Bier zum Wochenende: Hofstettner Granit ICE Bock

Felix | 10. Februar 2012 | Kommentare (4)

Meine erste Assoziation beim Granit ICE Bock war keine Gute, da ich es unterbewusst sofort mit der Deutschen Bahn verbunden hatte. Allerdings hat der ICE Bock natürlich nichts mit dem gleichnamigen „Hochgeschwindigkeitszug“ aus Deutschland zu tun, sondern mit dem Aggregatszustand Eis. Weiterhin befindet sich im Namen des Bieres noch der Begriff „Granit“, was sehr interessant klingt und im Kopf interessante Bilder hervorruft. Auf jeden Fall ein interessantes Bier, welches die Brauerei Hofstetten aus dem Mühlviertel in Österreich da so gebraut hat. Wollen wir uns das Ganze mal etwas genauer anschauen.

Der Begriff „Granit“ befindet sich nicht einfach so im Namen, weil es sich für ein Bockbier passend anhört, sondern weil das Bier tatsächlich in offenen Granitbottichen vergoren wird. Doch nicht nur das. Ebenfalls wurden in den Bottich einige glühende Granitsteine geworfen um das Bier zu karamellisieren um einen ganz besonderen Geschmack hervorrufen zu können. Ist der Karamellisierungsprozess abgeschlossen, wird das Bier in den Lagerkeller verfrachtet und mit einer Ruhezeit von sechs Monaten ausgestattet.

Nun könnte das Bier natürlich abgefüllt werden doch wie ihr bereits richtig aufgepasst habt, befindet sich ja auch noch der Begriff „ICE“ im Namen und dies natürlich auch nicht einfach nur aus Marketinggründen. Es handelt sich hier nämlich um einen klassischen Eisbock. Dies bedeutet, dass der Wasseranteil des Bieres im Eis ausgefriert wird. Das Wasser sammelt sich im Eis und der flüssige Rest beinhaltet mehr Alkohol, mehr Restextrakt, mehr Stammwürze und dadurch auch mehr Geschmack. Entstanden ist ein interessantes Bockbier mit 26% Stammwürze und einer stattlichen Alkoholanzahl von 11,5%. Die offizielle Haltbarkeit beträgt bei richtiger Lagerung rund drei Jahre und mit Sicherheit entwickeln sich in dieser Zeit und auch darüber hinaus noch sehr interessante und spannende Geschmacksnoten. Die Brauerei empfiehlt die Flasche bereits 20 – 30 Minuten vor dem Genuss zu öffnen um dem Bier ein wenig Luft zum Atmen zu geben.

Biereis im Ausfriertank

Im Abgang eine leichte Granitnote

Der Bierliebhaber benötigt also ein wenig Geduld, bevor sich der Eisbock in einer schimmernden, kräftigen und tiefroten Farbe in einem bauchigen Glas entfalten kann. Zu Beginn stellt sich eine feine und aufsprudelnde Schaumkrone auf, welche dann aber verschwindet und das Bier nackt im Glas zurücklässt.

Die Nase ist voll von leichten fruchtigen, süßlichen aber auch rauchigen Aromen. Ebenfalls findet sich eine feine Karamell- und Malznote in der Nase wieder. Tolle Aromen spielen sich in der Nase ab. Gedanken an einen Winterabend vor dem Kamin machen sich breit. Der Antrunk bringt dunkle Furchtaromen mit, eine leichte Alkoholnote, dazu spannende Kräuteraromen welche ein wenig Schärfe, Säure und Frische mitgeben. Der Körper ist fest, feinporig und leicht ölig.

Das Bier entwickelt sich im Gaumen weg von der Kräuternote immer mehr hin zu einer süßlichen Aromanote. Der Abgang wird spät trocken und sowohl leichte Hopfenaromen als auch Röstaromen machen sich bemerkbar. Die Alkoholnote ist durchaus spürbar, das Bier wärmt von Innen nach Außen und lässt die Seele erstrahlen. Wer sich nun genüsslich über die Lippen leckt spürt nochmals ein tolles, fruchtiges und sehr süßes Aroma.

Natürlich habe ich mich nochmal ganz besonders auf die Granitnote konzentriert. Nicht ganz einfach diese ausfindig zu machen. Vielleicht lässt sich aber im Abgang eine leichte salzige Note erschmecken welche an Granit erinnert. Auf jeden Fall ein sehr spannendes, konzentriertes und intensives Bier, welches seinen Namen aller Ehre macht.

Auch wenn es „Eisbock“ heißt, darf das Bier durchaus etwas wärmer sein. Rund 15 Grad sollte hier als ideale Trinktemperatur zu empfehlen sein. Erst dann entwickeln sich wirklich alle Aromen und dies ist bei solch einem einzigartigen Bier sehr wichtig. Als Speisenempfehlung wird eine geschmorte Lammkeule oder eine gebratene Ente empfohlen. Auf jeden Fall ein starker und kräftiger Begleiter. Als Begleiter zu einer Kaffeecremetorte oder einem nussigen Dessert passt der Eisbock ebenfalls sehr gut.

Brauerei Hofstetten

Die Brauerei liegt mitten im Herzen des Mühlviertels im Ort St. Martin, welcher in Oberösterreich, gar nicht weit weg von der bayerischen Landesgrenze, liegt. Die Brauerei befindet sich seit 1849 im Besitz der Familie Kramer. Neben den klassischen Pils und Märzenbier gibt es viele verschiedene Bockbiere wie ein Honigbock, Sündenbock oder eben den Granitbock. Ebenfalls werden immer wieder spannende Bierkreationen auf den Weg gebracht, wie zum Beispiel ein Kürbisbier, welches mit echtem Kürbissaft vergoren wird.

Für die verschiedenen Biere werden ausschließlich Rohstoffe aus Österreich verwendet. Ebenso verfügt die Brauerei über eigene Brunnen, aus denen das Wasser für die Bierproduktion entnommen wird. Im Jahr werden rund 6.000 Hektoliter Bier gebraut. Tendenz zunehmend, da die Brauerei Hofstetten auch im Ausland immer beliebter wird. Im Jahr 2008 wurde bereits das erste Bier in die USA exportiert.

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Kategorie: Bier Allgemein, Bier Spezialität, Bier zum Wochenende, Biere, Biertest

Kommentare (4)

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  1. Michael sagt:

    Kurzer Einwand: Das muss doch heißen “6 Wochen Lagerzeit” und nicht “6 Monate”?!

    6 Monate Lagern wär ein bisschen zu viel des Guten :D

  2. Felix sagt:

    Hallo Michael,

    Also laut der Brauerei “verschwindet” der Eisbock 6 Monate!! im Gärkeller… ;) Klingt komisch, ist aber so…

    Grüße,
    Felix

  3. Adam sagt:

    Wow, sehr interessant! Ich muss ähnlich Braukunst zu Hause zu testen. Das mag gut schmecken mit einem Stout. Ich möchte zu diesem Thema für meinen Blog zu schreiben. Danke.
    -Adam

  4. [...] the top to let the beer breathe for 20 to 30 minutes, then pouring it into a snifter-like glass.  Lieblingsbier.de reviews Granitbock ICE as having a strong and deep ruby-red color.  After the pour, the fine [...]

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