Die Gewinner des European Beer Star Award 2011

Felix | 10. November 2011 | Kommentare (4)

Der European Beer Star Awardist einer der anerkanntesten Bierwettbewerbe weltweit. Verbraucher und Brauereien kennen und schätzen diese Auszeichnung, aber der internationale Wettbewerb ist auch ein hervorragendes Medium, um auf die große Brauerei- und Biervielfalt hinzuweisen.

Im Rahmen der Brau Beviale 2011 werden in Nürnberg die drei besten Biere jeder Bierkategorie mit einem Gold-, Silber- und Bronze-Award in insgesamt 50 Kategorien ausgezeichnet. Die Teilnahme sprengte mal wieder alle Rekorde. Insgesamt wurden 1113 Bieren aus 39 Ländern in 49 verschiedenen Kategorien eingereicht. Dies sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund die Hälfte der eingereichten Biere stammte aus Deutschland. Ein 98-köpfiges, internationales Expertengremium hatte in einer ganztägigen Blindverkostung in der Brauakademie Doemens in Gräfelfing die Biere bewertet.

Wir möchten euch die Gewinner vorstellen. Dabei zählen natürlich vor allem unsere heimischen Brauereien. Ebenfalls weisen wir auch auf die neue Deutschland-Ausgabe des GENUSS.bier.pur Magazins hin, welche ebenfalls am 10. November vorgestellt wird.

„Wir hatten noch nie so viele deutsche Brauereien, die mit einer Medaille ausgezeichnet wurden wie heuer – auch ein Indiz dafür, dass bei uns immer mehr Brauer wieder auf Handwerk und Individualität setzen”, kommentiert Werner Gloßner, Hauptgeschäftsführer der Privaten Brauereien.

Die besten Brauereien kamen aus dem angeblichen Weinland Italien, den USA mit ihren Craftbrewerys, dem Bierland Bayern und dem kommende Star Baden-Württemberg. Deutsche Brauereien bekamen insgesamt 52 Medaillen, davon 21 in Gold. Aus Italien stammt auch die erfolgreichste Brauerei, die Birrificio del Ducato aus Parma mit zweimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze. Die Pelican Pub & Brewery in Pacific City (Oregon, USA) war ebenfalls sehr erfolgreich mit zweimal Gold und Silber, sowie einmal Bronze.

Wir haben für euch einige deutsche Gold-Gewinner herausgesucht, die vollständige Liste aller Gewinner findet ihr hier: Gewinner European Beer Star Award 2011

Der Consumers’ Favourite 2011, also die Wahl der Messebesucher, konnte das Schneider Weisse TAP6 Unser Aventinus für sich entscheiden.

South German-Style Weizenbock Dunkel: Schneider Weisse TAP6 Unser Aventinus

Das TAP6 Unser Aventinus von Schneider Weisse hat nicht nur die Messebesucher überzeugt, auch in der Kategorie „South German-Style Weizenbock Dunkel“ konnte wiederholt eine Goldmedaille gewonnen werden. Damit dominiert das Weizenstarkbier von Schneider Weisse zum sechsten Mal in dieser Kategorie. Das TAP6 Unser Aventinus wird bis heute nach alter Tradition gebraut, mit erster Gärung in offenen Bottichen und anschließender Flaschengärung.

Dunkelrubinfarbenes Weizenstarkbier mit cremigem, feinporigem Schaum. Kräftige Noten von reifen Bananen, Rosinen und Pflaumen treffen auf Lakritz- und Röstaromen. Vollmundig und wärmend, klingt ausgewogen und weich aus. Ältester Weissbierbock Bayerns. Seit 1907.

German Style Festbier: Aktien Edel

Das Bier Aktien Edel der Aktienbrauerei Kaufbeuren erhielt zum wiederholten Mal Gold in der Kategorie “German Style Festbier”. Das Kellerbier wurde mit Silber ausgezeichnet und das Leichte Helle erhielt Bronze.

Mit 5.8% vol. Alkohol und einer Stammwürze von 13.3% ist das Edel ein süffiges und schmackhaftes Festbier aus dem Allgäu. Mit einem kräftig-würzigen Arome und einer ordentlichen Bitternote ist das Edel scchön gehopft und angenehm im Abgang. Ein Bier, welches keine Ecken und Kanten hat und somit verdient den Preis gewonnen hat.

European-Style Export Steiner Export Hell

Beim Export konnte das Steiner Export Hell der Schlossbrauerei Stein aus Oberbayern die Jury begeistern. Ein Bier, welches bereits seit Jahren Goldmedaillen einfährt und viele Auszeichnungen bekommen hat. Das vollmundige und leicht malzige Aroma des Exports überzeugt und macht Lust auf mehr. Ein süffiges und harmonisches Bier aus Oberbayern.

European-Style Dunkel: Gold: Richard Wagner Dunkel

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, welches im Herzen Bierfrankens liegt, konnte die Goldmedaille in der Kategorie Dunkel mit in die Heimat nehmen. Das Bier wurde anlässlich des 75. Geburtstages des Chefs Richard Wagner gebraut, hat einen Stammwürzegehalt von 13,4 % und einen Alkoholgehalt von 5,5 %. Der für dunkle Biere typische malzig – süßliche Geschmack wird mit einem feinem Hopfenaroma abgerundet und machen es zu einer sehr süffigen dunklen Bierspezialität.

German-Style Doppelbock: Staffelberg-Bräu Doppelbock

Auch Grund zur Freude hat die Staffelberg-Bräu aus Bad Staffelstein-Loffeld, welches in Oberfranken liegt. Über die Brauerei wird demnächst ein ausführlicher Bericht auf Lieblingsbier.de erscheinen. Der Sieg vom letzten Jahr konnte also wiederholt werden und es zeigt sich, dass auf konstant hohem Niveau gebraut wird. Ich muss auch sagen, der Doppelbock ist auch einfach der Hammer. Ein malziges Aroma, weiches Brauwasser, leichte Noten von würzigen Hopfen, Gewürze, Honig und Zitrusfrüchten machen diesen Doppelbock mit 7% Alkohol zu einem wahren Geschmackserlebnis.

German-Style Dunkler Bock: Glückauf Bock Dunkel

Beim Dunkel Bock konnte die Glückauf-Brauerei aus der Nähe von Zwickau mit ihrem Bock das Rennen machen. Mit gerade einmal 5,9% Alkohol ist der Bock ein angenehmer, malziger und röstaromatischer Trunk. Welcher gerade jetzt in die kalte Jahreszeit sehr gut hineinpasst.

German-Style Heller Bock: Ruppaner Bock Hell

Aus der Ruppaner Brauerei vom Bodensee, genauer gesagt aus Konstanz, stammt der Gewinner der hellen Bock Kategorie. Das relativ starke und kräftige Bockbier, welches immerhin stolze 7,1% Alkohol besitzt, ist hopfenbetont und würzig im Geschmack. Trotz allem hat es eine erfrischende und spritzige Note und paart somit alle Kriterien in ein Bier, die ein guten Bock ausmachen.

German-Style Helles / Lager: Schönramer Hell

Die Landbrauerei Schönram, mit dem amerikanischen Braumeister Eric Toft, braut nicht nur ganz besondere Biere, sondern auch richtig gute “einheimische”, so wie das Schönramer Hell. Im südost­bayrischen Raum eines der beliebtesten Biere und auch beim Beer Star Award die Nummer 1 in der Kategorie Helles.

Ein Bier welches definitiv, trotz des beliebten Hellen, etwas besonderes ist. Sehr hell im Vergleich zu anderen seiner Gattung, was durch eine spezielle Gerstensorte erreicht wird. Im Geschmack sehr weich, rund und einer guten Mischung zwischen Hopfen und Malz. Dazu eine feine bittere Hopfennote im Abgang und ohne Kompromisse ein perfektes Bier!

German-Style Märzen: Weltenburger Kloster Anno 1050

Das beste Märzen stammt aus der Klosterbrauerei Weltenburg in Kelheim. Mit dem traditionellen Weltenburger Kloster Anno 1050 konnte die Kategorie Märzen nach Deutschland geholt werden. Diese Medaille ist eine weitere Auszeichnung neben vielen weiteren (DLG-Gold, World Beer Cup Silber, etc.).

Das Märzen ist vollmundig, würzig und ziemlich malzbetont. Ebenfalls mischt sich ein angenehmer süßlicher Grundton in den Geschmack. Der Abgang beim bernsteinfarbenen Bier ist kurz, aber kräftig herb.

South German-Style Hefeweizen Hell: Baisinger Teufels Weisse

Eine Überraschung ist die Preisvergabe in der Kategorie Hefeweizen hell. Hier gewinnt eine Brauerei aus Baden-Württemberg und nicht aus dem Weizenland Bayern. Die Baisinger BierManufaktur, welche durch Familie Teufel geführt wird, aus Rottenburg-Baisingen kann diesen Preis mit Stolz in die Heimat mitnehmen. Eine interessante Brauerei welche sich da hervorgetan hat und auch mit ihrem sehr informativen Internetauftritt (u.a. Empfehlung von Speisen zum Bier) voll überzeugt. Von ihr werden wir bestimmt noch öfters hören und auch Lieblingsbier.de hat eine neue Brauerei entdeckt.

Das Hefeweizen hell mit 5,2 % Alkohol ist eine erfrischende und fruchtige Komposition, bei dem auch das Weizenmalz eine überragende Rolle am Gaumen spielt. Ein wunderbares Hefeweizen mit einem tollen Abgang und einer guten Kombination von ausgewogenen Zutaten. Verdient gewonnen! Übrigens auch in der Kategorie South German-Style Kristallweizen konnte die Baisinger BierManufaktur den ersten Platz abräumen. Die verstehen wirklich etwas von ihrem Handwerk.

Ultra Strong Beer: Faust Eisbock

Aus dem Brauhaus Faust ín Miltenberg bei Aschaffenburg konnte in der Kategorie Ultra Strong Beer voll überzeugen und räumte dort, vor der Konkurrenz aus den USA, den ersten Platz ab. Der Eisbock, welcher leider erst ab Frühjahr 2012 für den Biergenießer erhältlich ist, ist eine kräftig braune Bierrarität mit cremfarbenem Schaum, intensiven Malz-, Marzipan-, Dörrobst-, Schoko- sowie leichte Sherrynoten. Auf der Zunge ist es weich mit einem kräftigen Körper und angenehm moussierend.

German-Style Schwarzbier: Störtebeker Schwarzbier

Die Stralsunder Brauerei aus dem hohen Norden kann mit ihrer Störtebeker-Bierlinie und vor allem mit dem naturbelassenen und untergärigem Störtebeker Schwarzbier voll überzeugen und gewann hier die goldene Medaille.

Das tiefschwarze Bier hat eine milde Kohlensäure und versprüht feine Röst- und Malzaromen, welche sehr angenehm mit Kaffee, Karamel und ein wenig Bitterschokolade gepaart sind. Alles in allem ein tolles Bier aus einer tollen Brauerei, welche viele weitere spannende Biersorten im Angebot hat. Wir durften vor kurzem das Choco-Porter verkosten und freuen uns euch bald mitzuteilen, wie diese spannende Kreation schmeckt.

German-Style Pilsner: Hofmann Hopfengold

Aus der Privatbrauerei Hofmann, welche im Aischgrund in Franken ihre Biere braut, stammt mit dem Hopfengold das beste Pilsener. Mit Hopfen aus der Halltertau, weichem Brauwasser und helles Pilsener Gerstenmalz hat der Braumeister ein ganz edlen und hopfenbetonten Tropfen kreiert. Ein weiches Bier, eine angenehme Rezenz und eine feine Hopfenbittere im Gaumen zeichnen dieses Pilsener aus.

Ein Klassiker, bei dem alle Zutaten wohlwollend zusammen passen und insgesamt ein sehr schmackhaftes und hochqualitatives Bier ergeben.

Obergäriges Bier mit Alternativen Getreidesorten: Distelhäuser Dinkel

Aus Baden-Württemberg stammt das beste Bier, welches mit alternativen Getreidesorten gebraut wurde. Das Distelhäuser Dinkel aus der Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer in Tauberbischofsheim konnte die Jury mit seinem Gesamtpaket überzeugen und den ersten Platz einfahren.

Der Dinkel, welcher das ursprüngliche Getreide darstellt, ist viel älter als zum Beispiel Weizen. Diese obergärige, unfiltrierte Bierspezialität ist leicht würzig, vollmundig, süffig, erfrischend und angenehm rund im Geschmack.

South German-Style Hefeweizen Bernsteinfarben: Ayinger Ur-Weisse

Aus dem kleinen Ort Aying stammt die Ayinger Ur-Weisse der Brauerei Aying Franz Inselkammer. Die Ur-Weisse konnte die Jury überzeugen und in der Kategorie “South German-Style Hefeweizen Bernsteinfarben” die Goldmedaille abräumen.

Die Ayinger Ur-Weisse ist ein stark bern-steinfarbiges, hefetrübes Weizenbier. Das Bier ist kräftig im Antrunk und malzaromatisch. Der obergärige, hefige Geschmack ist unverkennbar. Das Bier hat reichlich Rezenz und eine geringe Bittere. Das fruchtige, malzig milde Aroma überzeugt und verdient somit auch den ersten Platz.

South German-Style Hefeweizen Dunkel: Stockbauer Weisse Dunkel

Aus Passau stammt das Stockbauer Weisse Dunkel und somit der erste Platz in der Hefeweizen Dunkel Kategorie. Das Bier, welches von der Löwenbrauerei Franz Stockbauer stammt, konnte die Jury überzeugen und den ersten Platz nach Niederbayern holen.

Der Gaumen verspührt ein malziges Aroma mit Noten von Karamell, Kakao und Weizen-Malz. Ebenfalls ist das Dunkle Weizen leicht süß mit einigen fruchtigen Noten. Ein schönes Aroma mit einer angenehmen Süffigkeit.

Düsseldorf-Style Altbier: Barre Alt

In der Kategorie Altbier hätten wir ja eigentlich eine Brauerei aus Düsseldorf vorne erwartet, doch die Privatbrauerei Ernst Barre mit dem Siegerbier Barre Alt stammt aus dem Ort Lübbecke, welcher zwischen Hannover und Osnabrück liegt. Dabei ist das Barre Alt ein angenehmes, leicht süßliches und bekömmliches Altbier. Welches eine fein herbe Würze hat und einen malzigen Grundton.

German-Style Kellerbier Dunkel: Wiesener Kellerbier

Das Kellerbier Dunkel aus dem Brauhaus Wiesen stammt, konnte sich gegen die starke Konkurrenz behaupten. Das Wiesener Kellerbier, welches aus Unterfranken stammt, ist ein richtig malziges und würziges Trinkerlebnis. Die gute Kombination zwischen der Bitterkeit vom Hopfen und der Süße des Malzes machen dieses dunkle Kellerbier wirklich zu einem Schmankerl.

German-Style Kellerbier Hell_ Weiherer Keller

Im Jahr 2009 und 2010 noch Bronze und dieses Jahr endlich die goldene Medaille. Das Weihrer Keller aus dem oberfränkischen Brauerei-Gasthof Kundmüller konnte in der Kategorie Kellerbier Hell den ersten Platz abstauben. Das naturbelassene, hefetrübe und unfiltrierte Kellerbier verdiente sich zu Recht höchste Noten, da es in seiner ganzen Art und Weise einfach besticht. Angenehme Malznoten, frische Hopfennoten und eine schöne Rezenz.

Bis zum nächsten Jahr! Prost!

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Category: Bier Allgemein, Bier Events, Bier International, Bier Marketing, Biere, Brauereien

Kommentare (4)

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  1. Franzal sagt:

    Klasse Aufstellung! Auch wenn die Übersicht ein wenig fehlt ist es doch mal toll alle Gewinner auf einen Blick zu haben!

    Schon interessant welche Biere aus Deutschland gewonnen haben. Aber wenn wir mal sehen das es fast 50 Kategorien gibt, dann ist da noch viel Luft nach oben, vor allem bei den eher unbekannten Kategorien.

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