Der Rote Oktober im Biertest
„Die Welt ist spannend und aufregend, doch kommen die meisten Biermarken langweilig und behäbig daher“, erklärt Mirko Bode, Verantwortlicher für das Bier, welches durch unser Biertestlabor gelaufen ist und mit dem sehr passenden Claim “heute schon genossen?” daher kommt. Das dieses Bier mit dem Namen „Roter Oktober“ etwas anders ist, als herkömmliche Biere, wird beim ersten Blick bereits klar.
Ganz so neu ist der „Rote Oktober“ übrigens nicht, allerdings ist er in der jetzigen Form noch nicht einmal ein Jahr alt. Der „Rote Oktober“ wurde bereits Anfang 2000 in Rostock produziert. Trotz seiner großen Beliebtheit bei Bierkennern musste es im Zuge wirtschaftlicher Rationalisierung nach einigen Jahren wieder eingestellt werden. So blieb der „Rote Oktober“ ein Mythos, der zwar verschwunden, aber nicht vergessen war.

Anfang 2011 begann ein kleines Team um Mirko Bode mit der Wiederbelebung eines Totegesagten. Nach vielen Telefonaten und durchgearbeiteten Nächten standen die ersten Probeabfüllungen Roter Oktober aus dem Böhmisch Brauhaus aus Sachsen in seiner Berliner Privatwohung. Die Etiketten wurden per Hand aufgeklebt und das Bier einem kritischen Geschmackstest unterzogen und für „perfekt“ bestimmt.
Somit wird das „kommunistische“ Bier mit einem großen Augenzwinkern derzeit vor allem in Berlin angeboten. Auf dem 15. Internationalen Bierfestival bin ich dann auch mit Mirko Bode ins Gespräch bekommen. Ein Bier-Enthusiast, der Gespür und Lust empfindet etwas „anderes“ voran zu treiben und mit seinem „Roten Oktober“ den Markt und vielleicht auch die Welt zu erobern.

Bierart: Pilsener
Name: Roter Oktober
Hersteller: Böhmisches Brauhaus
Brauort: Großröhrsdorf/Sachsen
Alkohogehalt: 4,9 % Vol.
Homepage: www.roter-oktober.com
Aussehen: (Schaum, Farbe, Kohlensäure, Flasche, Besonderheiten, etc.)
Die bauchige Flasche mit dem roten Etikett ist natürlich der absolute Hingucker und das Markenzeichen des Bieres. Es ist schlicht gehalten, aber trotzdem aussagekräftig mit einer klaren Message. Natürlich sollte das Ganze auch mit einem Augenzwinkern betrachtet werden. Das dieses Konzept aufgeht, zeigte sich bereits beim Bierfestival in Berlin. Allein der Name zog viele interessierte Bierliebhaber an, welche das Bier verkosteten. Ebenfalls ist es sicherlich für das ein oder andere Gastronomie-Konzept sehr gut geeignet.
Der Schaum ist relativ grobporig, hält sich zunächst fest und stabil, fällt dann aber leider fast komplett zusammen . Die Farbe ist ganz und gar nich rot, sondern eher hellgelb und golden schimmernd. Kohlensäure lässt sich beim ersten Blick nicht wirklich ausmachen.
Geruch:
Das Bier hat ein leicht grasiges und würziges Aroma. Der Hopfen macht sich dezent in der Nase bemerkbar. Weitere Geruchsaromen lassen sich nicht wirklich herausfiltern.
Geschmack:
Die Rezenz ist sehr ausgeglichen, geht aber eher in die spritzige und frische Richtung. Der Antrunk ist relativ mild, leicht würzig, etwas süßlich und dezent angenehm im Hopfenaroma. Es macht sich dann eine leichte Bitterkeit im Gaumen bemerkbar, die aber nicht übertreibt und der „Rote Oktober“ kommt ganz zahm und brav daher. Insgesamt mild, aber doch durchaus süffig und gut trinkbar.
Letzter Schluck:
Immer noch frisch und wohl schmeckend. Bei einem 0,33 Liter ist man ja gerade erst so angestupst und schenkt sich gern ein zweites Glas ein.
Fazit:
Grundsätzlich ein abgerundetes, angenehmes und gut trinkbares Bier. Auf Grund der extraordinären und entwas frechen Aufmachung habe ich mir dann aber auch eher ein frecheres Bier gewünscht. Eines, dass vielleicht ein wenig mehr Ecken und Kanten hat, sich etwas mehr vom Mainstream abhebt und den Konsumenten mit einem „AHA“-Erlebnis zurücklässt. Das dies natürlich auch meine Wunschvorstellung ist, ist ja auch klar. Grundsätzlich schön, dass es solche Biere gibt, die auch in Eigenregie unters Volk gebracht werden.
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Category: Bier Allgemein, Biertest, Pils






Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest in Familie
wünscht Euch Lutz Münchehofe