10. Lahnsteiner Bierseminar: Käse und stärkstes Bier der Welt

Felix | 17. Januar 2012 | Kommentare (0)

In der wunderbaren Lahnsteiner Brauerei ging das 10. Bierseminar über die Bühne und wie gewohnt gibt es bei uns natürlich einen Bericht darüber. Ich hoffe, dass ich es vielleicht auch irgendwann mal schaffe an einem Bierseminar in Lahnstein teilzunehmen.

Bio-Bierkäse aus Schnee Bock und Kuh-Rohmilch ist seit mehreren Jahren fester Teil des Sortiments „Delikatessen rund ums Bier“ der Lahnsteiner Brauerei. Da der bisherige Lieferant, der Rescheider Hof in Oberwesel-Langscheid, seine Käseproduktion im Herbst 2011 einstellte, stellte sich auch die Frage nach einem neuen Käsepartner. Dieser fand sich doppelt. Zum einen stellt der Juchems Hof in Niederwallmenach nun einen Bio-Bierkäse nach der bewährten Rezeptur her. Zum anderen erfand der Holzfelder Ziegenhof in Boppard-Holzfeld das Thema neu in Form eines naturbelassenen Ziegenkäses, der nicht nur Schnee Bock enthält, sondern im Lauf seiner Reifung auch in Schnee Bock badet. Dies dunkelt nicht nur die Käserinde erheblich ab, es intensiviert auch den „bockigen“ Geschmack deutlich. Wer den Schnee Bock kennt, der findet ihn geschmacklich erkennbar wieder.

Gesucht wird noch ein schmissiger Name für den Bier-Ziegen-Käse, der sowohl die Verbindung zur Ziege als auch zur Region darstellt. Vorschläge dazu nehmen der Holzfelder Ziegenhof sowie die Lahnsteiner Brauerei gerne entgegen. Beide Käse sowie eine Auswahl weiterer Käse des Holzfelder Ziegenhofs standen in Kombination mit allen Biersorten der Lahnsteiner Brauerei zur Verkostung.

Eine weitere Neuheit der Lahnsteiner Brauerei in Form des Biersenfs passte hierzu ebenfalls und wird Gegenstand einer eigenen Pressemitteilung sein.

Der „Blick über den Zaun“ ging an diesem „Jubiläumsseminar“ zunächst zum „Punk India Pale Ale“ der Brauerei Brewdog im schottischen Fraserburgh. Das India Pale Ale wurde im 19. Jahrhundert mit den „Tea-Clippern“ nach Indien verschifft. Um den langen Transport zu überstehen ist es stärker und mit mehr Hopfen eingebraut, insbesondere auch mit Aromahopfen, der den Bieren extreme Aromen von Citrus, Rosen, Gewürzen, Kräutern oder Früchten verleiht.

Diesen hellen, obergärigen Doppelbock, braut Brewdog in vier Varianten, die sich dadurch unterscheiden, dass der jeweils verwendete Aromahopfen aus einem anderen Kontinent stammt: Citra aus Nordamerika verleiht ein Aroma von Citrus, Südfrüchten, Papaya und Hollunder. Ähnlich verhält sich Nelson Sauvin aus Neuseeland. Der japanische Sorachi Ace erinnert an Dill und andere Kräuter, während der englische Bramling X eher das malzige Aroma des Doppelbocks durchklingen lässt.

Brewdog ist aber auch bekannt aus seinem mehrjährigen Wetteifern mit dem fränkischen „Schorschbräu“ Georg Tscheuschner aus Gunzenhausen. Vom ehemals stärksten Schorschbock mit 16 Vol.-% Alkohol trieben beide den Alkoholgehalt des stärksten Bieres der Welt zunächst über 30, dann über 40 und nun auf sagenhafte 57 %. Von diesem „Schorsch-Weltmeisterbock“ gibt es nur ganze 36 Flaschen zum Stückpreis von stolzen 200 € – die laufende Nummer zehn davon verkosteten die Teilnehmer.

Der Meister selbst beschreibt sein Weltmeisterbier so: Schon der „normale“ Schorschbock mit 13 bis 16 Vol.-% Alkohol ist sehr malzaromatisch und fruchtig mit einer leichten rauchigen Sherrynote. Mit jedem Ausfrieren nehmen alle diese Aromen mit Ausnahme des leicht rauchigen Eindrucks zu. Mit steigendem Alkoholgehalt intensiviert sich auch die alkoholische Schärfe. Feurige, nahezu glühende Eindrücke ähnlich einem starken Whisky entfalten sich. Allein deshalb sollte man den Weltmeisterbock mit Bedacht und in kleinen Schlucken trinken. Dies konnten die Teilnehmer eindeutig bestätigen. Selbst wenige Milliliter des Schorschbock nehmen alle Geruchs- und Geschmackssinne gefangen und schicken ein wohliges Feuer durch den gesamten Körper. Ein Erlebnis, dass niemand so schnell vergessen wird.

Eine weitere Flasche Schorschbock mit der Nummer 34 befindet sich wohl verwahrt im Bierkeller der Lahnsteiner Brauerei und kann auf eigenen Bierkellerseminaren bewundert werden.

Die nächsten Bierseminare finden am 9.2., 1.3., 12.4., 3.5., 14.6, 23.8., 27.9., 25.10. und 6.12.2012 statt. Die Themen sind wie immer das am besten gehütete Geheimnis des Lahnsteiner Brauerei. Überraschung garantiert – Anmeldung unter fohr@lahnsteiner-brauerei.de

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Category: Bier Allgemein, Bierseminar

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