Brauereibericht: Erlebniswelt “Welde Brauerei”

Felix | 18. Januar 2011 | Kommentare (1)

Die Welde Brauerei macht nicht nur gutes und qualitativ hochwertiges Bier und lustige Bierwerbung, sie lebt auch das Thema Bier, was sich unter anderem bei einer Brauereibesichtigung zeigt. Unser Autor Frank hat sich auf den Weg gemacht und die Bierwelt der Welde Brauerei für euch entdeckt, hier sein Bericht.

Endlich habe ich es einmal geschafft einen Termin auszumachen. Gerade mal 20 Minuten von meinem Zuhause liegt die Welde Brauerei. Seit ein paar Jahren gibt es eine neue Ortsumgehung bei Schwetzingen und wie es der Zufall wollte, führt die Strasse direkt an der Brauerei vorbei. Von außen sieht man den “Lustgarten”, der natürlich im Sommer sehr viel mehr genutzt wird, als jetzt im Winter. Hier gibt es ein Beachvolleyballfeld und einige schöne Liegeflächen um es sich richtig bequem machen zu können. Das tolle dabei ist, dass bei einem gepflegten Bier dem Braumeister direkt über die Schulter geschaut werden kann, da die Braukessel durch eine große Scheibe von außen zu sehen sind.

Brauerei Welde 1

Herr Dück, der Braumeister, empfing mich. Er selbst hat seinen Braumeister in Weihenstephan absolviert und ist hinzu auch noch Biersommelier. Diese Ausbildung machte er in Salzburg. Als Sommelier nimmt er auch an Weltmeisterschaften teil. Bevor er zu Welde kam war er sieben Jahre in der Brauerei Leikeim in
Franken beschäftigt.

Der Brauereiinhaber Herr Spielmann hatte ihm angeboten etwas Neues zu probieren und so kam der Arbeitsplatzwechsel zu stande. Kleine Brauereien brauen oft hopfenbetonte Biere und da kam ihm die Idee mit den speziellen Jahrgangsbieren, welche mittlerweile jährlich angeboten werden. Aber hier in der Umgebung wird herbes bitteres Bier nicht so gern getrunken. Deshalb wurden 2010 erst mal nur 100hl eingebraut. Der Hopfen kam aus Australien und das Jahrgangsbier war der Renner und verkaufte sich innerhalb kürzester Zeit. Nach dem ersten Erfolg wurde auch für 2011 ein Jahrgangsbier eingebraut. Diesmal kam der Hopfen aus den USA und es wurden 150hl gebraut, welche mittlerweile alle verkauft sind. Also auch in diesem Jahr scheint es den Leuten zu schmecken. Ob nächstes Jahr mehr gebraut wird steht noch nicht fest, da das Jahrgangsbier auch etwas besonderes sein soll.

Herr Dück - Braumeister der Welde Brauerei

Geschichte der Brauerei:

Die ersten Aufzeichnungen rund um einen Brauereibetrieb in Schwetzingen stammen aus dem Jahr 1752. Der damalige Kurfürst Carl Theodor vergab an den Braumeister Heinrich Joos die erste Lizenz zum Brauen. Ab 1846 übernahm Braumeister Heinreich Seitz die Brauerei und das dazu gehöhrende Gasthaus “Grünes Laub”, welches damals ein bekanntes Lokal in der ganzen Region war.
Erst im Jahr 1888 kam der Braumeister Johann Welde, welcher noch Heute der Namensgeber der Biere ist, auf die Bildfläche. Johann Welde starb 1917 und seine Witwe führte mit ihrer Tochter Elisabeth die Brauerei zwei Jahre alleine weiter. Im Jahr 1919 heiratete Elisabeth den jungen Braumeister Hans Hirsch. Deren Tochter wiederrum heiratete im Jahr 1950 den Kaufmann Wilhelm Spielmann. Hans Hirsch starb im Jahr 1959 und Wilhelm Spielmann übernahm die alleinige Geschäftsführung.

In den weiteren Jahren hat sich die Brauerei stetig erweitert, unter anderem mit einem Neubau der Flaschenabfüllerei und eines Sudhauses im Nachbarort Plankstadt. Auch der Wandel von einer kleinen Brauerei hin zu einer modernen Privatbrauerei ist mittlerweile vollzogen und die Brauerei bietet eine Vielzahl an Bieren und innovativen Produktideen, wie dem isotonischen alkoholfreien Welde Weizenbier an.
Der Sohn von Wilhelm und Bärbel, Dr. Hans Spielmann, hat mittlerweile immer mehr das Tagesgeschäft übernommen und führt die Brauerei in sicheren Gewässern, wobei ihm da seine Promotion über Marketing-Strategien von Brauereien an der TU München-Weihenstephan sicherlich ein wenig hilfreich war. Nicht umsonst ist die Welde Brauerei vor allem für ihre modernen Werbekampagnen bekannt. Gerade die Verbindung von Qualitätsbewußtsein und Tradition mit innovativen Produkten und Moderne macht die Brauerei, meiner Meinung nach, so erfolgreich.

Welde Bier 3

Die Brauerei hat einen Gesamtausstoß von 100.000hl im Jahr. Sie beschäftigt 40 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 10 Millionen Euro. Ebenfalls befindet sich auf dem Brauereigelände ein Bierlabor, welches tägliche Qualitätstest vollzieht und sicherlich auch für die ein oder andere innovative Produktidee verantwortlich ist.

Im Sortiment gibt es:
- das Welde Nr. 1, ein Premium Pils, das schon mehrfach mit Goldmedaillen ausgezeichnet wurde. Das meistverkaufte Bier der Brauerei.
- das WeldeEX, wurde auch schon mehrfach von der “DLG” ausgezeichnet
- die Mixgetränke: Welde Weizengrape (Weizen + Grapefruit), Welderemix (Nr. 1 + Zitronenlimonade + Lemmongras), Weldepushup (Nr. 1 + Cola + Taurin), Welderadler ( Vollbier + Zitronenlimonade)
- Hefe-, Kristall- und Dunkles Weizen
- Weizen alkoholfrei, isotonisch und als alkoholfreies sehr empfehlenswert
- Jahrgangsbiere 2010,2011

Welde Bier 4

Dann ist Herr Dück mit mir in die “Weldebierwelt” eingetaucht. Jeden Sonntag von 11 – 16.30 Uhr gibt es eine originelle Brauereibesichtigung. Wenn rößere Gruppen sich anmelden, bietet die Brauerei auch eine “After-Work-Tour” und eine “Late-Night-Tour” an. Ich habe die Bierwelt kurz mitgemacht. Jährlich werden hier zwischen 8000 – 10 000 Besucher erwartet. Nach der historischen Geschichte sieht man die Sudpfanne (-Kessel). Diese sind nicht aus Kupfer, da die Reinigung z.B. besser geht.

Das Wasser kommt aus einen hauseigenen Brunnen, welcher 173 Meter tief liegt. Er wäre sogar für Mineralwasser geeignet. Der Gärkeller fasst 480hl. Die Hefe kommt schon seit Jahrhunderten aus dem hauseigenen Stamm. Der Hopfen kommt aus der bekannten Anbaugebiet Hallertau. Bei der Bierfiltation laufen 150hl/Std. durch den Filter. An erster Stelle steht die Flaschenabfüllung. Es werden 22.000 Flaschen in der Stunde abgefüllt. Fässer haben nur einen Anteil von 10 Prozent am Verkauf. In der Maschine werden 60 Fässer in der Stunde gefüllt, eine ordentliche Anzahl. Zum Schluss kommt man in einen gemütlichen Raum, in dem kann man noch ein gutes selbstgezapftes Bier genießen kann. Die Besichtigung dauert offiziell zwei Stunden und ist sehr spannend und interessant. Ein toller Einblick in eine tolle Brauerei.

Die Brauerei ist auch auf vielen Veranstaltungen in der Region vertreten:
- vom 11.03. – 20.03. auf dem Mathaisemarkt in Schriesheim
- vom 30.04. – 10.05. auf dem Maimarkt in Mannheim
- vom 27.05. – 29.05. auf dem Stadtfest in Mannheim
- vom 05.08. – 07.08. das hauseigene Weldefest mit viel Livemusik
- vom 12.08. – 14.08. bei der Kaisertafel in Speyer
und noch bei vielen anderen Festlichkeiten, auch außerhalb der Region in ganz Deutschland.

Dieses Treffen mit Herrn Dück hat sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank dafür. Solche mittelständischen Brauereien braucht das Land und darauf, dass es noch sehr viele leckere Jahrgangsbiere geben wird.

Prost, euer Bierfra.

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Category: Bier Allgemein, Brauereien

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