2010: Bierabsatz sinkt – Bierpreis steigt

Felix | 30. Juli 2010 | Kommentare (5)

Was wurde nicht während der Weltmeisterschaft in Südafrika alles rund um den Bierabsatz der deutschen Brauereien geschrieben. So sollte der umsatzstarke Monat Juni die schwächeren Monate Mai und April ausgleichen und vergessen machen. Gebracht hat es, trotz der warmen Temperaturen und der WM nicht viel. Der Bierabsatz ist im ersten Halbjahr 2010 weiter in das Minus gerutscht. Ebenfalls meldete sich nun ein Experte zu Wort, mit der Meinung die Alkoholsteuer von neun Cent auf einen Euro zu erhöhen. Jeder Kasten Bier würde dann rund zehn Euro mehr kosten.

Das Statistische Bundesamt teilte in Wiesbaden mit, dass die deutschen Brauereien und Konzerne in den ersten sechs Monaten knapp 49 Millionen Hektoliter Bier absetzten. Dies sind 0,7 Prozent weniger als im letzten Jahr. Der warme Juni konnte immerhin einen Zuwachs um 7,8 Prozent im Vergleich zum Juni 2009 verzeichnen. Im Gegensatz gab es im April mit elf Prozent den größten Rückgang seit 15 Jahren. Trotz des starken Junis ist es die schlechteste Statistik seit Einführung der gesamtdeutschen Messung 1991. Alarmierende Zahlen!

Das Bierland Nummer eins in Deutschland ist übrigens nicht Bayern. Auf Platz eins liegt Nordrhein-Westfalen mit rund 12 Millionen Hektoliter abgesetzten Bier. In Bayern, welches auf Platz zwei liegt, waren es 10,6 Millionen Hektoliter, welche konsumiert wurden. Auf Platz drei, bereits mit weitem Abstand, liegt Niedersachsen/Bremen mit rund 5,4 Millionen Hektolitern.

Aus Sicht der Bierliebhaber gibt es auch eine erfreuliche Nachricht zu vermelden. So ging der Absatz von Biermischungen mit Limonaden, Fruchtsäften oder anderen seltsamen Inhaltsstoffen stark zurück. Immer wieder wurde der Markt für Biermischgetränke als positiver Gegensatz zum sinkenden Bierabsatz gemeldet, dies ist allerdings Geschichte und die Aussichten der Marketingexperten der deutschen Großbrauereien konnte nicht bestätigt werden. Der Absatz sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 um 4,3 Prozent. Der Anteil liegt mittlerweile bei 4,1 Prozent.

Was tun also bei diesem sinkenden Bierabsatz? Ständig wird dieser als negativ bewertet, was aber vor allem daran liegt, dass die Lobby der Brauereien gezielte Arbeit leistet und diese Meldungen so verbreitet. Aber ist es nicht ein gutes Zeichen, dass weniger Bier, also auch weniger Alkohol getrunken wird? Eigentlich schon, vor allem aus Sicht der Gesundheit. Bier ist ein Kulturgut der Deutschen und wir haben in der Welt schon immer das Image der Biernation, also muss dieses anscheinend gepflegt werden. Da passt es wenig ins Bild, wenn die Deutschen immer weniger “Lust” auf Bier haben. Aber vielleicht ist das Bier auch einfach zu teuer? Immerhin hat der Bierpreis in den letzten Jahren ordentlich angezogen (vgl.: Lieblingsbier.de: Bierpreis steigt: Die Geduld ist langsam am Ende – ein Kommentar.

Passend zur Veröffentlichung der aktuellen Statistiken, habe ich folgende Nachricht des Wirtschaftsexperten Tobias Effertz gelesen. Er fordert, dass ein Liter Bier genau 91 Cent teurer werden soll. Das Geld soll allerdings nicht als Gewinn den Brauerein zukommen, sondern die Alkoholsteuer soll von neun Cent auf einen Euro erhöht werden. Grund dafür sieht der Experte darin, dass der Kampf gegen die Alkoholkrankeit jährlich rund 26 Milliarden Euro kostet. Ein Kasten Bier würde dann rund 20 Euro oder mehr kosten. Das dieses Argument nicht unbegründet ist, zeigt auch die Statistik der Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Jeder Deutsche konsumiert etwa 10 Liter reinen Alkohol im Jahr. Dies ist in der weltweiten Tabelle der Platz 5 und sicherlich eine Problematik die sehr wichtig ist.

Tobias Effertz: “Wir brauchen eine Anhebung der Steuern auf Bier, Wein und andere alkoholische Getränke mindestens auf die europäischen Durchschnittswerte. Als Obergrenze wäre eine Anhebung bis auf das skandinavische Niveau denkbar. Dann könnte beispielsweise die Steuer pro Liter Bier bis auf einen Euro steigen. Die Krankheitskosten durch Alkoholkonsum betragen mindestens 26,7 Milliarden Euro pro Jahr. Steuererhöhungen sind ein sehr wirksames Mittel, übermäßigen Konsum zu stoppen.”

Ob dieser Appell gehört wird oder unkommentiert bleibt, wird sich zeigen. Fakt ist jedenfalls, dass der Bierpreis eigentlich immer weiter sinkt und nicht steigt. Der intensive Wettbewerb der Brauer zwingt sie die Preise immer mehr zu senken, bzw. immer mehr Aktionen auszuschreiben. Allerdings ist dies auch eine gezielte Meldung der Brauereiwirtschaft um vielleicht auch wieder steigende Kosten zu rechtfertigen. Wer blickt da schon noch durch?

Quellen:
Bundesamt Mitteilung
Ausführliches Statistikmaterial zum Bierabsatz
rtl.de: Bier-Schock: 20 Euro für die Kiste?
hr-online.de Alkohol – Teufelszeug oder Kulturgut?

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Category: Bier Allgemein, Bier und Gesundheit, Biere, Brauereien

Kommentare (5)

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  1. [...] ein Entscheidungsträger liest, so möge er doch bitte ein Herz für den armen Kuschelpunker haben. Ich erwarte nicht viel, nur gelegentlich einen kleinen tropfen billigen Alkohols, der mir mein Selbstbewusstsein aufplustert, Politikeraussagen ertragbar macht und und [...]

  2. Kinder der Regierung sagt:

    Wenn der Trend so weiter geht, endet es sehr bald und “unmerklich” so, wie in den Sci-Fi Filmen wo der Staat die Mitbürger wie Kinder in einem “perfekten” Gefängnis hält. Aber der Mensch wird sich anpassen… und DAS ist der Fehler! Lasst euch von den Politiker nicht alles gefallen, das sind nur Idioten die sich wunderliche Dinge ausdenken, um ihre “Kinder” zu ärgern. Tun wir das als Eltern unseren Kindern auch an? Nein, ausser wir sind psychisch nicht ganz auf der Höhe… Liebe Politiker, tut was sinnvolles für die Gesellschaft, aber verbietet und vermiest uns nicht alles! Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer, alles wird teurer und das Gehalt bleib seit Jahren immer gleich. Tut mit den Steuergeldern was sinnvolles und gebt es nicht für Dinge aus, die total unnötig sind, bsp. neue Verkehrsschilder, Abwrackprämie, eurem Luxusleben und Banken…

  3. Biertrinken sagt:

    Ich finds schwachsinnig die biersteuer zu erhöhen wer kommt auf so ne verkackte idee nur die gays wo ihr bier eh in arsch gesteckt kriegen wie soll sich ein normaler mensch denn bitte schön noch bier leisten können wenn des gute bier wo auch schmeckt dann ca. 25 euro kostet ?? SCHWACHSINN WUCHERPREIS

  4. Felix sagt:

    Es wird eh nicht so kommen. Alkohol ist doch der beste Freund der Politiker. Wenn das Volk keinen mehr bekommt, dann läuft es doch Amok und checkt irgendwann, was die da Oben für ein mieses Spiel spielen..

    Vor allem werden die Brauereikonzerne auch etwas gegen die Erhöhung haben und da die Lobby mächtig ist, ist es klar, dass es keine Erhöhung geben wird.

  5. [...] aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes ist der Bierabsatz in Deutschland im ersten Halbjahr 2011 um 1,0% bzw. 0,5 Millionen Hektoliter gestiegen. Insgesamt setzten die in [...]

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