Bier zum Wochenende: Hachenburger Selection No.1 India Pale Ale
Auch im Jahr 2012 darf die Kategorie „Bier zum Wochenende“ natürlich nicht fehlen und so probiere ich euch auch in diesem Jahr zu jedem Wochenende ein ganz besonderes Bier vorzustellen.
Gerne kannst du mir auch dein Bier als „Testobjekt“ zur Verfügung stellen. Egal ob „professionelle Brauerei“ oder „Hobbybrauer“, meldet euch einfach unter info@lieblingsbier.de , wenn ihr der Meinung seid, dass euer Bier auch das Bier zum Wochenende sein könnte. Ich bin gespannt!
Bereits vor einigen Wochen haben wir über die neuen „Gourmetbiere“ der Hachenburger Brauerei berichtet. In dieser neuen Editionsreihe haben die Braumeister und Biersommeliers zunächst zwei Bierkreationen erschaffen, welche den derzeitigen Trend zum „Gourmetbier“ bzw. zur „Bierspezialität“ absolut wiederspiegeln. Warten wir mal ab ob da noch weitere neue Kreationen folgen werden.
Bei den beiden Gourmetbieren handelt es sich um ein India Pale Ale und ein Porter. Beide Sorten wurden in Champagnerflaschen abgefüllt, verkorkt und mit einem edlen Etikett versehen. Gerne hätte ich an dieser Stelle sowohl das IPA als auch das Porter verköstigt, doch leider war das Porter so schnell vergriffen, dass für mich kein Exemplar mehr übrig blieb. Danke aber dennoch an die Brauerei, welche mir das IPA zukommen ließ.
Beide Biersorten wurden mit der im brauereieigenen Hopfengarten gereiften, eher klassischen, Aromahopfensorte „Hallertauer Tradition“a> hergestellt. Eine Sorte welche nicht ganz so intensiv fruchtig und bitter ist. Grundsätzlich kennen wir IPAs eher mit englischen oder amerikanischen Hopfensorten, welche extrem fruchtig, bitter und würzig sind. Da nur eine Hopfensorte zum Brauen verwendet wurde, können wir also von einem „Single Hop IPA“ sprechen. Grundsätzlich werden eher mehrere Hopfensorten genutzt um noch mehr den Hopfencharakter hervorzuheben.
Die Hachenburger Brauerei, welche eigentlich offiziell Westerwald-Brauerei H. Schneider heißt, gehört zu den ältesten Pils-Brauereien in Deutschland. Bereits seit 1861 wird hier in 5. Generation die Brauerei geführt. Auch die so genannten „Standardsorten“ werden stetig von der DLG und auch durch die Monde Selection (Weltauswahl der Biere) ausgezeichnet.
India Pale Ales sind aktuell die typischen „Craftbeers“ aus den USA und Großbritannien und zeigen in ihrer zum einen fruchtigen aber auch bitteren Art und Weise ganz spezielle Geruchs- und Geschmackseigenschaften, welchen diesen Bierstil für mich zu einem ganz besonderen machen. Immer mehr deutsche Brauereien springen derzeit auf den Zug der „Craftbeers“ auf und kreieren besondere Bierspezialitäten in Form von India Pale Ales. Gut so! Mit diesem Bierstil werde ich mich in einiger Zeit auch nochmal intensiver auseinandersetzen und ihn euch näher bringen.
Mit Sicherheit wird das India Pale Ale im Vergleich zu seinen amerikanischen und britischen Freunden eher mild und elegant wirken. Schließlich muss auch solch eine Bierkreation dem „deutschen Verbraucher“ und seinen Geschmäckern angepasst sein. Aber ich lasse mich auch gern vom Gegenteil überzeugen. Dann machen wir uns mal an das Entkorken der Flasche.
Das India Pale Ale ergießt sich sehr elegant aus der schicken Flasche in ein stillvolles und bauchiges Glas. Das Bier hat eine leicht trübe Kupferfarbe, welche im Licht funkelt und glänzt. Der Schaum ist cremig, äußerst stabil, leicht beige und hält sich ziemlich lang. Der Geruch ist äußerst frisch, fruchtig nach Orangen und Zitronen sowie leicht würzig. Ebenfalls lässt sich eine wunderbare Honignote erschnuppern welche elegant in die Nase steigt. Der Antrunk ist für ein India Pale Ale eher weich, leicht malzig und durchaus fruchtig nach Pfirsich, Orange und Zitrone. Das fruchtige Aroma kommt dann immer stärker zum Vorschein und zieht sich lang und geschmackvoll bis hin zum leicht bitteren und würzigen Abgang, der ebenfalls sehr harmonisch und angenehm anhält.
Ein India Pale Ale welches einen Vergleich mit den typischen amerikanischen oder britischen IPAs absolut annehmen kann. Es ist im Vergleich insgesamt etwas milder, vielleicht auch harmonischer, abgerundeter und auch angenehmer. Dadurch ist es äußerst süffig und die knapp 8% Alkohol machen sich so gut wie nicht bemerkbar. Die Aromen passen wunderbar zusammen und geben dem Gaumen ein tolles Trinkerlebnis. Ein Bier, welches sich den Titel „Gourmetbier“ absolut verdient hat.
Vielleicht können wir hier von einem neuen „Bierstil“ sprechen und es als „deutsches IPA“ bezeichnen oder was meint ihr?
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