Kolumne: Beer from.. ¡Ay, caramba!
Juli 4th, 2009
Tja, als offizieller Nordamerika-Korrespondent für Lieblingsbier.de muss man nicht nur gar kein Russisch, sondern nebenbei auch noch schlecht Spanisch sprechen können…
Heute möchte ich nämlich einmal eine mexikanische Spezialität vorstellen: die Michelada, bzw. die Chelada. Wer aus Versehen mal auf meiner Seite gelandet ist, der wird wissen, dass ich auch viele Jahre lang als Tauchlehrer unterwegs war - unter anderem einige Jahre in Mexico.
Mit Mexico verbinden viele Leute in erster Linie mexikanisches Essen, Wüste, Sombreros, Tequila und die unvermeidlichen Mariachis. Für mich persönlich war es eines der schönsten Länder die ich jemals gesehen habe: unvergesslich die Unterwasserwelt vor Playa del Carmen und Cozumel, die Ruinen von Tulum, die wunderschönen Strände und die Freundlichkeit und Lebenslust der Mexikaner.
Es gab fast nichts schöneres, als nach einem harten Arbeitstag mit zwei, drei oder vier Tauchgängen in eine der Kneipen in oder um die Quinta Avenida zu gehen, ein eiskaltes Negra Modelo, Pacifico oder Dos Equis zu trinken und Gott einen guten Mann sein lassen. Und den Mariachis zuzuhören…
In Mexico wird fast ausschließlich untergäriges Bier getrunken, meinem Wissen nach werden seit relativ kurzer Zeit aber auch Ales und ein Weißbier in Mexico gebraut. Das in Deutschland so beliebte Corona spielt meiner Erfahrung nach dort eher eine untergeordnete Rolle.
Zitronenspalten in die Flasche zu reinzudrücken ist sogar etwas, was nur Touristas vorbehalten bleibt. Ein Mexikaner würde so etwas nie tun, die Limone dient nur dazu den Flaschenrand zu reinigen.
Aber es gibt etwas, das sich noch schlimmer anhört als Corona mit Zitrone, nämlich die Michelada. Woher der Name kommt kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, laut Wikipedia soll es sich von mi chela helada, also von mein geeistes Bier, herleiten. Hat auch Sinn, wenn man sich mal anschaut, wie man sich eine Michelada zubereitet:
• Bierglas in den Tiefkühler stellen. Solange, bis das Glas eine schöne dünne Eisschicht aufweist, ähnlich wie bei manchen Cocktails oder Longdrinks.
• Salz in einen flachen Teller schütten, und den Rand des Bierglases in das Salz eindrücken. Das gibt einen schönen Salzrand auf dem Glas.
• Jetzt das Glas mit einigen Eiswürfeln auffüllen. Ja, richtig gelesen - Bier mit Eiswürfeln.
• Je nach Geschmack die entsprechende Menge Limonensaft (Zitrone tut’s auch) über das Eis geben und
• mit hellem untergärigem Bier auffüllen.
• nach Geschmack einige Spritzer Maggi, Tabasco oder Worchestershiresauce zufügen.
Hört sich zugegebenermaßen pervers an, schmeckt aber bei den Wahnsinns-Temperaturen in Mexico gar nicht schlecht.
Außerdem löscht es den Durst besser als einfaches Bier oder ein Radler, und durch das Salz ersetzt man das körpereigene Salz das man beim Schwitzen verloren hat. Die Michelada ist eigentlich also sogar ein gesundes Getränk.
Wenn ihr Maggi, Tabasco oder Worchestershiresauce weglassen wollt, dann könnt ihr das gerne machen. Dann ist es aber keine Michelada mehr, sondern wird einfach nur noch Chelada genannt.
Eine photographische Anleitung für eine Chelada findet ihr bei Misfotosecuencias.com.ar, der Text ist allerdings allerdings auf Spanisch. Mauro schreibt hier von einer Michelada, allerdings ist er aus Argentinien (und benutzt ein brasilianisches Bier).
Ausprobieren lohnt sich meiner Meinung nach, und das Reinheitsgebot wird auch nicht mit Füßen getreten.
Prost, oder wie man in Mexico sagt: ¡Salud!
Autor: Andi
Zu seinem Blog: Thegermanguy.net hier klicken
Artikel Kategorie: Beer from...
Tags: Amerika, biere, Bierglas, Deutschland, Lieblingsbier, Weißbier, Witze
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