American und Imperial IPA von FRITZALE

Felix | 19. März 2012 | Kommentare (1)

Vor einigen Tagen habe ich ein sehr ausführliches und interessantes Gespräch mit Fritz Wülfing von FRITZALE geführt und nun möchte ich euch zwei seiner Bier-Kreationen nicht vorenthalten. Der Weg, den Fritz mit seinen Bieren geht, ist auf jeden Fall beachtenswert. Mit „Liebe und Leidenschaft“ entwickelt Fritz gute und hochwerttige Biere und kreiert immer wieder neue und einzigartige Geschmacksnuancen mit kompromisslosen und krachernden Bieren.

Der Schwerpunkt ist dabei derzeit ganz klar auf die Biersorte India Pale Ale, also stark gehopfte Biere mit dem gewissen Etwas, wobei es bereits auch ein Imperial Stout gibt und weitere Sorten in Planung sind. Unsere Geschmacksnerven können sich also freuen und allein der Gedanke lässt mich schon jubeln!

Vor mir stehen die beiden Neuauflagen Imperial und American IPA in der schönen großen 0,75er Flasche. Vom Äußeren besteht kaum ein Unterschied bis auf die Bierbeschreibung auf dem Etikett. Das Label sieht zwar auf der einen Seite etwas überladen und unübersichtlich aus, aber auf der anderen Seite auch irgendwie ganz lässig. Klar, es ist nichts besonders, aber grundsätzlich geht es ja auch um den Inhalt und der ist ausführlich auf dem Etikett beschrieben mit Angaben über den verwendeten Hopfen, Malz und die Hefe. Ein wirklich hohes Level an Transparenz, das Fritz hier an den Tag legt. Dann werde ich mal probieren euch diese beiden Biere etwas näher zu bringen. Vorweg, sie gehören derzeit definitiv zu meinen Top-5 Lieblingsbieren.

American IPA

Beginnen wir zunächst mit dem etwas milderen American IPA, welches „nur“ 5,6% Alkohol, 16,2% Stammwürze und 46 IBU. Allein die Zahlen sagen schon ganz klar, dass es sich hier um eine milde Variante des American IPA handelt. Meiner Meinung nach sind American IPAs ja doch ein wenig stärker. Aber ich möchte jetzt keine weitere Sorten-Diskussion anfangen, das wird ja an anderen Stellen derzeit genug getan und ich habe ja meinen Teil schon dazu beigetragen.

Ok, zurück zum Bier. Das American IPA hat eine leicht trübe, dunkelorangene Farbe. Der Schaum ist sehr stabil, feinporig und extrem cremig. Er klebt richtig am Glasrand und will gar nicht mehr weg. Der Geruch ist schön fruchtig, nach Grapefruit, Mango, Zitrone und ein wenig süßlich nach Orange. Dazu ein wenig Kräuter und Malz, alles aber dezent und sehr angenehm. Augen zu und ab an die Südsee. Lecker!

Der Antrunk ist säuerlich-frisch. Die tropischen Früchte aus der Nase wandern in den Mund. Toll spritzig und erfrischend am Gaumen. Die Süße begleitet die Säure sehr schön. Schöne Abstimmung der verschiedenen Komponenten. Langsam wird es trockener, die Süße und die Säure verschwinden und eine feine Bitternote kommt hervor. Diese ist allerdings sehr angenehm und erschlägt einen nicht. Klar ist hier ne Menge Hopfen drin, aber die Komposition ist durchaus sehr fein und nicht so krass. Wirklich eine frische Nummer, die perfekt zu heißen Sommertagen passt.

Imperial IPA

Das Imperial hat 7,8% Alkohol, eine Stammwürze von 22% und 108 IBU. Es ist somit der große Bruder des American IPA und in allen Belangen ein paar Umdrehungen stärker und für die “Hopfennerds” auf jeden Fall ein “must-to-drink”.

Das Bier hat eine dunkelorangene Farbe, welche in die Bernstein Richtung geht. Es bildet sich eine schöne und stabile Schaumkrone, welche immer einen knappen Fingerbreit auf dem Bier stehen bleibt. Das Äußere ist makellos und sehr schmackhaft anzusehen. Hier nehmen sich beide Biere nicht viel und es gibt die höchsten Noten.

Die Nase ist voll von zitronigen Aromen, leichten Pfirsichnoten, Maracuja, Kräuter und einem leichten Karamell. Auf jeden Fall sehr intensive und krachernde Düfte die da empor steigen, welche aber durchaus sehr stimmig sind und die Lust auf den ersten Schluck ins unermessliche Treiben.

Für mich derzeit wirklich mit das Beste was der Markt zu bieten hat und das sag ich bereits schon beim Duft.

Weiter geht`s mit dem ersten Schluck. Jawohl, genau so muss ein schön gehopftes IPA schmecken. Fritz trifft genau die Mitte zwischen ordentlicher Zitrusfrucht, Süße, Malzkomponenten und Bitterkeit im Abgang. Alles ist auf jeden Fall stark ausgeprägt aber auf keinen Fall übertrieben.

Der Antrunk ist voll von Zitrusfrüchten, die sich bereits in der Nase festgesetzt haben. Ebenfalls ein schöner Karamell, Malzaroma und ein super Mundgefühl, dass sehr samtig und fast ölig ist. Die Rezenz ist feinprickelnd und schön Mund füllend. Ebenfalls ist eine Säure wahrnehmbar, die aber nicht sauer ist, sondern eher ein wenig fruchtig, so wie Zitronenabrieb. Dann kommt so langsam aber sicher die Bitterkeit, welche die süßen und fruchtigen Aromen verdrängt und sich im Mund festsetzt. Bam! Perfekt abgestimmt und schön im Kontrast. Der Abgang etwas alkoholisch, schön bitter, lang anhaltend und die Süße wummert immer ein bisschen mit.

Tja, was soll ich sagen?
Leider sind das zwei sehr geile Biere, die jetzt leer sind und mir bleibt eigentlich nicht viel übrig als euch hier eine 100% Kaufempfehlung auszusprechen. Mittlerweile gibt’s die Biere von FRITZALE auch in kleineren Flaschen, falls euch so eine ganze große Pulle zu viel ist. Das American ist hierbei durchaus die etwas mildere Variante, im Vergleich zu German IPAs aber immer noch etwas stärker gehopft. Das Imperial ist, wie es der Name schon ausdrückt, einige Nuancen kräftiger. Für jeden Geschmack also etwas dabei. Einsteigern empfehle ich das American IPA.

Lasst es euch schmecken.

Bier-Relevanz / interessante Artikel:

  1. The Next Great American Brewer
  2. Interview: Fritz Wülfing der Macher vom FRITZALE
  3. Bier Adventskalender 2011 – Trumer Imperial Pilsener
  4. Samuel Smith’s Brewery: India Pale Ale und Imperial Stout
  5. Video: The American Beer Revival

Kategorie: Bier Allgemein, Biere, Biertest, IPA

Kommentare (1)

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  1. Frank W. sagt:

    Hallo miteinander,

    Wo bekomm ich das Fritzale? Auf seiner Homepage schreibt er, dass es das Bier beim Bierkompass gibt. Aber da finde ich es nicht.

    HILFE!

    Leider habt ihr mir so große Lust auf dieses Erlebnis gemacht, da muss ich da einfach zwei Exemplare haben. Könnt ihr mir diese schicken?

    Prost,
    FW

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