bekannten, dass er sein eigenes Bier brauen und dafür Hopfen aus Oregon und Down Under importieren lassen muss, weil er kaum mehr deutsches Bier runterkriegen kann. Okay, das ist natürlich übertrieben. Ich kann Roppelt, Griess, Witzgall, u.a. sehr leicht runterkriegen, aber die meisten Biere hierherum sind…naja.

    Nicht nur die Mittelbayerische Zeitung trägt Scheuklappen in Sachen Hopfen und nicht-bayerisches Bier, sondern auch der BR. Was haltet ihr von Bierkenner Udo Hessler in der vor ein paar Wochen gesendeten Folge von Unkraut?
    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unkraut/unkraut-handwerk-und-tradition-bier104.html

    Die Frage, ob ausländische Hopfensorten notwendig sind, um “Edelbiere” zu entwerfen, wird doof gestellt: sind neue Hopfensorten aus NZ “besser” oder “so gut wie” heimische Sorten? Lieber als anzusprechen, ob solche neue Gescshmacksrichtungen interessant sind, muss es defensiv gespielt: die heimischen Hopfenbauern zu unterstutzen, und und und.

    Anschliessend sagt Brauer Martin, er müsse die Hopfenbauern in NZ nicht unterstutzen, was nicht auf der Webseite steht.

    Danke für die interessanten Kommentare und den Artikel.

  17. Christian sagt:

    Hab mir den Artikel von der Unkraut-Sendung gerade durchgelesen. Finde ihn irgendwie merkwürdig. Schon allein der Experte. Wer ist dieser Udo Hessler? Sollte man den kennen?

    Dann sagt der auch noch Sätze wie diesen: “Beim Rauchbier der Brauerei Spezial weiß ich, was ich hab.”
    Tolle Aussage.Es wurde hier ja schon mal gesagt: Was der Bauer nicht kennt, säuft er nicht. Von unbekanntem Bier könnte man ja sterben. ;)

    Oder dieser hier: “Neuseeländischen Hopfen hier in Bayern oder der Region Franken zu verwenden, halte ich ökologisch für völlig unsinnig, denn wir haben hier in der Region genügend Produzenten, die genauso gut oder vielleicht sogar besser sind”.

    Als ob es darum geht, ob neuseeländischer Hopfen besser ist, er ist einfach anders.

    Merkwürdig finde ich auch, dass neuer Hopfen und neues Bier mit Luxus gleichgesetzt wird. Als ob das zwangsläufig so wäre. Zudem wird es hierzulande wohl beim Bier nicht akzeptiert, dass es auch einen Hochpreissektor gibt. Beim Wein ist das selbstverständlich, obwohl es auch billigsten Schrottwein gibt. Aber sein Bier will der Deutsche halt billig.

    “Die Vielfalt der bayerischen Braukunst ist enorm. Sie zu erhalten und zu pflegen – das ist der wahre Luxus.”

    An diesem Schlusssatz ist was dran. Es sollten nur endlich mehr Leute erkennen, dass neuer Hopfen und neues Bier keine Gefahr für diese Vielfalt darstellt sondern diese bereichern kann.

  18. Carsten sagt:

    Sehr geehrter Herr Neumaier,

    wenn ich Ihr Geschreibsel so lese, dann frage ich mich
    in ehrlich gesagt wie Sie zu Ihrem Job gekommen sind!
    Der hirnverbrannte, altbackene Inhalt Ihres Artikels
    ist hinreichend gewürdigt worden. Aber was mir ganz böse aufs Gemüt schlägt ist, dass sich ein Schreiberling wie Sie Journalist nennen darf!

    Sie stehen da in einem meinungsstiftenden Beruf verdammt noch mal. Ist es denn da zuviel verlangt, die einfachsten Regeln der deutschen Sprache zu kennen? Ich darf mal zitieren:

    “Meine Herren,

    ich denke die persönlichen Beschimpfungen können sie stecken lassen. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung. Meine Meinung mag Ihnen nicht gefallen, ab ich stehe dazu. Dass ich Journalist und kein Brauer bin und deshlab auch nicht mit absoluten Details vertraut bin, ist wohl auch klar.

    Ich habe in meinem Bekanntenkreis zwei brauer, die beide nichts von der neuen Entwicklung halten – das Thema ist denke ich auch bei den Brauern nicht eindeutig zu belegen.

    Zum Artikel. Si stellen ihre Sicht der Dinge gut dar und die respektiere ich. Jedem sein Geschmack – meiner ist es nicht. Außerdem habe ich nie behautet, dass das Bier nach Gletschereisbonbon schmeckt oder die neuen Sorten mit Biermicgetränken verglichen.
    Außerdem ist es nicht einfach auf knapp drißig zeilen seine Meinung kundzutun und dazu noch Informationen reinzupacken.
    Mit dem frevel bin ich vielleicht etwas zu weit gegangen. dennoch werden Sie, wenn sie sich mal mit der journalistischen Form des Kommentars beschäftigen merken, dass Übertreibungen ein Stilmittel sind.

    Bitte wenden Sie sich so wie Herr Glabbart doch zukünftig direkt an mich, Sie können mich auch gerne anrufen und wir machen einen Artikel aus Ihrer Sicht über das Thema.

    MfG
    Benjamin Neumaier”

    So und nun kommentiere ich das ganze mal:

    ” Meine Meinung mag Ihnen nicht gefallen, ab ich stehe dazu” – in dem Satz fehlen zwei Buchstaben.

    “und deshlab auch nicht – Buchstabendreher!

    “Ich habe in meinem Bekanntenkreis zwei brauer, die beide nichts von der neuen Entwicklung halten – das Thema ist denke ich auch bei den Brauern nicht eindeutig zu belegen.” – Brauer schreibt man vorne groß!

    “Si stellen ihre Sicht der Dinge gut dar und die respektiere ich.” – Sie schreibt sich mit ‘ie’

    “Jedem sein Geschmack –” auch mit den Fällen der deutschen Sprache scheinen Sie Probleme zu haben!
    Richtig wäre: Jedem seinen Geschmack!

    “Außerdem habe ich nie behautet, dass” – na, fehlt da nicht wieder etwas?

    “…mit Biermicgetränken verglichen” – von solchen Getränken hörte ich noch nie!

    “… auf knapp drißig zeilen seine Meinung kundzutun…” – sieben Wörter, zwei Fehler!

    “Mit dem frevel bin ich…” nicht nur zu weit gegangen, sondern offensichtlich auch nicht vertraut! Der Herr schreibt sich nämlich vorne groß!

    ” dennoch werden Sie,..” – mich darauf hinweisen, dass man Satzanfänge mit Großbuchstaben versieht!

    “… wenn sie sich mal mit der journalistischen Form des Kommentars beschäftigen” – ich bin dabei! Und ‘sie’ ist hier eine Anrede und daher groß zu schreiben!

    Anzumerken wäre hier, dass ich Satzzeichen völlig ignoriert habe!

    Herr Neumaier,

    wenn sich jemand wie Sie dazu berufen fühlt
    über Dinge zu schreiben, von denen er offenkunding nicht die Spur versteht, dann möge er sich, vor allem
    in Ihrem Beruf, vernünftig vorbereiten und seine
    Position keinesfalls rein auf die Meinung irgendwelcher “bekannter Brauer” gründen. Sie exponieren sich der Öffentlichkeit in besonderem
    Maße und sind, ob der großen Leserzahl, moralisch zu vernünftiger Recherche verpflichtet!

    Ihre komplette Rechtfertigung (und nichts anderes ist das) zeigt nur, wie wenig Sie von dem verstehen, worüber Sie schreiben. Inhaltlich völlig uninformiert und, was viel schwerer wiegt, der deutschen Sprache im allgemeinen nicht mächtig!
    Genau das ist mein persönliches Urteil über Sie.
    All das mag man einem gewöhlichen Menschen nachsehen. Aber Sie schimpfen sich Journalist und da muss eine
    gewisse Grundkenntnis der Sprache, in der man Artikel zu verfassen gedenkt, Vorraussetzung sein!

    In diesem Sinne: Sechs, setzen!

  19. BrauerTrinkerSoldierSpy sagt:

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    Mr Benjamin Neumaier, please make at least simple research before writing next article. Stop citing only one part of the discuss (bayern Reinheitsgebot lobby)! Don’t say that you’re not a brewer, but ‘only journalist’ – obviously, you’re not a good one.

  20. [...] Der Aromahopfen: Antwort auf Mittelbayerische Zeitung “Bier ist nicht gleich Bier” bei lieblingsbier.de [...]

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