Bierverbot für Teenager? Verkaufsverbot für Oettinger & Co!
Derzeit wird wieder einmal ein heißes Eisen von unseren Politikern in Berlin angefasst. Ähnlich wie in der derzeitigen Situation mit den „gewalttätigen“ Ausschreitungen bei Fußballspielen wird hier über ein komplettes Verbot nachgedacht. Dabei sollte vielleicht an einer anderen Stellschraube gedreht werden.
Die künftige rot-schwarze Koalition im Berliner Senat prüft ein generelles Verkaufsverbot von Alkohol an Minderjährige. Somit wäre es für Jugendliche unter 18 Jahren verboten Bier oder Wein zu kaufen. Ist dies der richtige Schritt um den Kampf gegen übermäßigen Alkoholkonsum bei Jugendlichen anzugehen oder nur purer Aktionismus?
Jugendliche kommen immer an Alkohol
Grundsätzlich kann ich, aus eigener Erfahrung sagen, dass es bisher immer möglich war für Jugendliche unter 18 Jahre an Alkohol zu kommen. Darin mit inbegriffen waren natürlich auch hochprozentige Alkoholika wie Wodka, Rum oder Liköre. Das „besinnungslose Komasaufen“, um welches es vor allem geht, wird vor allem mit hochprozentigen Getränken durchgeführt. Hier kippen sich die Jugendlichen gerne mal in kleiner Runde ein oder zwei Flaschen Wodka hinter die Birne und drehen dann ihre nächtlichen Runden. Mit Bier oder Wein ist dies natürlich auch möglich, keine Frage. Auf Grund unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft bevorzugen die Jugendlichen dann aber eher die schnellere Lösung und greifen gleich zum hochprozentigen Sprit. Das Bier ist da nur der Begleiter um den beißenden Geschmack des billigen Wodkas runterzuspülen
Der Reiz Regeln und Verbote zu brechen ist da
Was bringt also ein Verbot von Bier und Wein? Meiner Meinung nach nicht viel. Den Jugendlichen reizt es den Verbote zu umgehen. Die Grenzen und Regeln sind in der Lebenswelt der Jugendlichen nicht da um sie im Zaum zu halten, sondern diese Grenzen und Regeln werden bewusst gebrochen um seine eigenen Grenzen auszutesten und zu erfahren. Dies geschieht nicht nur im normalen Alltag, sondern auch in der Erziehung und ist somit ein „normaler“ Entwicklungsschritt.
Prävention und Aufklärung sollte forciert werden
Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger mehr in Prävention und Aufklärung zu investieren. Das Thema „Alkohol“ muss sensibler angefasst werden und die Aufklärung der jungen Menschen sollte forciert werden. Hier ist es bereits wichtig in jungen Jahren in der Schule anzusetzen und die Jugendlichen auf das Thema „Alkohol“ vorzubereiten, da früher oder später die Berührung sicherlich kommen wird. Natürlich ist übermäßiger Alkoholkonsum eine Sucht und sollte nicht verharmlost werden. Bier und Wein sind hier „Einstiegsmöglichkeiten“, wobei Bier und Weihn eher eine „gesellige“ Beigabe sind und kein Getränk um sich zu besaufen. Wenn der Jugendliche letzteres machen möchte, dann kann er das, egal wie streng ein Verbot ist. Dieses Bewusstsein muss aber erst in den Köpfen verankert werden.
Beispiele, dass es auch mit Prävention geht, zeigen die Kampagnen des deutschen Brauer Bundes. Hier ist es vor allem wichtig, dass diese mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Ebenso soll es um den „bewussten Genuss“ gehen und nicht um das „sinnlose besaufen“. Nicht nur der Brauer Bund setzt sich bei der Prävention gegen Alkoholmissbrauch ein, auch viele weitere Organisationen und Initiativen kämpfen bereits an der Front. Auch in Berlin gibt es dazu einige lobenswerte Projekte, welche unter anderem von der Bundesregierung gefördert und unterstützt werden.
Die Bundesregierung selber setzt sich mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gegen den Alkoholmissbrauch ein. Hier zählen unter anderem die Angebote “Bist Du stärker als Alkohol?” mit der Aktion “Na Toll” und die Kommunikationskampagne “Alkohol ? Kenn dein Limit” zu den führenden Maßnahmen. Dabei geht es darum, dass die Jugendlichen selbst ihren Alkoholkonsum reflektieren und über Informationsvermittlung rund um das Thema Alkoholabhängigkeit. Weiterhin hat die Kampagne “Don’t drink too much – STAY GOLD”, welche in Kooperation mit Prominenten und Sportlern durchgeführt wurde, für einiges an Aufsehen gesorgt.
Die Kampagne praevention-na-klar.de setzt sich speziell für Berlin mit dem Thema Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen auseinander. Auf der Homepage ist zu entnehmen, dass die Kampagne im letzten Jahr so erfolgreich war, dass sie 2011 weiter geführt wird. Träger ist übrigens der Berliner Senat und alle 12 Berliner Bezirke.
Doch sind diese Angebote präsent genug und vermitteln sie wirklich ihre Ziele und noch viel wichtiger, erreichen sie ihre Ziele? Anscheinend nicht, sonst würde nicht über ein „Verbot“ diskutiert werden. Somit haben die Präventionskampagnen bisher versagt.
Verbot von Billiganbietern als Lösung?
Ein weiterer Punkt sind die vielen Billigbieranbieter. Oettinger & Co. steuern meiner Meinung nach einen erheblichen Teil zum „Massenkonsum“ bei. Wenn der Kasten Bier nur knapp 5€ kostet, dann ist es natürlich auch für Jugendliche lukrativ sich mit Bier zuzuschütten. Wenn diese Billiganbieter vom Markt verschwinden würden und wir einen anständigen Preis für anständige Qualität hätten, dann wäre dieses Problem nicht mehr gegeben. Das Selbe gilt übrigens auch für den Wein. Die Jugendlichen sind nicht bereit viel Geld in ihr „Rauschmittel“ zu investieren. Das dann auch der normale Konsument unter der Erhöhung der Preise leiden würde, ist wohl aus solidarischen Gründen zu akzeptieren. Immerhin geht es um die Gesundheit unserer Kinder und wir Konsumenten hätten hervorragende Qualität in unseren Gläsern.
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Category: Bier Allgemein, Bier Artikel, Bier und Gesundheit








Der Brauerbund hat sich mit einem klaren Statement bereits zu Wort gemeldet:
http://www.brauer-bund.de/index.php?id=568
“Bierverbot in Berlin illusorisch und daher überflüssig
Die Absicht der Berliner Koalitionäre, das Abgabealter für Bier zum Zweck der Missbrauchsbekämpfung von 16 auf 18 Jahre anheben zu wollen, ist populistische Augenwischerei und kein wirksamer Beitrag für ein Mehr an Jugendschutz.”
Völliger Schwachsinn!
Wie soll den eine Anhebung des Alters den Alkoholmissbrauch eindämmen? Der Großteil der Jugendlichen ist ja jetzt bereits schon UNTER 16 Jahren und fallen durch übermäßigen Alkoholkonsum auf!
Naja, typisch Sesselfurzer!! Keine Ahnung vom realen Leben!
haha!! Wieder ein toller Vorschlag! Fast jeder Supermarkt verkauft Schnaps an unter 18 Jährige!
Gefragt sind, welche Einflus auf die Jugend haben und den Jungen Leuten Werte vermitteln können. Verbote reizen nur dazu, sie zu unterlaufen. Ein über 18 Jähriger in einer Grupp unter 18 Jähriger reicht für die “legale” Beschaffung aus und schon steigt die Party. Solange gewisse Medien Personen am sozialen Rand der Gesellschaft beispielgebend darstellen, werden Staat, Schulen und Eltern wenig Chancen gegen den Jugensuff haben. Preiswerte Bierproduzenten Öttinger und Co ärgern zwar die teuren Brauer, haben aber keine Schuld am Problem. Zum Wojle, Gustl
Wenn der Preis für alkoholische Getränke erhöht werden würde, dann würde die Gesellschaft Weg
vom “Konsum” hin zum “Genuss” kommen. Zigaretten werden ja auch teurer aus diesen Gründen.
Eine höhere Alkoholsteuer könnte dazu dienen mehr Geld für präventive Maßnahmen oder Bekämpfung des Alkoholismus zu bekommen. Der Genießer würde dann mit seinem Geld medizinische und soziale Organisationen und Projekte unterstützen.
Aber gut, jeder hat seine Meinung und im Endeffekt können wir das nicht beeinflussen.