Interview: Flo, Messel und Alex von WeLikeBier.de

Felix | 19. Januar 2012 | Kommentare (1)

Wir alle können uns mit dem Motto „We like Bier“ sehr gut identifizieren oder? Wir lieben jedenfalls das Bier in all seinen Facetten und Eigenarten. Auch die drei Brüder Flo, Messel und Alex aus der bayerischen Landeshauptstadt München mögen das Bier.

Die Drei betreiben den erfolgreichen Blog www.welikethat.de, auf welchem es, nach eigenen Aussagen, nur Sachen gibt, die sie selbst gut finden und ab und zu auch Rock´n´Roll. Genauer gesagt geht es um Design, Musik, Filme, Kultur, Lifestyle, Fotografie und weiterem „Krimskrams“ aus der Welt der Medien. Ich persönlich bin mittlerweile regelmäßiger Stammleser geworden und verfolge mit Leidenschaft die durchaus spannenden Themen.

(v.l.n.r.) Messel, Flo und Alex

Ach, da war dann ja auch noch das Bier. Die Jungs haben im letzten Jahr die Aktion „We Like Bier“ auf ihrem Blog ins Leben gerufen. Das Prinzip ist recht simpel. Flo, Messel und Alex haben regelmäßig Bier verkostet und bewertet und wurden dabei gefilmt. Am Ende entstanden sehr cool gemachte Videos, bei denen sowohl die Verkoster als auch das Bier in sehr stylische Szenen gesetzt wurden.

Nachdem die erste Staffel im letzten Jahr abgedreht wurde (Alle Folgen könnt ihr hier auf YouTube abrufen), steht nun Staffel Zwei in den Startlöchern. Los geht`s am Freitag, den 20. Januar um 18 Uhr. Wir dürfen uns auf ein ganz neues Konzept freuen, über das wir hier nicht zu viel verraten wollen.

Wir können nur empfehlen sich die Folgen mal reinzuziehen und auch das weitere Treiben der Jungs zu verfolgen. Sicherlich sind die Drei keine Biersommeliers und die Bewertungen fallen in ihrer ganz eigenen Art und Weise aus, aber genau das macht es aus. Das Ganze herrlich erfrischend und lässig rüber und genau das braucht ja auch unser Bier, welches manchmal ein wenig zu bieder und verstaubt ist. Auf Lieblingsbier.de werden wir übrigens auch die aktuellen Folgen online stellen, so dass ihr diese hier direkt online anschauen könnt.

Nun dürfen wir euch jetzt noch ein exklusives Interview mit den Machern von „We Like Bier“ präsentieren. Viel Spaß beim Lesen!

Hier geht es direkt zu www.welikebier.de.

We Like Bier – Fotoshooting from welikethat on Vimeo.

Stellt euch doch bitte kurz einmal unseren Lesern vor,
Servus miteinand! Wir sind Alex, Messel und Flo und betreiben zusammen den Blog „We Like That“ in welchem wir hauptsächlich über Themen wie Kunst & Design, Musik oder Skateboarding schreiben. Wir machen nicht nur im Internet gemeinsame Sache sondern sind darüber hinaus auch noch Geschwister. So echte Geschwister, mit den selben Eltern und so.

In eurem Blog schreibt ihr über alles Mögliche, über was eigentlich genau?
Siehe oben. Wie gesagt, das Themenspektrum ist eigentlich relativ breit gefächert. Wir sind beruflich alle im kreativen Bereich tätig und das merkt man natürlich auch an unserer Themenauswahl. Viel Design, viel Musik und auch viel Kunst und Fotografie. Außerdem sind wir alle Skateboardliebhaber und früher auch selbst viel aktiv gefahren, deswegen stellt dieser Bereich auch einen großen Teil des Blogs dar.

Ihr habt ebenfalls die Kategorie „WeLikeBier“, damit trifft ihr ja genau meine Vorliebe – wie kam es zu dieser Kategorie und was verbirgt sich dahinter?
Mit „We Like Bier“ ging es eigentlich genau so los wie mit den anderen Sachen. Wir sind einfach unglaubliche Bierliebhaber und irgendwann kamen wir eines Abends auf die Schnapsidee (haha), dass wir doch jede Woche einen Biertest auf dem Blog bringen könnten. Wir haben uns dann relativ schnell dazu entschieden das Ganze als Vlog’s aufzuziehen und so ist die Idee eigentlich gewachsen. Zur zweiten Staffel jetzt haben wir uns überlegt, die Videos nicht mehr in einer Kategorie im Blog einzubinden, sondern komplett autark über eine eigene Webseite zu verbreiten. Die Zielgruppe die unsere normalen Beiträge im Blog liest, ist nicht auch unbedingt die, die unsere Biervideos sehen will und deshalb macht es wohl für die Zukunft mehr Sinn, die beiden Sachen einfach parallel und unabhängig voneinander zu bedienen.

So sieht die neu gestaltete Seite www.welikebier.de aus

Die Videos sind sehr kreativ gestaltet, trinkt ihr bereits vor den Aufnahmen ein paar Biere oder erst beim schneiden?
Direkt vor den Aufnahmen trinken wir keine Biere, aber während der Aufnahmen natürlich. Wir testen die Biere wirklich erst während dem Dreh und wissen somit auch nicht auf was wir uns da einlassen. Beim schneiden wird meist natürlich auch das ein oder andere kühle blonde nebenher getrunken, aber da bevorzugen wir dann eher Biere von denen wir wissen auf was wir uns einlassen.

Gibt es Personen die im Hintergrund arbeiten und den drei “Biergenießern” den Rücken frei halten?
Immer unterschiedliche und alle möglichen. Es sind natürlich immer irgendwelche Freunde die uns gerne unter die Arme greifen. Die meisten sind eigentlich schon fester Bestandteil der Drehs, wieder andere sind dann halt mal dabei weil es sie interessiert oder weil sie auch gerne mal mit der Kamera draufhalten möchten. Das freut uns natürlich, dass selbst unser Freundeskreis so Bock auf das Projekt hat und deswegen wollen wir da auch mal ein großes Dankeschön loswerden. Ohne die ganze Unterstützung von jedem einzelnen wäre das so alles nicht möglich.

Gerne verkostet ihr auch mehr oder weniger unbekannte Sorten, was denkt ihr über die Sortenvielfalt der Bierkultur in Deutschland?
Deutschland hat auf jeden Fall eine Menge an verschiedenen Biersorten, ob das jetzt Vollbier, Schankbier, Starkbier etc. ist. Wobei wir da so komische Bier-Mix-Getränke definitv nicht dazuzählen. Aber auch andere Länder verfügen über eine ausgezeichnete Bierkultur, das wollen wir ind en neuen “We Like Bier” Folgen auch verstärkt mit einfließen lassen.

Nicht immer gibt es Bier

München, eure Heimat, und Bier sind fest miteinander verwoben, trotzdem sind in der Landeshauptstadt Bayerns vor allem Großbrauereien bekannt, woran liegt`s oder täuscht der Eindruck?
Ich glaube der Eindruck täuscht nicht wirklich, was aber daran liegen mag, das die Großbrauereien einfach ein höheres Budget für Werbung und dergleichen haben und somit einfach bekannter außerhalb Bayerns sind. Außerdem sind einfach viele Kneipen, Gaststätten etc. von Großbrauereien gepachtet und deswegen muß da natürlich auch die jeweilige Biermarke ausgeschenkt werden und lässt wenig Spielraum für andere Biermarken. Andererseits haben manche Brauereien wie bspw. Augustiner Bräu es auch ohne Werbung geschafft, über die Landesgrenzen Bayerns hinaus einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen.

Derzeit sprießen immer mehr Bierspezialitätenbrauereien, so genannte „Bier-Manufakturen“ aus dem Boden, was haltet ihr davon? Glaubt ihr, dass diese kreativen Spezialbiere eine Zukunft haben bei uns in Deutschland?
Generell finde ich es eine gute Sache wenn Leute, die eine Vision oder einen Traum haben, diesen versuchen zu verwirklichen. Man muß halt auch immer schauen, was die Beweggründe bzw. Hintergründe einer solchen Manufaktur sind. Auch für die Sortenvielfalt und das Angebot ist das sicherlich keine schlechte Sache und es gibt bestimmt einen Markt o. Zielgruppe bei der diese Biere Anklang finden. Eine Zukunftsprognoße für diese Spezialbiere möchten wir uns aber nicht anmaßen.

Was war bisher das verrückteste Bier, das ihr kosten durftet?
Puh, das ist eine schwierige Frage. Wirklich verrückt war bisher keines so richtig, aber die Unterschiede die sich zwischen einzelnen Bieren
herauskristallieren sind schon enorm. Am begeistertsten waren wir zum Beispiel vom „Wulle“ Bier, welches letztendlich auch als Gewinner der ersten Staffel hervorgegangen ist. Am schlimmsten fanden wir das „Braumasters“ welches sich nicht nur rein äußerlich schon in die schlimmste Ecke gedrängt hat, sondern auch vom Geschmack her überhaupt nicht punkten konnte.

Flo in einer kreativen Phase oder auch nicht?!

Wie sucht ihr euch die nächste Sorte für euren Biertest aus?
Bei der ersten Staffel ist das eher willkürlich passiert. Wir haben im Laufe der Zeit immer wieder Vorschläge und Pakete, entweder direkt von Brauereien oder einfach von anderen Leuten, zugeschickt bekommen und aus diesem Sortiment haben wir dann ausgewählt. Bei der zweiten Staffel wird das jetzt alles ein wenig anders laufen und die Biere die wir testen haben einen thematischen Zusammenhang. Außerdem verkosten wir jetzt 3 Biere pro Folge und bekommen so auch eine Richtung vorgegeben, denn ein Pils gegen ein Weißbier antreten zu lassen, würde wahrscheinlich nicht wirklich ein faires Ergebnis hervorrufen. Wobei wir nicht wirklich wissen welche drei wir testen.

Wie lässt sich die Kategorie „Sauftauglichkeit“ beschreiben?
Sehr gute Frage, denn ich glaube manchen ist das tatsächlich nicht ganz so bewusst. Die Kategorie Sauftauglichkeit beschreibt nicht etwa, wie viel man von den Bieren trinken kann um am nächsten Tag keinen Kater zu haben, sondern eher, wie viele wir von den Bieren an einem Abend trinken würden bzw. könnten. Das hängt von Faktoren wie der Kohlensäure und ähnlichem ab. Ein sehr spritziges Bier lässt sich im Regelfall einfach ein bisschen schwieriger oder weniger schnell trinken, als ein Bier, dass man locker schnell auf Ex wegziehen könnte. Und schmecken muss es natürlich.

Bescheidene Frage, was ist euer Lieblingsbier?
Augustiner Hell und Tegernseer Hell

Wie würdet ihr euer Lieblingsbier in drei Worten beschreiben?
Gut und süffig

Die letzte Folge der 1. Staffel

Könnt ihr mit dem Begriff „Biersexualität“ etwas anfangen?
Wait…What?! Stupedia Zitat: „In fortschreitendem Stadium der Störung fängt der Betroffene an, sich die Bierflasche nackt auf Motorhauben von heissen Sportwagen räkelnd vorzustellen.“ – Äähh…ja, sollten wir auch mal ausprobieren. Nicht!

Findet ihr, dass der deutsche Biermarkt eher weiter auf Tradition bauen sollte oder auf innovative Produkte?
Das ist in der Tat eine interessante Frage, über die wir uns so eigentlich noch nie Gedanken gemacht haben. Dazu sollte man vielleicht erstmal klären, was denn die „innovativen Produkte“ sind oder wie diese aussehen könnten. Wenn damit irgendwelche „frechen“ Bier-Mix-Getränke gemeint sind, dann sollte der deutsche Biermarkt bitte weiter auf Tradition bauen. Denn in diesem Fall ist der Begriff „Tradition“ für uns nicht mit etwas negativen behaftet. Viele Brauereien – große wie kleine – haben ja einen schönen traditionellen Hintergrund. Das Kunststück dabei ist natürlich die Tradition interessant zu verpacken und in die heutige Zeit zu transportieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist mit Sicherheit auch die Gestaltung der Bierettiketten und Label, was wir ja meistens auch immer bemängeln. Allerdings ist uns hier auch die Zwickmühle bewusst, in der viele Brauereien stecken, da der Kunde oftmals an das traditionelle Erscheinungsbild gewöhnt ist und nicht durch ein neues Design vergrault werden soll. Trotzdem würden wir uns ein bisschen mehr Mut wünschen was die Gestaltung und Optik betriff. Einen wirklich sinvollen Lösungsvorschlag haben wir hierfür leider auch (noch) nicht zu bieten.

Zum Abschluss noch ein paar bierige Weisheiten für unsere Leser?
„Bierige“ Weisheiten haben wir nicht wirklich. Mir fällt da aber ein Spruch ein, denn ein Kollege von mir während meines Nebenjobs immer fünfmal am Tag losgelassen hat… „Die Sonne scheint ins Kellerloch, eine Halbe sauf ma noch!!!“

In diesem Sinne…Vielen Dank für das Interview!!

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Kategorie: Bier Allgemein, Bier Interviews, Bier Videos, Biere

Kommentare (1)

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  1. Lola_BF sagt:

    Nice Vids! Nice guys :-) Love to see more of them..

    very intresting interview!! Thank you

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