Kommentar: “Beer in Box” – Alkoholfreies Hefeweizen aus der Box
Vor einigen Tagen erreichte uns eine Pressemeldung per Email die uns eigentlich nicht wirklich interessierte. Wir hatten uns erst überlegt euch diese Meldung vorzuenthalten, weil jede Aufmerksamkeit für dieses Thema eigentlich zu viel ist. Doch nun wollen wir euch diese neuartige Produktinnovation vorstellen. Gerne veröffentlichen wir die Pressemeldung, gewürzt mit unserem eigenen Kommentar.
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Wein in Schläuchen gibt es seit mehr als 30 Jahren zu kaufen. Auch Saft aus der Zehn-Liter-Packung ist heute kein Novum mehr - Bier aus dem Karton hingegen schon. Beer-In-Box heißt das innovative und kostengünstige Verpackungssystem, in dem jetzt auch alkoholfreies Hefeweizen angeboten wird.
Mit Zapfbier aus der Box hat die Bag-In-Box Vertriebs GmbH eine Weltneuheit auf den Getränkemarkt gebracht. Jetzt präsentieren Karl Bosch und sein Team von der Bag-In-Box-Getränkevertriebs GmbH die nächste Innovation: Neben Pils und Lagerbier sowie hellem und dunklem Hefeweizen kommt nun auch alkoholfreies Weizenbier aus dem Box-Zapfhahn. Auf der diesjährigen Internorga, die vom 18. bis 23. März in Hamburg stattfindet, kann das neue Produkt erstmalig verköstigt werden.
Das süßlich schmeckende Hefeweizen spricht im Gegensatz zur herben Pilsvariante vor allem kalorienbewusste Frauen an, die auf Figur und Gesundheit achten. Die Stiftung Warentest hat es bestätigt: Wer statt zu normalem Weizenbier zum alkoholfreien greift, spart rund 40 Prozent Kalorien. Aber auch bei Sportlern und Fitnessfans erfreut sich der kalorienarme Durstlöscher großer Beliebtheit, zumal er wertvolle Nähr- und Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, Kalzium, Natrium und sogar Fohlsäure liefert. Ob sich das Bier auch als isotonisches Sportgetränk eignet, ist zwar umstritten, aber lecker und erfrischend ist es, nicht nur im Sommer.
Bier, Wein, Softdrinks und Spirituosenmixgetränke bei der Bag-In-Box GmbH kommen alle Getränke aus der Box. Das umweltfreundliche und kostengünstige Verpackungssystem lohnt sich auch wegen des geringen Gewichts und der dadurch bedingten niedrigeren Transportkosten.
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Unser Kommentar dazu:
Nach dem PET-Bier nun das Tetra-Pak-Bier
Anscheinend ist diese Art Bier zu verkaufen gar nicht so neu, wie wir uns das erst dachten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir uns nicht wirklich mit diesem Thema beschäftigen, so drehen wir doch meist angewidert eine große Runde um die PET-Bierflaschen im Supermarkt. Mittlerweile haben einige Braukonzerne ja erkannt, dass das PET-Bier nicht der Renner ist und sind wieder auf Glasflaschen umgestiegen. Sogar die alte Bierdose hat ihr Revival gefeiert. Doch Bier in Tetra-Paks? Wahrscheinlich noch mit Strohhalm zum schnellen Verköstigen auf dem Pausenhof?
Nach unseren Recherchen kommt die Idee des Bieres in einer Box sogar aus dem Bierland Bayern. Bereits im Jahr 2003 hat die Ankerbrauerei in Nördlingen, immerhin seit 1608 ein Familienbetrieb, die Idee gehabt ein Verfahren zu entwickeln, wie das Bier in der Box über den Zapfhahn ausgeschenkt werden kann. Ok, die Idee des 0,5 Liter Tetra-Paks ist das noch nicht ganz, aber vielleicht der nächste Schritt. Vorteile sind wohl, dass mehr Bier bei geringeren Kosten transportiert werden kann. Durch Bier in Tetra-Paks lassen sich neun Hektoliter statt bisher 5,6 Hektoliter auf einer Europalette transportieren. Das Verfahren, welches sich die Brauerei patentieren hat lassen, gibt dem Bier vor dem Zapfvorgang Kohlensäure hinzu. Die Kohlensäure wurde im Vorfeld dem Bier entzogen, da der Druck sonst zu hoch wäre. Durch das Verfahren soll es angeblich keine Qualitätsunterschiede zum normalen Bier aus dem Fass geben. Bier in kleineren Tetra-Packs, welche sich im Supermarkt kaufen lassen wird es wohl auch aus diesem Grund erst Mal nicht geben. Ein Tetra-Pak würde schlicht und einfach bei dem Druck platzen. Aber wer weiß, was sich die Tüftler bei den Großkonzernen einfallen lassen, um das Bier “innovativer” zu machen und den Absatz zu steigern.
Gut, mit dieser Idee und dem daraus entstandenen Anker-Karbonator ist die Ankerbrauerei international erfolgreich und hat sich einen Namen in der Branche gemacht. Sei es in Russland, China, Kasachstan, Kanada oder auch in Deutschland, überall wird mittlerweile das Bier in Tetra-Paks von Gastronomen geordert. Aber ist das noch das, was uns die Bierkultur und -tradition versprochen hat? Ist das der Weg, wie die Brauereien ihren sinkenden Absatz stoppen können? Wir glauben und hoffen es nicht. Grundsätzlich wird sich der Biermarkt in den nächsten Jahren weiter verändern und auch das “Industrie-Bier” wird weiter seine Kreise ziehen. Sicherlich ist es ein Vorteil bei Großveranstaltungen, wie bei einem Fußballspiel, solche Tetra-Pak-Systeme anzubieten. Aber dort interessiert sich sowieso keiner dafür, was für knapp vier Euro in seinem Plastikbecher schwimmt. Aber in einem urigen und gemütlichen Wirtshaus soll es doch bitte weiter das Bier aus dem echten Holzfass sein. Schön wärs!
Auch das alkoholfreie Bier wird immer interessanter für die Brauereien in Bezug auf Absatz und Zielgruppen. Mittlerweile ist das alkoholfreie Bier ja das Sportlergetränk Nummer 1. Aber trinken wir nicht Bier vor allem wegen der Geselligkeit, dem Geschmack und natürlich auch wegen dem Alkoholgehalt? Ich kenne keinen Sportler, der sich nach seiner Trainingseinheit erst Mal zwei alkoholfreie Weizenbiere genehmigt, dann doch eher das mit Alkohol. Geschmacklich hat es doch noch extreme Unterschiede zu einem normalen Bier und ich persönlich habe bisher noch kein alkoholfreies Bier (oder Weizenbier) getrunken, welches nur annähernd an das Bier mit Alkohol herankommen könnte. Anscheinend soll sich dies ab 1. April nun auch ändern. So haben Wissenschaftler der TU Berlin am Lehrstuhl Brauwesen ein neues Verfahren zur Herstellung von alkoholfreiem Bier entwickelt (Lieblingsbier.de berichtete), welches sich gleich die global agierende Carlsberg-Brauerei gesichert hat. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf den ersten Geschmackstest.
Wer sich weiter über das Beer-in-Box System informieren möchte, kann dies auf Beerinbox.net machen.
Autor:
Felix vom Endt
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Category: Bier Allgemein, Bier Artikel, Biere






‘neuartige Produktinnovation’ – Soso. Genauso innovativ, wie ein Plastikmaßkrug. Mein Kommentar dazu ist NEIN DANKE.
Schade daß Ihr in Eurem Kommentar zwei Dinge die zunächst nichts miteinander zu tun haben vermischt: Das eine ist das alkoholfreie Weizen per se und das andere das Beer in Box System. Zu ersterem schreib ich mal nix, das ist Ansichts- und Geschmacksache.
Aber zu dem Boxsystem möchte ich anmerken:
Ich habe das selbst getestet und verköstigt. Geschmacklich läßt sich tatsächlich kein Unterschied zu herkömmlich gezapftem Bier feststellen. Und das Zapfen selbst läuft einwandfrei.
Ich finde es gut daß es Leute wie die Jungs vom Ankerbräu gibt, die ihre Ideen in die Praxis umsetzen und mit Unternehmergeist hartnäckig dabeibleiben bis tatsächlich ein marktreifes Produkt dabei herauskommt. Hut ab muß man da sagen.
Eigentlich ist es ja ein Unding daß keine der “großen” Weißbier-Brauereien bisher in der Lage war ihr alkoholfreies in herkömmliche Fässer abzufüllen. Da muss erst ein Branchenzwerg kommen und den Großen zeigen wie es geht. Ich finds gut und unterstütze das Projekt.
Wer schon mal in einem großen Biergarten ein alkoholfreies Weizen bestellt hat und sich dann für 3,90€ gefreut hat sogar das Einschenken selbst übernehmen zu dürfen der wird wohl bei Anker-Gastrobetrieben künftig enttäuscht sein. Und ich bin mir sicher die Zahl dieser Betriebe wird rasant zunehmen.
Danke für die Richtigstellung
Hallo liebe Redakteure von Lieblingsbier.de,
vor einigen Tagen hatten wir Euch die Pressemeldung zum alkoholfreien Weizen aus der Box gesendet, die Ihr auch in Eurem Blog aufgenommen habt.
In Eurem Blog schreibt Ihr richtigerweise, dass das System, Bier in das Bag-In-Box System zu verpacken, nicht neu ist. Erfunden wurde es von einem Team der Ankerbrauerei. Vor knapp einem Jahr hat die Brauerei den Vertrieb des “Bieres in der Box” ausgelagert, so entstand die Bag-In-Box Getränkevertriebs GmbH http://www.baginbox-vertrieb.de.
Beer-In-Box ist dabei nicht dasselbe wie Bier aus dem Tetrapack. Das System Bag-In-Box funktioniert nach einem anderen Prinzip. Darüber hinaus erhalten eure Leser auf der Seite der Ankerbrauerei keine Informationen zum alkoholfreien Weizen, sondern nur auf der Seite der Bag-In-Box Getränkevertriebs GmbH.
Liebe Grüße aus Hamburg
Hallo.
Vielen Dank für den Kommentar und die Richtigstellung. Wir werden das beachten.
Grundsätzlich sind wir auch nur Menschen und können eben immer wieder auch mal irren..
Grüße,
Die Redaktion