Bier Interviews
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Interview mit Thomas Wachno: Macher des Hopfenstopfer Bier

Heute dürfen wir euch ein weiteres Interview in unserer Bier-Interview-Reihe vorstellen. Wir haben uns mit Thomas Wachno, dem Brauer von Häffner Bräu, über seine Kreation des Hopfenstopfers Citra Ale, die Bierkultur im allgemeinen und über gutes Bier unterhalten.

Das Interview dürfen wir euch nun präsentieren. Ebenfalls stellte uns Thomas Wachno einige Proben des Hopfenstopfers zur Verfügung. Diese werden wir natürlich in absehbarer Zeit verkosten und euch in einem ausführlichen Biertest näher bringen. Eines vorweg: Der Hopfenstopfer von Thomas Wachno ist sensationell und hat einfach das gewisse Etwas. Bravo!



Stell dich doch bitte kurz einmal unseren Lesern vor,
Mein Name ist Thomas Wachno,ich bin 34 Jahre alt und treibe mein „Unwesen“ bei der Häffner Bräu in Bad Rappenau. Neben meiner Berufung als Bierbrauer bin ich auch leidenschaftlicher Feuerwehrmann (stellvertretender Kommandant) aber auch mit ganzem Herzen Ehemann und Vater.

Seit wann bist du Braumeister, wo hast du deine Ausbildung gemacht und wo braust du derzeit?
Ich muss Dich enttäuschen, ich bin kein Braumeister. Meine Ausbildung zum Brauer und Mälzer habe ich von 1993 bis 1996 hier in Bad Rappenau gemacht, 1997 ging der damalige Braumeister und ich übernahm dann dessen Position. Zwischenzeitlich hatte ich angedacht, die Meisterschule zu besuchen, doch die schwere Krankheit meines Chefs hat alle Pläne über den Haufen geworfen und so bin ich schnell in den Betrieb hinein gewachsen.
Ich bin also bis heute immer noch immer in der Häffner Bräu tätig und ich habe auch nicht die geringste Absicht das zu ändern. Hier herrscht ein sehr familiäres Klima und ich kann mich voll entfalten.

Mit dem „Hopfenstopfer“ hast du ein etwas anderes Bier auf den Markt gebracht – was kann sich der „normale Biertrinker“ unter diesem Bier vorstellen?
Wie der Name schon sagt, die Hopfenstopfer Biere sind mit Hopfen „gestopft“ also die letzte Hopfengabe wird nach der Gärung in den Lagertank gegeben, dadurch können ganz andere Aromen ins Bier transferiert werden, das Bier schmeckt einfach nach mehr!

Wie bist du auf die Idee gekommen den Hopfenstopfer einzubrauen?
Der Vater des Landwirtes, der die Treber holt, stammt ursprünglich aus der Hallertau und beim gemeinsamen Bier kam man auf die Idee, mal ein „echt Rabbemer“ (Rappenauer) Bier zu brauen, mit eigenem Hopfen und eigenem Malz. So pflanzte ich einen kleinen Hopfengarten vor der Brauerei mit den Sorten Taurus und Saphir.
Aber dieses Jahrgangsbier sollte etwas besonderes sein und über die Fachpresse bin ich auf die Methode des „Hopfenstopfens“ gekommen, so war der „Hopfenstopfer“ geboren.
Zusätzlich zu dem eigenen Hopfen hatten wir Im ersten Jahr 25% und dieses Jahr sogar 40% selbstvermälztes Rappenauer Malz in diesem Jahrgangsbier.
Von Anfang an war mir klar, das „Hopfenstopfer“ mehr als nur ein Sud Bier im Jahr sein muß und so lies ich meiner Kreativität freien Lauf…

Wie erklärst du dir den Erfolg des „Hopfenstopfers“?
Ich denke, das viele Leute diese Mainstreambiere satt haben, sie wollen etwas neues entdecken und gerade beim Bier gibt es da noch so viel zu entdecken. Die Hopfenstopfer Biere haben ein gewisses Alleinstellungsmerkmal Jeden Schluck, den der Konsument trinkt, habe ich Freude gebraut und das schmeckt er auch!

Mittlerweile gibt es einen verschiedene Arten vom Hopfenstopfer, ein Citra Ale, ein Chinook Strong Ale ein Citra Strong Ale und ein Amarillo Strong Ale. Was charakterisiert diese verschiedenen Biere?
Es gibt eben den „Ur-Hopfenstopfer“ also das Jahrgangsbier, das im Gegensatz zu den anderen Bieren ein untergäriges Bier ist. Dieses Bier ist aus Bad Rappenau für Bad Rappenau, eine kleine Hommage an meine Heimat.

Das Citra Ale wird natürlich ganz stark von der Hopfensorte Citra und deren vielfältigen Fruchtaromen geprägt. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich Saft zugemischt habe, aber für alle Biere die wir brauen wird nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet. Da wird nix gemischtt.

Deutlich intensiver werden diese Aromen dann noch im Citra Strong Ale. Beim Amarillo Strong Ale kommt eben die Hopfensorte Amarillo zum Einsatz, den Unterschied schmeckt man deutlich. Das Chinook Strong Ale ist im Gegensatz zu den beiden Anderen beinahe schwarz und wird durch die Aromen des Röstmalzes dominiert, in die sich die Hopfenbittere perfekt einbettet.



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„Ale`s“ sind untypisch für Deutschland. Woran könnte das liegen?
Gute Frage! Irgendwann hat sich im Großteil des Landes die wohl die untergärige (Lager) Brauweise durchgesetzt. Obergärige (Ale) Biere wie Kölsch und Alt waren bzw. sind z.T. dann doch eher regional begrenzt, wobei die Weißbiere mittlerweile International zu haben ist.

Was ist für dich der ausschlaggebende Punkt für ein „gutes“ Bier?
Das perfekte Bier darf seine Eigenheiten haben, Ecken und Kanten sind ausdrücklich erwünscht!

Wie wichtig sind für dich hoch qualitative Rohstoffe?
Nur mit guten Rohstoffen lässt sich gutes Bier brauen, man darf einfach nicht am falschen Ende sparen.

Die so genannten Fernsehbiere dominieren den deutschen Biermarkt. Der Konsument lässt sich von der Werbung verführen. Was rätst du kleineren Brauereien, die sich gerne mit einem innovativen Produkt von der Masse abheben möchten?
Trauen Sie sich, machen Sie sich frei, brechen Sie aus dem ewig gleichen Muster aus, vergessen Sie aber dabei Ihre Stammprodukte nicht!

Der Preisdruck ist hoch, die Rohstoffe werden teurer. Wie wird sich deiner Meinung nach die Bierlandschaft in den nächsten Jahren verändern?
Die großen „Premium“ Marken verrammschen sich z.T. Schon für unter 10€ für 20 x 0,5 Liter, da können und wollen wir nicht mithalten. Der Verbraucher muß sich im klaren sein, daß ein handwerklich hergestelltes Bier seinen verdienten Preis hat. Sicherlich wird so manche Brauerei diesem Preisdruck nicht standhalten können und die Einheitsbrauer werden leider wieder ein Stück des Biermarktes erobert haben.

Wie stehst du zu Biermixgetränken?
Bier mit aromatisiertem Zuckerwasser oder noch schlimmer mit aromatisiertem Süßstoffwasser vermischt?
Ich habe nichts gegen ein erfrischendes Radler, dann aber im Glas gemischt, besser noch Bier mit einem Spritzer Saft.

Braucht der deutsche Biermarkt innovative Ideen oder sollte er sich weiter auf traditionsbewusste Produkte konzentrieren?
Jede Branche braucht innovative Produkte, allerdings darf man einfach seine Herkunft nicht vergessen.

Was für ein Bier ist denn dein Lieblingsbier (Sorte und Marke)? (Außer natürlich eines von deinen eigenen ;-) )
Leider drängt sich der hiesigen Gastronmie gerade eine Einheitsmarke auf, wenn auch kein Fernsehbier, aber dadurch wird Biertrinken extrem langweilig :-(
Aber sehr positiv habe ich das Andreas Bräu Doppel Pils aus Leopoldshafen in Erinnerung und immer wieder gerne trinke ich das Export der Adler Brauerei aus Waibstadt.

In Nordamerika gibt es rund 600 aktive Bierblogger, in Deutschland rund eine Handvoll. Glaubst du, dass das Medium „Bier und Internet“ etwas beim Konsumbewusstsein der Deutschen ändern kann?
Wenn die „Generation Facebook“ ganze Revolutionen auslösen kann, wird Sie sicherlich auch bei den Bierkonsumenten früher oder später Erfolg haben. Die Hopfenstopfer Biere werden zur Zeit überwiegend über das Internet als Geheimtip verkauft. Besuchen Sie doch unsere, wenn auch wirklich einfach gestaltete, Seite unter www.Hopfenstopfer.de, bzw unseren Facebook Auftritt.

Zum Abschluss noch ein paar bierige Weisheiten für unsere Leser?

Lieber ein ehrliches Bier, als die Warheit im Wein!
Ein Bier mit Kanten und Ecken, braucht sich nicht zu verstecken!

Vielen Dank für das Interview!

Mehr zum Hopfenstopfer und Thomas Wachno auf www.hopfenstopfer.de Am besten macht ihr euch selber einen Eindruck über den Hopfenstopfer. Einfach bestellen über www.biershop-braugasthoefe.de oder über www.bierclub.de

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Kategorie: Bier Interviews

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Bier ist für mich das großartigste und vielfältigste Getränk der Welt und immer wieder für Überraschungen gut. Craft Beer bedeutet für mich Lebensgefühl, Leidenschaft, Transparenz, und Liebe. Das Bier steht an erster Stelle und nicht Marketing, Wirtschaftlichkeit und Absatzzahlen, auch wenn diese selbstverständlich dazugehören.

5 Kommentare

  1. Reiner sagt

    Tolles Bier, weise Weisheiten und ein klasse Interview!

    Weil es angesprochen wurde: Eine Liste verschiedener Bierblogger würde mich sehr interessieren. Neben Eurem Blog kenne ich nur http://www.biergesundheit.de und das war es dann auch schon. Mein Feedreader will mehr Bier. :-)

  2. Reiner sagt

    Hallo Felix,

    sorry für die späte Antwort und vielen Dank für den Link!

    Das es sogar eine Bier-Blogger-Konferenz gibt finde ich klasse. Mein Feedreader bedankt sich auch. :-)

    Gruß
    Reiner

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