30. Sept. 2011 – Das Aus der Schwelmer Brauerei?!
Wochenlang haben Mitarbeiter, Bierliebhaber und viele weitere Menschen dafür gekämpft und sich eingesetzt, dass die 180-Jährige Braukultur in Schwelm weiterhin bestand haben wird. Allerdings sieht es nun so aus, dass alles “umsonst” gewesen ist. Umsonst? Nein, umsonst war der Kampf aller Beteiligten nicht.
Es wurde viel versucht, eigentlich wurde alles versucht. Es gab viele Veranstaltungen, Demonstrationen, die Gründung eines Vereins zum Erhalt der Schwelmer Bierkultur, die Gründung einer Genossenschaft, viele Gespräche mit potentiellen Investoren, mit dem Insolvenzverwalter, Aufklärungsarbeit über Social Media und Unterstützung aus ganz Deutschland. Wir können vor dem Engagement nur den Hut ziehen und gratulieren allen für den Erfolg.
Das es am Ende wahrscheinlich nicht gereicht hat, liegt sicherlich nicht am Kampf für den Erhalt der Schwelmer Brauerei, sondern an wirtschaftlichen Interessen, Wirrungen und Irrungen in der Vergangenheit und auch ein wenig an unserem System. Trotzdem, Hut ab und danke für euren Einsatz und wer weiß, vielleicht wird ja doch noch alles gut.
Zuletzt waren noch zwei potentzielle Investoren vorhanden, welche aber wieder angesprungen sind. Die Maschinen der Schwelmer Brauerei stehen nun still. Am 15. November soll alles versteigert werden. Die Tanks wurden bereits verkauft und werden Ende Oktober demontiert. Ein wenig Bier ist noch vorhanden, was damit passieren wird, wird in der nächsten Woche entschieden.
Ich möchte euch nun einen traurigen, aber auch hoffnungsvollen, Beitrag der Unterstützerplattform ploepp.net präsentieren:
Am heutigen Freitag, den 30.09.2011, findet ab 20 Uhr eine (vorerst) letzte Aktivität von Verbündeten zum Erhalten der Schwelmer Brauerei vor der Schließung statt. Ort des Geschehens ist vor dem Verwaltungsgebäude der Schwelmer Brauerei am Bürgerplatz. Wenn es nach dem Insolvenzverwalter und nicht eindeutig auszumachenden Interessenkreisen geht, endet an diesem Tag die letzte mehr als 180-Jährige Braukultur in der Region.
Diesmal haben sich die Verantwortlichen der „Schließungsgegner“ für eine andere Form des Protestes als einer lauten Demo entschieden. Dazu heißt es in einem Aufruf:
„Wir haben in den letzten Wochen und Monaten gezeigt, dass WIR demonstrieren, argumentieren, plöppen und durchhalten können. Wir haben gemeinsam die Öffentlichkeit über die bevorstehende Schließung der Brauerei informiert. Haben die Medien und Politiker sensibilisiert … und auch etwaige Investoren.
Nichts davon geschah umsonst und zeigte Wirkung. Die seriöse Presse (!) berichtete objektiv darüber. Die Parteien bekundeten “Unterstützung”. Nun wird sich bald zeigen (müssen), ob das Engagement jedes Einzelnen von UNS das drohende Schicksal der Brauerei und ihrer Mitarbeiter hat mit abwenden können.
Lasst uns diesen, sicherlich historischen Termin, 30. September 2011, als jenen Tag würdigen, dass WIR gemeinsam Gesicht & Flagge gezeigt, und trotz widriger Umstände niemals aufgegeben haben. Bringt an diesem Freitagabend weiße Lichter mit, als Symbol für: Glück und Neuanfang …”
Da der heutige Freitag der Tag der endgültigen Schließung der Brauerei ist, wünscht man sich eine stimmungsvolle Atmosphäre. Allerdings keinen Trauermarsch. Aufgerufen wurden die Anwesenden, mit weißen Kerzen / Windlichtern ausgestattet teilzunehmen. Zu Anfang werden kurze Statements von Verein- und Mitarbeitervertretung gehalten. Im Anschluss daran folgt eine Lesung aus dem Buch „Andere Schweinereien und die Insolvenz“ von Ana Lyse. Danach schließt sich der in Wuppertal beheimatete und in Schwelm lebende Autor Wolfgang Todtenhausen mit einem Leseteil aus seinem Roman “Stachelherzen” an. Nicht zuletzt deshalb, weil der Brunnen der Schwelmer Brauerei, einen inspirierten Bezug zur Romanhandlung hat, und darin ein Widersacher ein unrühmliches Ende in einem Braubrunnen nimmt.
Übrigens, dass war noch der aktuelle Stand am 27. September 2011. So schnell geht es manchmal:
Aufgrund der Diskussionen in der Facebook-Gruppe, ein kleiner Zwischenbericht in Stichworten:
■ Es gibt weder von der Genossenschaft, noch von der Belegschaft oder aus Reihen der Initiative einen so genannten Plan B. Wir tun alles, um die Brauerei am jetzigen Standort zu erhalten
■ Am Donnerstag finden Gespräche von Investoren mit dem Insolvenzverwalter statt.
■ Noch heute sollen Informationen über einen Investor und sein Konzept an die Presse gehen. Diese gibt es dann auch hier.
■ Es soll erreicht werden, dass regionale und überregionale Presse im Anschluß an die Gespräche noch vor Ort informiert werden.
■ Für den Fall, dass die Gespräche einen positiven Verlauf nehmen, hat der Besitzer der Immobilie für Freitag einen Termin bezüglich einer Pachtvereinbarung in Aussicht gestellt.
■ Die aktuelle Situation rechtfertigt keinerlei Diskussionen um die Person des Immobilien-Besitzers oder andere am Verfahren beteiligte Personen. Auch klassenkämpferische Parolen sind fehl am Platz und könnten unsere Ziele gefährden.
■ Bitte noch ein wenig Ruhe und Geduld. Vielleicht haben wir schon bald Grund zu Feiern …
Wir wüschen weitern viel Kraft und viel Erfolg!
Bier-Relevanz / interessante Artikel:
- Mitarbeiter kämpfen für den Erhalt der Schwelmer Brauerei
- Aktuelles zum “Erhalt der Schwelmer Brauerei”
- Status quo: Brauerei-Sterben in Deutschland
- Brauerei Oettinger mit eigenem Bierzelt auf dem Oktoberfest 2011
Category: Bier Allgemein, Brauereien






Hallo in die Runde – ist denn allen immer noch nicht klar welches Spiel da gespielt wurde und immer noch wird.. Bier gibt es genug und z.B. die “Drei Musketiere” der Wicküler finden sich nur noch auf Flohmärkten….
Aber innerstädtische Grundstücke sind dagegen schon rarer. UNd dieser Herr Lobeck – naj a, das ist eine andere Geschichte…
.. und was ich noch sagen wollte – mit der Geschichte “Wie mache ich eine Brauerei platt” könnte sich jeder Volontär vor Ort zum “Wächter-Preis” bewerben ….
Der Wächter Preis ist:
“Wächterpreis der Tagespresse”:
“Couragierte Reporter” auszeichnen, die in “Wahrnehmung von staatsbürgerlichen Rechten”,
“den Kampf um eine saubere Verwaltung aufnehmen”,
“Übergriffe der Bürokratie oder anderer Machtgruppen”
recherchieren und darüber berichten und dabei
ohne Rücksicht auf Namen und bestehende Verhältnisse
Missstände schonungslos aufdecken,
dies ist das Ziel des “Wächterpreis der Tagespresse”. So hat es die Stiftung, die die Preise vergibt, formuliert.
Wie jedesmal in einer Wirtschaftsgeschichte geht es nur ums liebe Geld. Die Schließung der Brauerei ist doch schon vor zwei Jahren gefallen. Auch wenn es zu dem Zeitpunkt keiner hören will. Es ist halt so. Wie mache ich aus einem Grundstück was Geld kostet ein Wertvolles Grundstück ohne dabei mein Gesicht zu verlieren.Ich ziehe mich v0her aus der Öffentlichkeit zurück.
Aber eines das weiß ich für mich persönlich. Die Plörre aus Meinersschitthagen werde ich nicht kaufen. Schönen dank Herr J
Zitat:”….. ein wenig Ruhe und Geduld. Vielleicht haben wir schon bald Grund zu Feiern …”
DIESER Satz gilt nach wie vor! Abhaken, Kopp einziehen und zur “Tagesordnung” übergehen gilt nicht!
Was ist jetzt aus dem warten geworden.
Im Kampf zu verlieren ist hart,aber wer nicht Kämpft hat schon verloren.
Glück auf
.. das gibg aber schnell mit der Verwertung des Geländes und zeigt – wer da mit wem sich was zusammen braut !!!
Radio Ennepe Ruhr vom
24.10.2011 06:30
Die Stadt Schwelm hat jetzt die Entwicklung mehrerer Flächen für die Zukunft angestoßen.
Die Pläne der Stadt hat der Rat jetzt abgesegnet.
Dazu gehört unter anderem das Brauerei-Gelände. Da will die Stadt eine künftige teilweise Wohnbebauung auf jeden Fall nicht ausschließen. Das solle dann mit einem Bebauungsplan gelenkt werden, heißt es in der beschlossenen Vorlage. Weiterhin im Auge hat die Stadt den Sportplatz Wilhelmshöhe, der zu einem Sport- und Freizeitpark für Jugendliche umgebaut werden soll. Eine zentrale Sportanlage für Schwelm soll dann im Bereich des Bahnhofs Loh entstehen. Außerdem soll der Bereich entlang der B 7 von Einzelhandel freigehalten werden, der ins Stadtzentrum gehört
[...] (typeof(addthis_share) == "undefined"){ addthis_share = [];}Wir erinnern uns alle noch gut an den Kampf vieler engagierter Bierfreunde und Liebhaber, welche vor einiger Zeit versuchten die Schwelmer Brauerei vor der Insolvenz zu retten. Viel wurde [...]