Samuel Smith’s Brewery: India Pale Ale und Imperial Stout

Felix | 18. Januar 2012 | Kommentare (3)

Endlich habe ich mal wieder ein paar Köstlichkeiten aus dem Ausland für euch. Nachdem ich das Imperial Stout und das India Pale Ale der britischen Samuel Smith`s Brauerei bereits auf Lieblingsbier.de Facebook Seite angepriesen habe, hatten einige von euch das sichtbare Verlangen mir diese beiden Köstlichkeiten entreißen zu wollen. Nun habt ihr natürlich ziemlich meine Erwartungen nach oben geschraubt und ich hoffe nicht, dass ich am Ende dadurch enttäuscht sein werde.

Bevor wir nun zum Eingemachten über gehen noch kurz etwas über die Brauerei. Die britische Samuel Smith Brauerei liegt in Tadcaster und wurde 1758 gegründet. Sie ist somit die älteste Brauerei in Yorkshire. Ebenfalls ist sie die kleinste und eine der letzten unabhängigen Brauereien in England. Die Brauerei verkörpert ein traditionelles und sehr stolzes Bild nach außen. Zudem ist sie die einzige Brauerei in der noch ausschließlich die klassischen aus Schiefer bestehenden „Yorkshire-Behälter“, zur Gärung benutzt werden.

Für die Gärung wird eigene Hefe verwendet, die älteste Stammkultur Großbritanniens. Das Brauwasser stammt aus einer eigenen Quelle und auch das Malz wird in den alten Mühlen für das Brauen vorbereitet. Das selbst geschrotete Malz wird dann in Maischepfannen aus Kupfer mit Wasser vermischt. Auch die Würzepfannen sind aus Kupfer.

Doch nicht nur im Brauprozess wird sich auf Tradition berufen, auch bei der Abfüllung. Neben einer modernen Abfüllanlage beschäftigt die Brauerei auch noch einen eigenen Fassbinder, welcher die Holzfässer für die Abfüllung herstellt und vorbereitet. Doch wer jetzt denkt, dass das alles ist, der hat sich getäuscht. In Tadcaster wird das Bier nämlich immer noch mit einem alten Pferdewagen ausgeliefert, ganz so wie es früher eben war. Richtig oldschool würd ich da mal sagen.

Wer jetzt einen Kalender zur Hand hat und etwas in die Zukunft planen kann (edit: und vor allem auch eine Zeitmaschine, da die Veranstaltung bereits im Jahr 2011 über die Bühne gegangen ist *g), der sollte sich am 28.04 in Hamburg aufhalten. Neben einem Besuch im Bierland Hamburg könnt ihr auch in der Weinbar Sankt Pauli aufschlagen. Dort gibt es nämlich nicht nur guten Wein, sondern auch gutes Bier. Ebenfalls wird der Sohn vom derzeitigen Brauereibesitzer Humphrey Smith vorbeischauen und einige Exemplare der Samuel Smith`s Brewery vorstellen und mit den Teilnehmern verkosten. Bekannt ist die englische Brauerei vor allem auch für ihr „Fruchtbier“ und ihren Cider, welchen es auch in vielen Feinkostabteilungen in Deutschland zu kaufen gibt.

Unsere Biere sind sehr hochgeschätzt und gehören zu dem am meist ausgezeichneten der Welt. Sie werden als hochwertige Spezialitäten-Produkte verkauft, die zu gutem Essen sehr gut passen. Sie sollten nicht wie ein normales Bier gesoffen werden, sondern wie ein Edelwein genossen werden, um die interessante und besondere Geschmäcken zu genießen, was auch Spaß macht,“ so Sam Smith, der Sohn von Humphrey Smith, der übrigens sehr gut die deutsche Sprache beherrscht.

Dann wollen wir also auch mal genießen und hoffen, dass wir mit Freude und Spaß dabei sein werden, aber da bin ich ganz zuversichtlich.

Das India Pale Ale der Samuel Smith Brewery hat eine leicht rötliche Farbe und eine schöne und stabile Schaumkrone. Der Geruch ist malzig und intensiv nach Hopfen. Ebenfalls lässt sich ein wenig Süße und Honig in der Nase erschnuppern. Der Antrunk ist leicht süßlich, fruchtig und sehr glatt in der Textur. Die Kohlensäure macht sich nur ganz sanft bemerkbar und bleibt sehr im Hintergrund. Röstaromen, Eichenholz, Kräuter und ein ausgeprägter Malzaroma definiert das IPA weiter. Der Abgang ist durchaus bitter, kräftig und ziemlich trocken.

Insgesamt ein eher trockeneres, herbes und malzbetontes India Pale Ale. Der Hopfen macht sich auf jeden Fall auch bemerkbar bleibt aber doch mehr im Hintergrund. Das Malz ist hier auf jeden Fall der ausschlaggebende Punkt auf dem die ganze Kreation basiert. Der Malzkörper hält sich vom ersten bis zum letzten Eindruck und kommt mit dem feinen Hopfen sehr interessant und schmackhaft rüber. Auf jeden Fall ein cooles Bier mit einem starken Körper und einem schönen herben Abgang. Rockt!

Als zweites Objekt der Samuel Smith Brewery haben wir hier das Imperial Stout. Ein Bierstil mit dem ich persönlich noch nicht ganz so viel Erfahrung habe und mich auch nicht ganz so identifizieren kann, ich werde aber mein Bestes geben und mal schauen was bei rauskommt. Sehr interessant ist auf jeden Fall schon mal die Inhaltsangabe. Neben Rohrzucker wird als Klärmittel „Seegras“ verwendet.

Das Imperial Stout hat eine tiefschwarze, dunkle und satte Farbe. Dazu eine super schöne, dicke, leicht beige und cremige Schaumkrone, welche sich sehr schnell und fast explosiv bildet.

Der Geruch in der Nase ist sehr röstig, malzig und mit einer säuerlichen Note unterlegt. Der erste Gerucheindruck ist gar nicht so angenehm, geht eher in die Richtung von Essig. Dazu lassen sich getrocknete Pflaumen und leichte Kakaonoten erahnen.


Der Antrunk ist ordentlich röstig, malzig, bitter und leicht fruchtig nach Pflaumen oder getrockneten Rosinen. Die säuerliche Note ist im Geschmack nicht mehr so stark vorhanden und eher angenehm. Der Körper ist sehr sämig, fast ölig im Mundraum und sehr angenehm mit der ordentlichen Portion Kohlensäure unterlegt. Sehr geschmeidig auf jeden Fall. Geschmacklich überwiegen jetzt eher das Röstmalz und die Bitterkeit. Das Ganze wird aber schön fein durch die Pflaumen und leichten Kaffee- und Schokoladenaromen abgerundet. Der Abgang ist leicht bitter, säuerlich und ein wenig schwer. Das Imperial Stout wärmt und befriedigt mit seinen 7% Alkohol den Geist und die Seele.

Ich habe dann noch ein wenig Bitterschokolade geknabbert und ein paar Schlücke vom Imperial Stout direkt im Anschluss genommen und ich muss sagen das war ein wunderbares Geschmackserlebnis. Die Schokolade im Mund hat dem Bier nochmal einen super Touch gegeben und die Geschmacksknospen explodieren lassen.

Das Imperial Stout ist wirklich ein traditionelles und sehr geniales Bier. Es ist zwar sehr komplex und sicherlich nichts für den „ungeübten Biertrinker“ aber von Schluck zu Schluck wird es immer besser und schmackhafter. Sehr zu empfehlen, so wie bestimmt alle anderen Biere der Samuel Smith`s Brewery.

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Category: Bier Allgemein, Bier International, Biertest, Brauereien, IPA, Stout

Kommentare (3)

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  1. Ähm, und wo kriege ich jetzt die Zeitmaschine her? Die Veranstaltung in der Weinbar St. Pauli war im April *2011*!

    Bleibt für Hamburg-Reisende halt nur der Besuch im Bierland! :D

  2. Felix sagt:

    Oha! Wie peinlich :-)

    Sind wir nicht erst im Jahr 2011? Meine Güte, wie die Zeit vergeht..

    Warst du den zufällig da und kannst berichten? hehe.. Aber du hast Recht, jetzt muss man eben doppelt so lang sich im Bierland-Hamburg aufhalten :-)

  3. Hätte mir auch gut passieren können, Jahreszahlen sind halt Schall und Rauch… ;)

    Nein, ich war nicht bei der Veranstaltung zugegen, weder zufällig noch geplant. Wenn die Geschichten, die um Samuel Smith so kursieren, nur zur Hälfte stimmen, weiß ich auch nicht, ob ich das so sehr bedauern soll. Ich kann das Getränk nur ganz schwer vom Geschäftsgebaren (alles legal, soweit ich das beurteilen kann, aber für meinen Geschmack zu viel Ellbogen und zu sozialkonservativ) trennen.

    Und im Bierland *muß* sich niemand aufhalten – beim guten Bier gibt’s keinen Zwang! Das Ziel ist, daß sich Leute im Bierland aufhalten *wollen* (das klappt, wenn ich mal von mir ausgehen darf, auch ganz gut)… :)

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