Comeback: Dosenbier wieder im Supermarkt zu haben

Felix | 30. Mai 2010 | Kommentare (7)

Ist es euch auch schon aufgefallen? Falls nicht, wird es euch spätestens beim nächsten Besuch im Supermarkt auffallen. Es gibt wieder vermehrt das fantastische Dosenbier zu kaufen und dies nicht bei Tankstellen, sondern beim Supermarkt um die Ecke. Der Discounter Penny teilte mit, dass es ab Juni wieder vermehrt Bier und Softdrinks in bepfandeten Dosen in seinen Märkten zu kaufen geben wird. Zunächst in einem ersten Schritt hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen.

Als Markenbiere wird es Bitburger und König Pilsener geben. Ebenso die Eigenmarke “Adelskrone”, welche einen Preis von 30 Cent (zzgl. Pfand) pro halber Liter haben wird. Insgesamt wird es ein Angebot von zehn verschiedenen Getränken, unter anderem Coca-Cola, Fanta, Sprite, Pepsi, und der bekannte Brausehersteller aus Österreich, in der Dose geben.

Anscheinend gibt es vermehrt Kunden, welche sich das Dosenbier zurück wünschen. Auch geringe Logistikkosten sprechen, laut Penny, für eine Wiedereinführung. Für viele hat Dosenbier sicherlich einen gewissen Kultstatus, aber die Frage, ob wirklich die Kundenwünsche ausschlaggebend sind oder andere Gründe, welche eher in die Kostensparte gehen, lässt sich doch stark bezweifeln. Penny sieht sich mit diesem Schritt als “Trendsetter”. Es wird wohl davon auszugehen sein, dass die Dose ein Revival auf dem Markt vollziehen wird, wenn andere Unternehmen dem Discounter folgen werden.



Fotokasten - Pixunity - Beerstickr


Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert diesen Schritt sehr scharf und appelliert an den Handel, sich dem Druck von Penny nicht zu beugen: “Die Dose ist die ökologisch nachteiligste Verpackung, die von der Industrie immer wieder “schöngerechnet” werde”, so der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Bisherige Versuche, die Dose wieder in den Markt einzuführen, sind bisher immer gescheitert. Auch die Einführung des Dosenpfandes hat dabei eine große Rolle gespielt und die Dose vom Markt verdrängt.

Lesenswert ist dazu auch folgender Artikel der Deutschen Umwelthilfe: Mehrweg ist Klimaschutz: Allianz für Mehrweg stellt Kampagne 2010 vor



Penny argumentiert damit, dass bei dem Transport durch die kompakte Lagerung weniger “Luft” transportiert wird als bei PET oder Glasflaschen. Dadurch soll mehr CO2 eingespart werden. Ebenfalls besteht eine Dose aus Material, welches mittlerweile zu 96% recycelt werden kann. Auch bei der Kühlung der Dose wird weniger Energie benötigt, als bei einer Flasche.

Diese Punkte sind natürlich alle schön und gut, doch wird die Kehrseite nicht betrachtet. Bei einem Kommentar in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau, spricht Frank-Thomas Wenzel, davon, dass bei der Produktion einer Dose erheblich mehr Energie aufgewendet werden muss, als für alle anderen Gefäße. Weiter wird davon gesprochen, dass die Dose ein Instrument für die großen Getränkekonzerne ist um vorwiegend gegen kleinere Konkurrenten, welche ihre Infrastruktur auf Mehrweg aufgebaut haben, vorzugehen. Dies würde überwiegend Brauereien treffen und somit den Biermarkt weiter auf splitten.

Nun probiert es also ein Discounter mit einem neuen Versuch. Mal schauen, wie dieser Enden wird. Wir persönlich sprechen uns jedenfalls definitiv gegen Dosenbier aus. Nun gut, der Vergleich Bier in Plastikflaschen oder Bier in Dosen ist natürlich auch nicht das, was sich der bewusste Konsument erwünscht. Bier sollte in Glasflaschen verkauft werden, da gehört es rein und nicht in eine Dose oder in eine Flasche aus Plastik.

Bier-Relevanz / interessante Artikel:

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Kategorie: Biere

Kommentare (7)

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  1. K.Gericke sagt:

    Aus Umwelt Gründen ist immer die Dose zu bevorzugen da es die einzige Getränkeverpackung ist die zu 100% recyclebar ist.
    Eine Mehrwegflasche wird heute mit einem enormen Energieaufwand bis zu dreimal wiederbefüllt .Desweiteren sollte man nicht vergessen von wem die Lobbyisten vom DHU bezahlt werden (mit Umweltschutz hat das nichts zu tun.Ich werde weiter frisches Bier aus der Dose trinken.

  2. Felix sagt:

    Ist mir jetzt neu, dass eine Dose zu 100% recyclebar ist.. Naja.. jeder Verband wird doch von irgend einer Lobby unterstützt.. Und der Kommentar auf der Seite der Frankfurter Rundschau spricht auch an, warum man sich gegen eine Dose entscheiden sollte.

    Dort wird übrigens gesagt, dass die Herstellung einer Dose ein viel höheren Energieaufwand hat, als jedes andere Gefäß.

  3. [...] auf die gepflegte Bierkultur verzichten kann, dem will der Penny Markt bald eine neue Heimat sein. Die Supermarktkette baut sein Dosensortiment aus – zu Lasten der Mehrweg-Pfandflaschen. Dieser ökologische Irrweg ist zwar ökonomisch sinnvoll aber nach langem Überlegen fällt mir [...]

  4. Horst sagt:

    Die gute alte Dose. Da werden Erinnerungen wach. Ich bin im Osten geboren und habe in meiner Kindheit tasächlich, wie viele andere auch Bierdosen aus dem Westen gesammelt. Irgendwie strahlten diese leeren Dosen die Aura des schönen Scheins der westlichen Warenwelt aus. Oder was auch immer. Nach der Wende dann, wurde endlich selbst gebechert und gestochen. Dann das Verbot. seitdem hab ich die Dosen eigentlich nie vermisst. Heute würde ich eine Flasche immer bevorzugen. Die Umwelt ist mir dabei erst mal egal. Bier schmeckt einfach besser aus der Flasche, find ich. Am besten natürlich frisch aus´m Zapfhahn. Aber da kommt´s ja auch meist aus einem Metallfass … mmh. Schwierig. Aber trotzdem, ich lass die Dosen stehen.

  5. Joachim sagt:

    Viel Gerede, wenig Fachwissen! Fakt ist:
    - die Dose ist immer wieder recyclebar, lichtdicht und erheblich leichter und umweltfreundlicher zu transportieren als Glasflaschen. Am schlimmsten sind PET-Flaschen, die z.B. Benzole an der Tankstelle in das Getränk durchlassen. Nach Gebrauch karrt man sie nach China um daraus Klamotten herzustellen oder sie werden “thermisch recycled”, gehen also in die Müllverbrennung! Glasflaschen sind nur umweltfreundlich, wenn der Brauer im Umkreis von max. 100 km sitzt, also nix mit Warsteiner in Berlin!
    Und wer immer für frisch gezapftes Faßbier plädiert, sollte sich mal fragen, warum Faßbier im Blechfaß lagert und nicht in Glas. Geschnallt?
    Billigbier? Hat sich mal jemand gefragt wer z.B. hinter Paderborner steht? Schlag die Werbungskosten drauf und du hast dein Premiumbier.

    Manchmal sollte man auch selbst denken, nicht nur nachplappern was Lobbyisten wie J. Trittin von sich geben. Einfach mal nachsehen in welchem Aufsichtsrat er sitzt, schon weiß man Bescheid.

  6. Mn sagt:

    Dosenbier hat eindeutig seine Vorteile…gerade in meiner gegend gibts jedes wochenende verletzte die von einer Flasche getroffen wurden, sei es geworfen oder gezielt zugeschlagen.
    Zusätzlich Sachbeschädigungen z.t. auch im großen stil (vor kurzem eine Ampelanlage) und natürlich das meer aus scherben wenns am wochenende gut herging.

    Dort wo aluminium hergestellt wird wird häufig auf Wasserkraft zurückgergriffen wie in z.b. Brasilien.

    Immer mehr Großveranstaltungen haben das begriffen und verbieten zunehmen Flaschen!

  7. Felix sagt:

    Hallo,

    Eine Frage, aus welcher Gegend Deutschlands kommst du den? Das klingt ja mehr als übel..

    Also ich finde, wenn so eine Dose aufgeschnitten wird, lässt sich damit auch ganz gut schneiden..oder?

    Und erst jetzt bei der FIFA WM in Südafrika, sehe ich eigentlich nur Fans in den Stadien mit Flaschenbier. Aber gut, die Fifa lebt hinter den Bergen in der Schweiz und hat wohl diese ultimative geniale und vor allem ökologisch verantwortbare Lösung noch nicht gefunden.

    und zum Thema ökologisch.. da spalten sich wohl die Meinungen:

    http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/Doc~EB169B892F1214C5BA87C09ACE45C72CE~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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