Bier und Frauen – Eine Analyse
Der vorliegende Artikel ist natürlich von einer Frau verfasst . Ich persönlich habe mich nicht an dieses Thema heran getraut, aber vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Mann da draußen, der dieses Thema auch mal aus der Sicht der männlichen Denkweise analysieren möchte. Wenn ja, dann einfach eine kurze Email an info@lieblingsbier.de
Die Autorin, Esther Isaak de Schmidt-Bohländer, ist stolze Besitzerin eines Bierfachgeschäfts in Hamburg (www.bierland-hamburg.de) und eine bekannte Bierfachexpertin in Deutschland. Das Thema “Bier und Frauen” wollen wir in den nächsten Tagen und Wochen immer mal wieder aufgreifen, unter anderem mit einer neuen Kolumne, interessanten Gastbeiträgen, Bierempfehlungen, einem Interview mit einer Brauerein aus Franken und vielem mehr. Wir wollen nämlich auch, dass sich die Frauen mehr für Bier interessieren.
Bier und Frauen – Eine Analyse
Vorweg, Frauen die Mischbiere trinken, sind für mich keine Biertrinkerinnen, sondern eher Limonadentrinkerinnen. Diese Spezies müssen wir heute gar nicht beachten und lassen sie einfach mal außen vor.
Aber stellen wir uns doch einmal die Frage: Wer macht eigentlich Bier?
Im Europa nach der Industrialisierung brauen hauptsächlich Männer. Männer brauen ein Getränk, dass Ihnen schmeckt, dass nach einem harten Arbeitstag beruhigt und sättigt.
Bier ist ein männliches Produkt, was sich auch an der Präsentation zeigt: Kaum ein anderes Produkt wird so lieblos dargestellt, wie eine Bierflasche: alte verratzte Flaschen, schmutzig, mit Etikettenleim verschmiert und einer graphischen Darstellung, die den Glauben an Kreativität und Ästhetik schwinden lässt. Ich erspare es uns, auch noch die Bierkisten ins Visier zu nehmen.
Getränkemärkte, Bierabteilungen eines Supermarktes, etc.: Gibt es etwas Unerotischeres als diese Institutionen? Ich kenne nichts. Meist kalt, kahl, trist und geprägt von einer Atmosphäre die mehr an eine Fabrik erinnert als an ein Laden in dem ein Produkt angeboten werden soll. Nehmen wir als Vergleich einmal ein Geschäft für Klamotten, welches von oben bis unten durchgestylt ist und sich ganz an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden orientiert.
Gastronomie: Welches Bier empfehlen Sie mir zu diesem Gericht? Antwort: Wir haben ein Helles und ein Dunkles und unsere Hausmarke. Und was sind das für Biere? Ooh, das weiß ich gar nicht. Das weiß der Chef, aber der ist nicht da.
Welches Bier mögen Frauen? Ich gehe jede Wette ein, dass jede Frau, die Wein und Prosecco trinkt, auch Bier mögen würde, wenn ihr das Richtige empfohlen und angeboten wird. Um dieses zu können, sollte jeder Bierhändler seine Biere kennen und beschreiben können. Desweiteren ist es an der Zeit, dass dem Bier auch eine Geschichte gegönnt wird, dass es leidenschaftlich und wertig präsentiert wird, dass Bier so sexy wird wie unsere Hauptstadt. Ja, sie lesen und schließen richtig: Mit den meisten Verkäufern von heute werden wir keine Frau als Biertrinkerin hinter dem Ofen hervorholen können. Vielleicht ist die Idee aus Dänemark, Bier in Weinläden zu verkaufen, doch nicht verkehrt. Sicherlich gibt es einige Ausnahmen, aber die bestätigen ja meist die Regel.
Einen Seitenhieb auf Bier in grünen Flaschen mit Lichtfaktornote kann ich Ihnen leider auch nicht ersparen: Wenn dieses Aroma aus den grünen und hellen Flaschen strömt, werden wir als Frauen jedes Mal an den Brechreiz erinnert, den wir bekommen, wenn wir in Kneipen an einer offenen Herrentoilettentür vorbeigehen.
Liebe Männer, Ihr dürft das Brauen gerne weiterhin in der Hand behalten, aber wenn Ihr uns als Kunden wollt, fragt uns doch. Wir waren schon immer bereit, viel zu reden. Und meistens schmecken wir mehr, als Ihr. Dafür könnt Ihr aber nichts. Das hat die Natur so gewollt.
Esther Isaak de Schmidt-Bohländer
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Also ich als Frau trinke gern Bier. Allerdings kein Pils sondern ich liebe Weißbier! Einfach herrlich erfrischend und schmackhaft.
Mir sind die Etiketten und die Flaschen eigentlich egal. Hauptsache der Inhalt schmeckt! Aber es stimmt, Getränkemärkte sind extrem unsexy!!
Vorgestern sagt mir ein Mann, daß der Artikel gut sei, daß ihm aber der Aspekt fehle, daß Frauen ohnehin allem Neuen aufgeschlossener begegnen würden. Ich habe mich gefragt, warum ich an diesen Aspekt nicht gedacht habe: Vielleicht hatte ich ja keine Lust, Selbstverständlichkeiten zu erwähnen