Berliner Bürgerbräu: Das letzte Bier der Bürger
Lange hielt das Berliner Bürgerbräu die Fahne der letzten unabhängigen Brauerei Berlins hoch und konnte den Übernahmeangeboten strotzen. Am Ende war der finanzielle Druck dann doch zu groß und das Berliner Bürgerbräu wurde von der Radeberger Gruppe (Dr. Oetker) geschluckt. Wir wollen einmal zurückblicken und die Geschichte rund um das Bürgerbräu von damals bis heute darstellen.
Bis zur vorrübergehenden Schließung im März 2010 war die Bürgerbräu die älteste Brauerei Berlins. Bereits 1753 wurde das „Krugrecht“ am Mügelsee in Köpenick erlassen. offizielle Gründungsdatum der Brauerei ist mit dem Jahr 1869 belegt. 1888 wurde unter dem Namen Müggelschlößchen Brauerei rund 10.000 Hektoliter Bier gebraut. Das Wachstum war so rasant, dass der Transport des Bieres schnell auf Dampfschiffe auf die Spree umgelegt wurde, da die Pferdefuhrwerke die Menge nicht bewältigen konnten. Im Jahre 1929 war der Höchstwert mit 300.000 Hektoliter benannt. Im Jahr 1936 wurde die Berliner Bürgerbräu AG gegründet. Nach der Zeit als Volkseigener Betrieb in der DDR wurde die Brauerei 1990 privatisiert. Nicht nur in Berlin war das Bier relativ beliebt, auch im Ausland erfreuten sich einige am Berliner Bürgerbräu. Insgesamt gingen rund 15% in den Export, vor allem nach Japan.
Nachdem die Radeberger Gruppe sich weiter als Monopolist auf dem Berliner Biermarkt breit machte, übernahm sie im März 2010 die Namensrechte der Marke. Zuvor ist bereits bekannt geworden, dass erhebliche Mengen des Bieres in Chemnitz gebraut, abgefüllt und nach Köpenick gebracht wurden. Die Brauerei in Chemnitz hat sogar in einem speziellen Verfahren probiert das Berliner Brauwasser zu kopieren. Wichtig war, dass der Schein des „Berliner Bieres“ gehalten werden konnte.
Wie es nun weiter geht ist derzeit noch offen. Nach Angaben von Dr. Oetker soll sich vor allem auf das Bio-Bier-Segment spezialisiert werden. Die bisherigen Eigentümer wollen dagegen auch weiterhin normales Bier an der alten Braustätte herstellen. Das Bürgerbräu wird mittlerweile in der Schultheiss-Brauerei in Hohenschönhausen eingebraut, die natürlich auch zu Radeberger gehört.
Wie es nun genau weitergehen wird ist bisher unklar. Die Homepage von Bürgerbräu wird derzeit überarbeitet.

Dieser Beitrag erschien auch im Stadionheft von Tennis Borussia Berlin
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