Einfach mal so: Braufactum Bier Verkostung

Felix | 1. Februar 2012 | Kommentare (2)

Zwischen Weihnachten und Silvester hatte ich die Möglichkeit eine Bierverköstigung im Familien- und Freundeskreis durchführen zu können. Mit dabei waren sowohl junge und neugierige, als auch ältere und kritischere „Gourmets“. Meine Wenigkeit hatte die Ehre durch die Verkostung zu führen und die verschiedenen Biersorten vorstellen zu dürfen. Die Firma „Braufactum“ stellte mir dafür einige ihrer Bierkreationen zur Verfügung. Vielen Dank dafür! Dieser Artikel ist übrigens keine Werbung und ich bekomme dafür kein Geld oder ähnliche Dinge, lediglich ein paar Biere. Das sollte ja auch mal erwähnt werden.

Das Prozedere lief in etwa so ab: Die verschiedenen Sorten wurden im Vorfeld alle kurz vorgestellt. Die Verkostung wurde dann „blind“ durchgeführt. Nach einigen, teilweise sehr unterschiedlichen, Eindrücken durfte dann die „Biersorte“ erraten werden. Dieses Vorgehen heizte einige Diskussionen an und lieferte insgesamt einen großen Spaß, da sich die Meinungen doch ziemlich auseinander klafften.

Dabei gab es Ausrufe von„Was ist denn da drin? Das ist doch nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut“, bis hin zu „wow, das ist mal ein Feuerwerk an Geschmacksaromen“. Das edle und schicke Flaschendesign der Braufactum-Kollektion kam sehr gut an und steigerte die Erwartungen auf einen edlen Genuss an. Das einzige, was durchaus kritisch betrachtet wurde, waren die „verschwiegenen“ Brauereien, welche nicht auf den Etiketten ersichtlich waren. Lediglich die Brauer wurden namentlich erwähnt. Dies schürte, gerade bei den älteren und kritischeren Teilnehmern, eher Unsicherheit in die Richtung „das ist doch alles gepanscht, wenn die nicht sagen wo das herkommt“. Diese mangelnde Transparenz konnte aber dann durch das „Begleitheft“ so gut wie beseitigt werden. Trotzdem wäre hier ein wenig mehr Transparenz wünschenswert oder würde das den Wert des Bieres senken, wenn wir erfahren, dass z.B. in Bamberg in der Brauerei XY das Rauchbier hergestellt wird?

Wer die Firma Braufactum noch nicht kennt, kann folgendes Interview mit Marc Rauschmann, dem Geschäftsführer von Braufactum, nochmals durchlesen.

Zur Verkostung konnte ich die hauseigenen BraufactuM Biere Progusta, Colonia, Clan, Roog und Indra den neugierigen Teilnehmern präsentieren. Diese wurden allesamt von Marc Rauschmann mit entwickelt und eingebraut. Vorweg, alle Biere kamen durchweg positiv an und sorgten für einige Begeisterung.

Vor allem die spürbare und sichtbare hohe Qualität der einzelnen Biere konnte hier überzeugen. Im Folgenden möchte ich kurz auf die einzelnen Biere eingehen, dabei aber nicht so sehr auf das Aromaprofil. Dieses könnt ihr euch bei unseren Partnern auf dem Bier-Index ein wenig genauer anschauen. Ebenfalls gibt es einzelne Verkostungsvideos auf Braufactum.de

Colonia

Dieses obergärige Bitterbier wurde nach “Rheinischer Brauart” hergestellt. Es handelt sich also um kein klassisches „Kölsch“. Die Hopfensporte Saphir kommt angenehm zur Geltung und verleiht dem Colonia ein frisches Zitrusaroma und feine Bitternoten. Grundsätzlich ist es aber nicht wirklich überragend angekommen. Es handelt sich gewiss um ein sehr gutes Bier, allerdings fehlt etwas das außergewöhnliche, was sicherlich erwartet wird. Vielmehr gingen die Meinungen in die Richtung „zwar ein sehr frisches, aber eher herkömmliches Standard-Bier“.

Clan

Das Clan ist ein dunkles, obergäriges und traditionelles Scotch Ale, welches aus Schottland stammt. Die verwendete Hopfensorte ist hier der britische „Fuggle“. Clan wird mit einem speziellen Maischverfahren gebraut, das ein leicht süßliches, malziges und carameliges Aroma erzeugt, das durch den Hopfen sehr gutunterstützt wird. Ebenfalls hat es eine dezente und angenehme Bitternote.

Auf Grund der doch eher unbekannten Biersorte war das Clan sehr interessant in seinem Geschmacksprofil. Allerdings sind die schweren, dunklen, schokoladigen, röstigen und auch leicht säuerlichen Aromen nicht ganz so gut bei einigen Testern angekommen. Jedenfalls bei einem Teil. Nach einiger Zeit, nachdem der Gaumen sich ein wenig an das Clan gewöhnt hatte, entstanden zwei Lager. Die einen wollten unbedingt noch einen Nachschlag und die anderen wollten unbedingt eine neue Sorte probieren. Eben ein Bier, welches man mag oder nicht mag. Es entstanden regelrecht zwei verschiedene Clans welche sich die Argumente Pro und Kontra an die Köpfe pfefferten.

Progusta

Das Progusta ist ein Bitterbier im klassischen, britischen, India Pale Ale Style, welches vor allem seine Charakteristik durch die verwendeten Hopfensorten Magnum, Citra und Hallertauer Mittelfrüh bekommt. Eine feine Abstimmung zwischen Süße und Bitterkeit. Tolle Aromen und eine wunderbare Harmonie im Gaumen, welche auch bei unseren Verkostern sehr gut angekommen ist. Das Progusta hat in seiner Eigenheit sehr überzeugt und wurde vom Großteil der Teilnehmer als das „beste Bier“ gewählt, da es einfach ingesamt überzeugen konnte. Das feine und doch sehr intensive Aroma war für den Großteil der Teilnehmer etwas neues und das fand wirklich sehr guten Anklang.

Roog

Beim Roog handelt es sich um kein klassisches Rauchbier sondern um ein eher milderes Rauchweizen. Bei diesem Bierstil kommt die dominante Rauchnote nicht ganz so stark zum Vorschein und so eignet es sich vor allem für „Rauchbier-Einsteiger“. Am Tisch hatten wir ebenfalls einige „Rauchbier-Einsteiger“ und so kam bei manchen die typische erste Reaktion „untrinkbar“. Allerdings stellte sich dies nach einigen weiteren mutigen Schlucken ein.

Auch diesem Bierstil muss man eine Chance geben und so entwickeln sich nach einiger Zeit feine Röst-, Malz- und Hefearomen, welche gepaart eine wunderbare Komposition abgeben. Dieser Bierstil überzeugte nach einiger Zeit wirklich alle und konnte, trotz des leichten Rauchgeschmacks, auf breite Begeisterung stoßen. Die Leidenschaft zum Rauchbier wurde zum Großteil erweckt. Für mich als Rauchbier-Liebhaber ist es dagegen etwas zu mild und leicht, aber das ist durchaus so gewollt und für ein Rauchweizen ist es toll abgestimmt.

Indra

Das Indra wird als „Weizen India Pale Ale“ beschrieben. Ein Bier also welches beide Bierstile in einem vereint. Das Ganze klingt spannend und das ist es auch. Gebraut wurde es mit Magnum und Cascade. Gerade das Aroma des Cascade bietet einen tollen Ausgleich gegenüber dem typischen Bananenaroma vom Hefeweizen. Die Aromen harmonieren wunderbar miteinander und rufen ein tolles Geschmackserlebnis hervor. Dieses kam auch bei unseren Verkostern sehr gut an und das Indra stoß auf volle Zustimmung und Begeisterung. Am Ende wurde insgesamt auf den zweiten Platz gewählt.

Die kleine aber durchaus feine Verkostung der Braufactum Biere zeigte mir vor allem, dass durchaus eine Neugierde auf besondere Bierspezialitäten besteht. Allerdings ist es wichtig, dass diese Biere dem Verbraucher näher gebracht und erläutert werden. Hier sollten wirkliche Bierliebhaber immer mal wieder eine kleine Verkostung im Freundeskreis abhalten. Das macht Spaß und bietet einfach die Möglichkeit ein wenig Aufklärung zu leisten und das Image des Bieres in der Gesellschaft zu verbessern. Jeder kann hier nur durch kleines Zutun seinen Beitrag leisten. Für viele ist Bier einfach immer noch Pils, Weizen oder Helles. Dabei gibt es da wirklich mehr und das muss einfach jedem klar gemacht werden.

Ebenfalls hat mir die Verkostung gezeigt, dass das India Pale Ale auch in Deutschland weiter auf Wachstumskurs ist. Dieser Bierstil ist derzeit wirklich angesagt und feiert nicht nur in den USA einen Siegeszug. Immer mehr deutsche Brauereien bieten derzeit ein IPA in ihrem Sortiment an und auch kleine und innovative Brauereien stellen sich auf diese Biersorte ein. Der Verbraucher hat große Lust und lässt sich durchaus von den verschiedenen Bierspezialiäten anstecken.

Bier-Relevanz / interessante Artikel:

  1. Die Bier Diät – einfach abnehmen mit Bier trinken
  2. Interview: Dr. Marc Rauschmann – Geschäftsführer von BraufactuM

Category: Bier Allgemein, Bier Artikel, Bier Events, Biere

Kommentare (2)

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  1. Lothar sagt:

    oh, die Ikeagläser entsprechen aber nicht dem Styleguide von Braufactum … ;-)

    Hat der Verkostung offenbar aber keinen Abbruch getan! :)

  2. Felix sagt:

    Ja das stimmt, muss man sich aber auch erst mal trauen :) ist quasi so, wie wenn man einen Porsche mit “Aldi-Sprit” betanken würde…hehe..

    Nein, Spaß beiseite.. Hauptsache ein Gläschen, welches etwas bauchig ist oder wo eben schön die Nase hineingehalten werden kann, das sollte ausreichen… :-)

    Grüße,
    felix

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