Biervergleich: Kirschbier der Neuzeller Klosterbrauerei vs. Mixery Cherry von Karlsberg

Felix | August 6, 2010 | Kommentare (2)

Heute wollen wir euch einen ersten Biervergleich vorstellen. Wir haben uns dazu entschlossen zwei Biere gegeneinander antreten zu lassen und diese zu vergleichen. Diese Biervergleiche wird es auch in Zukunft immer wieder geben. Beim ersten Vergleich prallen direkt zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite handelt es sich um das natürlich gebraute Kirschbier der Neuzeller Klosterbrauerei, welches gegen das Biermischgetränk Mixer Cherry von Karlsberg, antreten wird.

Wir haben den Vergleich in verschiedene Kategorien unterteilt. Diese Kategorien heißen:

- Inhaltsstoffe
- Aussehen
- Geruch
- Geschmack
- Gesamtfazit

Es gibt keine Punkte oder irgend etwas ähnliches, sondern lediglich unsere subjektive Meinung rund um die beiden Kontrahenten. Lasst uns beginnen.

Mixery Cherry Kirschbier


Inhaltsstoffe:

Neuzeller Kirschbier
Beim Kirschbier der Klosterbrauerei handelt es sich um ein Bockbier, welches mit dem Saft von 50 Kirschen gemischt wurde. Neben dem Bockbier, welches aus Wasser, Gerstenmalz und Hopfen gebraut wurde, und dem Kirschmuttersaft beinhaltet das Bier ebenso Holundersaft und Invertzuckersirup. Letzterer wird auch Glukose-Fructose-Sirup genannt und wird häufig in der Lebensmittelherstellung verwendet, wo er als Frische- oder Feuchtestabilisator, als Süßungsmittel oder als Aromaträger genutzt wird.

Das Bier hat einen Alkoholgehalt von 4,8% und wird in einer 0,5 Liter Flasche angeboten. Zu kaufen gibt es das Bier über den Onlineshop der Neuzeller Klosterbrauerei und in ausgewählten Getränkemärkten.

Mixery Cherry
Man mag es kaum glauben, aber auch im Mixery Biermischgetränk befindet sich Vollbier, welches aus Wasser, Hopfenextrakt und Gerstenmalz hergestellt wird. Im Vergleich lässt sich hier lediglich das Extrakt im Gegensatz zur ganzen Hopfendolde kritisieren. Aber Extrakt ist eben günstiger und somit für die Massenproduktion gut geeignet.

Das Getränk besteht aus 60% Bier und 40% Erfrischungsgetränk und hat 3,1% Alkohol. Die 40% Inhalt bestehen aus Wasser, Zucker, Kohlensäure, färbendes Konzentrat aus Karotte, Säuerungsmittel Citronensäure, natürliches Aroma und dem Farbstoff E133. Es wird vermutet, dass der Farbstoff rot färben würde, dies ist aber nicht der Fall. Beim Farbstoff E133 handelt es sich um das Brillantblau FCF. Der Farbstoff gilt als gesundheitlich unbedenklich, lediglich bei extrem hohen Dosen kann es Ablagerungen in Nieren und Lymphgefäßen geben.

Das Getränk kommt in der üblichen 0,33 Partyflasche daher und wird in vielen größeren Supermärkten und Getränkemärkten angeboten, allerdings meist nur in einer 6er Pack.

Aussehen

Neuzeller Kirschbier
Das Bier ist im Glas leuchtend dunkelrot, mit einem Braunstich. Das Bockbier schimmert hier durch und auch der Schaum ist eher bräunlich als rot und erinnert an ein Bockbier. Der Schaum hält die erste Zeit ganz gut und zeigt sich fein und cremig. Insgesamt ist das Bier eher arm an CO2 und versprüht wenig Spritzigkeit.

Mixery Cherry
Färbung von Karotten und ein Farbstoff. Man könnte ein schöne rote Farbe erwarten, welche an Kirschen erinnern soll. Diese Vorstellung ist allerdings Fehlanzeige. Das Bier ist eher pink und sieht sofort chemisch aus. Es erinnert eher an Himbeerbrause oder Berliner Weiße mit Himbeer. Auch der Schaum ist rosa und leitet nicht wirklich zum Genuss ein. Der Schaum ist mittelfein, fällt relativ schnell im Glas zusammen und verschwindet dann völlig. Insgesamt liegt das Bier im Glas wie eine fade Limonade.

Kirschbier Mixery Cherry 1

Geruch

Neuzeller Kirschbier
Das Bockbier überdeckt den Kirschgeruch. Das Bier riecht nach Malz und Hopfen, aber auch süßlich nach Glühwein und Kirschlikör. Insgesamt ganz gut abgerundet und interessant. Ich finde es vor allem gut, dass das Bockbier den Geruch bestimmt und nicht der Geruch der Kirschen oder eventuell des Zuckersirups, was durchaus auch der Fall sein kann.

Mixery Cherry
Beim Mixery überwiegt klar der Geruch nach Kirsche. Wobei es sich nicht wirklich um echte Kirsche handelt, dies macht der Geruch sofort klar. Es handelt sich eher um einen chemischen Auszug der Kirsche, erinnert vom Geruch bereits eher an Capri-Sonne oder an andere künstliche Kirschsäfte. Ein Geruch von Bier existiert nicht wirklich, der Geruch der vermeintlichen Kirsche überdeckt alles.

Geschmack

Neuzeller Klosterbier
Im Antrunk kommt zunächst der süß-säuerliche Kirschgeschmack zum Vorschein, welcher sich aber schnell mit dem malzigen Bockbier vermischt und so eine nicht ganz so gut gelungene Komposition bildet. Allerdings ist das Bockbier dann schnell verschwunden und es bleibt eine bittere und säuerliche Anekdote im Gaumen zurück. Der Zucker macht sich übrigens sehr bemerkbar und versprüht seinen ganz eigenen Charme beim Tester. Der Abgang ist dann kurz und schmerzlos und hinterlässt einen undefinierbaren Eindruck. Vielleicht sollte anstelle eines Bockbiers ein Vollbier benutzt werden, welches nicht ganz so kräftig ist.

Mixery Cherry

Der Beginn ist stark chemisch in Verbindung mit Kirsche. Der Geruch nach Capri-Sonne bestätigt auch den Geschmack, welcher eher an das Getränk in der Plastiktüte erinnert. Der Geschmack verändert sich dann in ein leichtes hopfiges Aroma, wo dann endlich einmal das Bier zum Vorschein kommen darf. Allerdings überwiegt auch hier der Zucker und der künstliche Geschmack der Kirsche. Positiv herauszuheben ist allerdings wirklich der leichte Biergeschmack, welcher in Kombination mit der künstlichen Kirsche eine ganz gute Mischung darstellt.

Kirschbier Mixery Cherry 3

Fazit

Neuzeller Kirschbier
Eher enttäuscht. Ich habe mir mehr erwartet, vor allem vom Geschmack her was die Kombination Bier und Kirsche angeht. Ich weiß nicht ob das Bockbier so eine gelungene Variante ist. Zwar ist der Alkoholgehalt höher und das Bockbier ist allgemein intensiv, doch ist die Paarung mit dem Kirschsaft nicht gelungen, was sehr schade ist. Ich denke das hier mehr herauszuholen ist und ich hoffe, dass dies die Klosterbrauerei auch für ihr Produkt entdecken wird. Insgesamt also nicht wirklich zu empfehlen.

Mixery Cherry
Das weltberühmte Mixery, geliebt und gehasst, was geben wir ihm für ein Fazit. Distanzieren wir uns einmal vom Multikonzern Carlsberg, von der beeinflussenden Produktwerbung und vom Thema “Biermischgetränk”, dann können wir sagen, dass das Mixery Cherry gar nicht so schlecht ist, wie erwartet (Wahnsinn, habe ich das wirklich geschrieben?).
Leider ist festzustellen, dass Karlsberg die Mischung zwischen Bier und Kirsche ganz gut hinbekommen hat. Lediglich das künstliche Kirscharoma wäre zu ersetzen, dies macht das Bier absolut kaputt und im Endeffekt dadurch nicht wirklich genießbar, jedenfalls für Genießer. Auch die Inhaltsstoffe beinhalten nicht wirklich das, was ich meinem Körper hinzufügen möchte, doch würde es mit Sicherheit noch schlimmer gehen, deswegen ist das schon in Ordnung.

Gesamtfazit:
Eine Mischung aus beiden Bieren wäre mit Sicherheit eine perfekte Lösung. Das Bockbier gegen ein Vollbier austauschen, das natürliche Kirscharoma intensivieren und dann natürliche und qualitativ hochwertige Zutaten nutzen. Tata! Das wäre das perfekte Kirschbier. So ist als Gesamtfazit eher zu sagen, dass der Genießer eher die Finger von diesen beiden Kirschbieren lassen sollte. Ich persönlich bevorzuge dann doch die belgischen Biere in Form der Kriek Biere, welche eine gute aber leider etwas teure Alternative bieten.

Bier-Relevanz / interessante Artikel:

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  2. Frohe Ostern mit Osterbier
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Category: Bier Allgemein

Kommentare (2)

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  1. Jamie sagt:

    Ich kann mir Kirschbier irgendwie überhaupt nicht vorstellen (geschmacklich); ich stelle es mir künstlich und übersüßt vor.
    Nach Lesen dieses Artikels werde ich auch keines probieren; ich denke, da bleibe ich konservativ ;)

  2. Agenturszene sagt:

    Kirschbier geht mal garnicht! Aber vielleicht könnte ja ein Bier aus der Bodenseeregion interessant sein.

    http://agenturszene-bodensee.org/2010/12/22/welche-brauerei-aus-der-bodenseeregion-hat-die-meisten-fans-auf-facebook/

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