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USA: Immer mehr Craft Beer in der Dose

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Was in unseren Ohren eher seltsam klingt, ist in den USA gerade der absolute Megatrend. Viele Craft Brewerys, wie zum Beispiel die Sierra Nevada Brewery, setzen in Zukunft vermehrt auf Bier in Dosen. Jawohl, ihr habt richtig gehört. Die Dose, welche bei uns absolut verpönt ist, feiert in den USA ein großes Fest. Allein eine Suchanfrage auf der Seite beerstreetjournal.com zeigt, wie rasant das Wachstum der Bierdose bei den Craft Brewerys ist. Allein in den letzten 25 Tagen haben rund zehn Brauereien, darunter auch Flying Dog mit ihrem Snake Dog IPA oder Schlafly Brewing, welche ein Hefeweizen in der Dose anbieten werden.

(c) Sierra Nevada Brewing Company

Die Brauereien sehen dabei nicht nur Vorteile für sie selbst, sondern auch für den geneigten Biertrinker. Die Dosen schützen das Bier vollständig vor Sonneneinstrahlung und bieten eine bessere Abdichtung gegenüber dem Sauerstoff, was die Qualität des Bieres fördert. Ebenfalls wiegen Dosen weniger und reduzieren somit die Transportkosten. Auch das Recyceln gegenüber Glasflaschen ist angeblich einfacher und günstiger.

Als wichtigster Grund wird allerdings der direkte Vorteil für den Verbraucher genannt. Das Bier kann einfach, leicht und schnell überall hin mitgenommen werden und es wird, im Vergleich zur Flasche, im Kühlschrank schneller kalt. Na das klingt ja fantastisch! Und was ist mit dem Geschmack? Auch hier gibt es angeblich keine Bedenken. Viele Verbraucher haben zwar die Sorge, dass sich Bier in der Dose im Geschmack verändert und „metallisch“ schmeckt, was allerdings unbegründet ist. Die Dosen sind innerhalb mit einer Art Schutzfolie auf Wasserbasis bedeckt und schirmen somit das Bier von der Dose ab. Alles anscheinend gar kein Problem. Mittlerweile sind die Dosen auch bei Sammlern sehr begehrt, was ich durchaus bei den abgefahrenen Designs auch verstehen kann.

Die noch junge Geschichte der Craft Beer Dose

Im Jahr 2002 brachte die Oskar Blues Brewery aus Colorado mit ihrem Dales Pale Ale das erste Dosenbier einer Craft Brewery auf den Markt. Experten gehen mittlerweile davon aus, dass das Bier in Dosen in den USA in den letzten Jahren ein Wachstum von 700 Prozent nach sich ziehen konnte. Anzumerken ist, dass bisher nur sehr wenige Brauereien auf die Dose setzen und sich der Trend in den nächsten Jahren wahrscheinlich weiter erhöhen wird. Die Internetseitewww.craftcans.com , welche sich für die „Dosenbier Revolution“ ausspricht, listet derzeit 164 US-Brauereien welche insgesamt 493 verschiedene Dosenbiere abfüllen. Mittlerweile gibt es sogar ein eigenes „Bierfestival an welchem nur Brauereien teilnehmen dürfen, welche auch Dosenbier anbieten.

In den USA setzen die Brauereien auf die „pädagogischen Erziehung“ der Biertrinker. Diese wurden Schritt für Schritt davon überzeugt, dass das Bier aus einer Dose nicht schlechter ist als aus der Flasche oder aus einem Fass. Im Gegenteil sie wurden davon überzeugt, dass das Bier, aus den bereits genannten Gründen, sogar besser ist.

(c) Craftcans.com

Allerdings gibt es auch Widerstände. Als vor kurzem bekannt wurde, dass die beliebte Sierra Nevada Brewing Company ihre Biere Pale Ale und Extra Torpedo IPA in Dosen verkaufen wird, mehrten sich die kritischen Kommentare auf der Facebook Seite. Dies veranlasste die Brauerei ein Statement herauszugeben, warum sie in Zukunft, neben ihrem Flaschen-Sortiment, auch auf Dosenbier setzen wird.

Als weiteren Grund, warum die Dose derzeit großen Erfolg bei kleineren Brauereien in den USA findet, ist das Umdenken der Dosenhersteller. Diese haben vor einigen Jahren ihre Maschinen lediglich nur für die Massenproduktion gebaut. Eine kleine Brauerei konnte somit nichts mit solch einer Maschine anfangen. Mittlerweile gibt es auch kleinere und kompaktere Anlagen, welche zur Dosen Abfüllung geeignet sind.

Trend der US-Dosenbegeisterung als Vorbild für Deutschland?

Bei uns in Deutschland ist es eher anders herum. Der Trend zur Dose ist überhaupt nicht mehr vorhanden und das Image der Dose ist alles andere als positiv. Zwar setzen mittlerweile wieder einige Braukonzerne auf die Dose und so langsam findet sie auch ihren Weg zurück in die Supermarktregale, doch im Moment ist die „Design-Flasche“ der Vorreiter, was das Behältnis des Bieres angeht. (Hier ein interessanter Beitrag auf Bier-Index.de).

Als bekannt wurde, dass die Bierdose in Deutschland wieder eingeführt wurde, kritisierte das vor allem sehr stark die Deutsche Umwelthilfe: „Die Dose ist die ökologisch nachteiligste Verpackung, die von der Industrie immer wieder “schöngerechnet” werde”. Ebenfalls wird bei der Produktion der Dose sehr viel Energie aufgewendet. Der Mehrweg ist somit das ökologischere System. Doch ob das mit dem Trend der „Design-Flasche“ noch übereinstimmt?

Die Vorurteile gegenüber der Dose sind sicherlich so prägnant in unseren Köpfen, dass es auch in der nächsten Zeit kein großes Umdenken geben wird. Wobei ja eigentlich der US-Biermarkt als Vorbild für den europäischen, bzw. für den deutschen Biermarkt gilt. Ich glaube aber nicht, dass sich eine kleine Brauerei aus Deutschland trauen wird ein „Craftbeer“ in in eine Dose abzufüllen oder was meint ihr? Also wir zählen jetzt mal das „Büschen Alt“ der Füchschen Brauerei und die typischen „5-Liter-Partyfässer“, welche es ja auch von vielen kleinen Brauereien gibt, nicht dazu – oder etwa doch?

Eins ist jedenfalls sicher, Dosenbier kann Leben retten.

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Bier ist für mich das großartigste und vielfältigste Getränk der Welt und immer wieder für Überraschungen gut. Craft Beer bedeutet für mich Lebensgefühl, Leidenschaft, Transparenz, und Liebe. Das Bier steht an erster Stelle und nicht Marketing, Wirtschaftlichkeit und Absatzzahlen, auch wenn diese selbstverständlich dazugehören.

5 Kommentare

  1. Bierfan sagt

    Au Backe! Die Amerikaner wieder.

    Ich glaube nicht, dass das Dosenbier in Deutschland ein Revival findet, dafür ist das Image einfach zu schlecht! Aber die Dosen sehen schon sau geil aus ;)

    Prost!

  2. SaschaSchnei sagt

    Ich denke auch, dass das in Deutschland nicht durchsetzbar ist. Das Image der Dose ist einfach zu schlecht. Obwohl ich durchaus auch Vorteile für die Dose sehe wie z.B. das Gewicht. Gerade für den Versandhandel wäre die Dose optimal.
    So einen 24 Dosen Karton Crew Ale könnte ich mir gut vorstellen. ;)

  3. Büchschen Alt ist der Anfang. Die Dose für gute Biere kommt….. auch nach Deutschland!!!

  4. Sehr gute Idee, denn das Auge trinkt mit! Wird in Deutschland aber wahrscheinlich nicht funktionieren.
    Dazu müsste erst die Dose aufgewertet werden.

  5. fleischer sagt

    ich habe in den usa und auf hawai eine lila bierdose 8%ig mit schwarzer johannisbeere geschmack getrunken.wo kann ich es kaufen?

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