Europa und sein Bier: 57 Milliarden Euro durch Biersteuer
57 Milliarden Euro haben die internationalen Regierungen in Europa im letzten Jahr durch den Bierkonsum eingenommen. Dies zeigte nun eine neue Untersuchung der Unternehmensberatung “Ernst & Young”. Auf Deutschland fällt knapp eine Milliarden Euro Steuereinahmen ab. Dies ist, bei einer Jahresproduktion von 103 Millionen Hektoliter, eine runde Summe. Deutschland ist somit auch Europas größter Bierproduzent und hält mit 1.330 auch die mit Abstand größte Anzahl an Brauereien im eigenen Land.
Europaweit sind rund 2,5 Millionen Jobs abhängig von der Bierbranche. In Europa werden rund 427 Millionen Hektoliter Bier im Jahr gebraut. Dies ist, weltweit gesehen, der absolute Spitzenwert. Im Vergleich dazu produziert China 393 Mio. Hektoliter und die USA 234 Mio. Hektoliter bedeutend weniger Bier.
Entgegen den Trend, dass deutsche Brauereien langsam aussterben, legte die Anzahl der Brauereien in ganz Europa von 3.000 auf 3.733 zu. Die größten Exporteure sind die Niederlande, Belgien und Irland. Diese Länder verkaufen mehr als die Hälfte ihres Bieres im Ausland. Deutschland liegt mit 15 Mio. Hektoliter Exportbier eher auf den hinteren Plätzen.
Die größten global europäischen Biermarken sind das britische Guinness, das niederländische Heineken und das belgische Stella Artois. Tschechien belegt beim Pro-Kopf-Konsum mit 158 Litern den ersten Platz, darauf folgt Österreich mit 109 und Deutschland mit 108 Litern.
Nun kann auf Grund dieser Zahlen eigentlich gesagt werden, dass es dem Biermarkt in Europa ganz gut geht, doch das ist nur teilweise die Wahrheit.
In Großbritannien macht sich die Wirtschaftskrise vor allem auf dem Biermarkt bemerkbar. Der Absatz ist im letzten Jahr deutlich eingebrochen. Zahlreiche Kneipen auf der Insel sind bedroht und viele mussten bereits ihre Türen für immer schließen. Auch kleinere Brauereien werden entweder von den großen Bierkonzernen aufgekauft oder gehen Konkurs.
Auch die weiteren Bedingungen in der Bierbranche haben sich durch höhere Rohstoff- und Produktionskosten verschlechtert. Die im Vergleich dazu hohen Steuereinnahmen lassen sich unter anderem auch auf höhere Abgaben der Konsumenten zurückführen. So wurde zum Beispiel der Steuersatz für Bier in den Niederlanden und knapp 30 Prozent erhöht. Dies sind alles andere als gute Aussichten.
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