Erlebnisbericht: Braukurs bei Braumeister Michael Jovy
Am Wochenende besuchte Ich einen spannenden, unterhaltsamen und sehr interessanten Braukurs unter Anleitung eines erfahrenen Braumeisters im urigen Ambiente des historischen Brauhauses Ahrweiler in Bad Münster am Stein. Hier hörte und lernte Ich, wie mit einfachen Mitteln ein Bier gebraut wird und wie richtig geschrotet, gemaischt und geläutert wird. Der Braumeister beantwortete alle aufkommenden Fragen mit ausführlichen Erklärungen und einem persönlichen Engagement. So erfuhren wir, wie eigentlich der Alkohol entsteht, ob Bier dick macht und was eigentlich genau mit dem Malz beim Brauvorgang passiert.
Für einen “Bierkenner und -liebhaber” ist solch ein Kurs eigentlich ein Muss, da einem noch einmal ein ganz anderer Zugang zum Bier geöffnet wird. Kann eigentlich auch mit einem Kochkurs für einen ambitionierten Hobbykoch verglichen werden, wobei die Zubereitung eines Essens natürlich nicht mit einem Brauvorgang vergleichbar ist.

Herr Michael Jovy, unser Braumeister, ist meiner Meinung nach wie Mario Barth unter den Braumeistern. Seit 2006 hat er schon über 300 Veranstaltungen für Interessierte aus aller Welt durchgeführt. Insgesamt besuchten rund 20.000 Bierfans die Kurse, welche an diversen Orten in Deutschland abgehalten wurden.
Wer nun zuhause gleich mit dem Bierbrauen loslegen möchte, sollte allerdings im Vorfeld einiges beachten:
1. Jeder Sud ist beim Zollamt anzumelden, auch wenn er unter 200 Litern liegt. Alles was darüber liegt ist sogar Biersteuer pflichtig (weitere Infos bei Zoll.de – Besonderheiten Haus- und Hobbybrauer). Ebenso dient das Bier nur zum eigenen Verzehr.
2. Es werden reichlich saubere, ausgewaschene und am besten desinfizierte Glasflaschen benötigt.
3. Ein großer Einmachtopf, Löffel und Einmachthermometer gehören zur ersten Grundausstattung.
Hier nun eine Kurzanleitung, natürlich ohne Gewähr:
Es werden 20ltr. Wasser auf 62 Grad zum Kochen gebracht, danach etwa 4-5kg geschrotetes Malz dazugeben und 5 Minuten kochen lassen. Dabei immer rühren. Die ersten Enzyme sterben. Danach auf 71 Grad hochheizen und nochmals Minuten kochen lassen. Beim so genannten “Kölner-Test” wird die Maische überprüft. Auf den Sud kommt Jod und darf sich nicht blau-schwarz verfärben, getreu nach dem Motto “Wenn det Jod jod is, is es jod”.
Danach wird der Sud geläutert. Bein Einkochtopf ist auch ein Behälter mit Schlauch dabei. Den Sud in einen Sieb geben und durch den Behälter mit Schlauch wieder in einen Topf. Der Rest im Sieb ist der Treber und wird von den Bauern als Viehfutter verwertet oder als Brot gebacken. Beim Sud wird nun mit der Spindel die Stammwürze abgelesen.

Das Ganze wird dann eine Stunde lang gekocht und anschließend kommt der Hopfen (Lupolin) hinzu. Bei 20 Liter sind das etwa zwei Gramm Hopfen. Der Sud wird dann ganz traditionell mit einem Laken und einer Wanne gefiltert und danach darf er sich erst mal beruhigen und kühlt ab.
Anschließend kommt die Bierhefe (keine Brothefe) dazu. Dadurch wird die Biersorte bestimmt. Wieder wird gespindelt. Bei 4% Zuckeranteil kann ich das Bier abfüllen. Jetzt muss das Bier mindestens zehn Tage kühl lagern und ist bis daraufhin bis zu zwei Monate haltbar.
Für einen “Bierologen” ist der Kurs nicht so ernst zu nehmen. Aber Herr Jovy macht es einfach super. Man lacht viel, man trinkt viel und bekommt noch eine leckere Verköstigung.

Weitere Informationen rund um den Kurs und seine Veranstaltungstermine findet ihr hier: klick oder direkt beim Braumeister unter m.jovy@ahrweiler-brauhaus.de.
Links:
Bells Restaurant und Ahrweiler Brauhaus
Braukurs-Comedy.com
Autor:
Frank “bierfra” Frindte
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Hi! Ich kann Herrn Jovy nur empfehlen. Der Vergleich mit Mario Barth ist durchaus angebracht. Habe ebenfalls einen Braukurs bei ihm erlebt. War ein riesen Spaß und viel gelernt ebenfalls.