Biertest: Oktoberfestbier der Wiesn 2011
Auch dieses Jahr haben die Münchner Brauereien für das Oktoberfest ein spezielles Festbier eingebraut. Wie jedes Jahr überschütten sich die Brauereien gegenseitig mit Lob und heben das einzigartige Oktoberfestbier hervor. Natürlich muss immer wieder das Besondere dieses Bieres benannt werden, so wird es ja nicht gerade günstiger, sondern ist im Vergleich zum letzten Jahr wieder etwas teurer geworden.

Grundsätzlich werden wohl 95% der Wiesnbesucher ihre Maß mit einem 10 Euro Schein und den Worten “Danke – passt schon” bezahlen. Auch wenn das Trinkgeld bereits im Preis mit inbegriffen ist, sollte der Bedienung auch ein wenig Wertschätzung entgegengebracht werden, so sind diese für ihre Arbeit nicht gerade zu beneiden. Da bieten sich übrigens auch immer ein paar nette Worte an, auch wenn es mal etwas länger dauert. Am teuersten ist der Gerstensaft in der Löwenbräu Festhalle, am günstigsten im Burtscher-Zelt mit 8,70 Euro.
Noch teurer als das Oktoberfestbier ist das Weißbier. Hier ist die 10-Euro-Marke längst durchbrochen. Die Käfer Wiesn Schänker verlangt bereits 13,60 Euro für einen Liter Weißbier.
Ein ausführlicher Erlebnisbericht wird natürlich folgen!
Aber gut, nun wollen wir uns dem Oktoberfestbier 2011 etwas genauer widmen. Wir haben mit allen sechs Oktoberfestbieren einen Biertest vollzogen und möchten euch diese nun in zwei Teilen vorstellen. Das Oktoberfestbier ist ein untergäriges, helles Festbier und wird speziell von den Brauereien nur zur Wiesn gebraut. Es verfügt über eine höhere Stammwürze von rund 13,5% und somit auch über einen höheren Alkoholgehalt von etwa 6%. Vom Geschmack her ist es meist fein herb, süffig, malzig und mit leichten Bitteraromen. Trotzdem unterscheiden sich alle sechs Wiesnbiere ein wenig im Charakter.
Ausgeschenkt wird das Bier in einem Maßkrug, welcher ungefähr einen Liter fasst. Allerdings wird bei einem Einschenktempo von 3 Sekunden pro Maßkrug selten die ein Liter Marke erreicht, was bereits vor einigen Jahren einen gezielten “Ausschankbetrug” durch die Wiesnwirte hervorbrachte. Tatsache ist, dass kaum eine Maß wirklich auch über einen Liter Bier verfügt. Hier ist besonders die sehr gute Aufklärungsarbeit vom Verein gegen betrügerisches Einschenken zu benennen, welcher jedes Jahr auf dem Oktoberfest Einschenktests durchführt.
Die Maß Oktoberfestbier kostet in diesem Jahr zwischen 8,70 Euro und 9,20 Euro(2010: 8,30 und 8,90 Euro). Seit dem Jahr 1950 ist der Preis für eine Maß um fast 1000% gestiegen. Im Vergleich dazu stieg der Preis von einem Liter Benzin um nur 350%.
Biertest Oktoberfestbier Spaten Bräu
Der wenigste Alkoholgehalt mit 5,7%. Der Schaum hat eine feinporige, feste Krone, welche sich zunächst stabil hält, dann aber zusammenfällt. Die Farbe ist hell und gold gelb schimmernd. Der Geruch ist geprägt durch den Hopfen, leicht grasig und würzig in der Nase.
Der Geschmack des Bieres ist sehr süffig, leicht malzig und mit einer feinen Hopfenperle unterlegt. Der Abgang ist trocken und hat einen leichten Bitteren Nachhall. Schönes Bier mit feinen Ecken und Kanten. Tolle Ausgewogenheit zwischen mildem aber auch bitterem Aroma. Absolut empfehlenswert!!
Biertest Oktoberfestbier Löwenbräu
Das Löwenbräu hat einen Alkoholgehalt von 6,1% und 13,7% Stammwürze. Die Farbe ist goldgelb und hell schimmernd. Der Schaum feinporig und fluffig. Er hält sich leicht auf dem Bier und bleibt konstant in der Dichte. Der Geruch ist leicht malzig, süsslich mit leichten Rosttönen.
Der Geschmack ist im Antrunk leicht und mild, wird dann blumig und würzig mit einer leichten Süsse. Der Hopfen dominiert, die Bitterkeit kommt erst im Abgang voll zur Geltung. Im Mittelteil leicht blechern, metallisch. Langer Abgang.
Biertest Oktoberfestbier Hofbräu
Das Oktoberfestbier von Hofbräu hat ein helle, goldgelbe Farbe und bekommt sofort eine schöne relativ feinporige und cremige Schaumkrone. Diese hält sich im Vergleich ziemlich lang, fällt dann aber auch fast komplett zusammen. Der Geruch ist durch den Hopfen geprägt. Ebenfalls lässt sich eine feine Malznote erahnen.
Vom Geschmack her ist das Hofbräu durchaus malzig, süsslich, mit einer feinen Zitronennote. Der Abgang ist relativ herb, bitter und trocken. Die Ausgewogenheit hätte hier ein wenig feiner sein dürfen.
Mittlerweile werden fast alle Oktoberfestbiere aus Stahltanks abgezapft. Lediglich in den Augustiner Festzelten erfolgt der Ausschank noch aus den traditonellen 200-Liter Hirschen, welche aus Holz gefertigt sind. Immerhin ein wenig Tradition wird bewahrt.

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“Lass dir raten, trinke Spaten!” – Das Wiesnbier ist für mich genau das richtige. Wie hier gut erkannt, ein Bier mit Charakter. Das Augustiner Oktoberfestbier ist auch lecker. Kommt das auch noch in einem Test?
Gerade eben werden die anderen drei Oktoberfestbiere verkostet, u.a. auch das Augustiner. Macht keinen schlechten Eindruck.
Ein kleines Fazit vorab: Alle recht ähnlich, aber trotzdem hat jedes seinen eigenen Charakter – Aber spielt das überhaupt eine Rolle auf der Wiesn?