Interview: Wolfgang Bauer – Kronkorkensammler

Felix | 12. Mai 2009 | Kommentare (6)

Nach einiger Zeit haben wir es mal wieder geschafft euch ein interessantes Interview über Bier zu präsentieren. Wir für euch einen der weltweit führenden Kronkorkensammler als Interviewpartner zu gewinnen. Insgesamt hat Wolfgang Bauer knapp 14.000 Kronkorken gesammelt. Wie es zu dieser Sammelleidenschaft kam und was seine Frau dazu sagt, erfahrt ihr im folgenden Interview.

Hallo, stellen sie sich doch bitte unseren Lesern einmal vor…
Ich heiße Wolfgang Bauer, Jahrgang 1952, wohne in Mühlberg/Elbe (das liegt zwischen Leipzig und Dresden), bin verheiratet und habe 2 erwachsene Kinder.

Sie sind Sammler aus Leidenschaft, wie kam es zu diesem Hobby?
Meine Sammelei begann 1965. Zur Feier „800 Jahre Stadt Leipzig“ gab es ein Jubiläumsbier der Sternburg-Brauerei mit einem bedruckten Kronkorken. Der gefiel mir gut und wurde das erste Exemplar meiner Sammlung.

Kronkorken


Auf ihrer Homepage www.kronkorkenkatalog.de geben sie an, knapp 12.000 Kronkorken zu besitzen, was sagt ihre Frau dazu?
Ohne das Verständnis und ohne die Unterstützung durch meine Frau könnte ich mein Hobby nicht annähernd so intensiv betreiben. Sie bringt jeden Kronkorken mit, den sie irgendwo sieht und hilft mir, wenn es viel zu sortieren gibt.
Inzwischen sind es wohl eher 14.000 verschiedene Kronkorken deutscher Brauereien geworden.

Haben Sie einen Kronkorken doppelt?
Ich habe sehr viele Kronkorken doppelt, diese sind die Basis für einen Tausch mit anderen Sammlern.

Normalerweise kommt hier die Frage nach dem Lieblingsbier, bei ihnen nun nach dem Lieblingskorken?
Wenn es so etwas für mich gibt, dann ist es der Korken aus Frage 2. Eigentlich sind es immer meine Neuerwerbungen, die mich besonders erfreuen.

Trinken Sie ebenfalls die Biere zu den Korken?
Ich versuche, alle Biere auch zu trinken, falls ich den Kronkorken mit Flasche bekomme. Es ist nicht immer erfreulich. Wenn ich eine größere Menge Flaschen habe, lade ich Freunde zu einer Bierprobe ein.

Welche Möglichkeiten gibt es seine Sammlung zu erweitern?
Da gibt es viele Möglichkeiten. Die wichtigste ist, wie vermutlich bei fast allen Sammlern, der Tausch mit Gleichgesinnten. Dazu besuche ich verschiedene Tauschtreffen, auch mehrtägige. Meine Frau kommt übrigens oft zu den Tauschtreffen mit und trifft dort auf ihre „Leidensgefährtinnen“. Weiterhin tausche ich per Mail und Foto, besuche regelmäßig Getränkemärkte und Brauereien, schreibe Brauereien an. Kollegen, Freunde, Nachbarn bringen Kronkorken aus dem Urlaub mit. Manchmal liegt im Briefkasten ein Tütchen mit Kronkorken. Einen kleinen Teil meiner Kronkorken kaufe ich bei Ebay.

Ich sehe jeden Kronkorken digitalisiert als Bild auf ihrer Homepage – wie lang dauerte dies?
Ich sitze fast jeden Tag 2 bis 3 Stunden daran, es werden mehrere tausend (schöne) Stunden sein.

Was halten sie allgemein vom deutschen Biermarkt?
Es gibt ein erfreulich vielfältiges Angebot guter Biere. Durch die Konzentration auf wenige Konzerne leidet diese Vielfalt, die standardisierten Biere sind kaum ein besonderes Erlebnis. Leider verwenden auch immer weniger Brauereien bedruckte Kronkorken.

Und nun doch die Frage, welches ist ihr Lieblingsbier?
Meine Lieblingssorte ist helles Hefeweizen der Privatbrauerei Hofmann in Pahres. Allgemein bevorzuge ich die Weizenbiere kleiner Brauereien, die aber ihr Bier oft nur regional oder im eigenen Gasthof anbieten. Zu Hause trinke ich regelmäßig Hefeweizen der Bergquell Brauerei Löbau.

Abschließend vielleicht, was müsste man ihnen bieten, dass sie ihre Sammlung abgeben?
Einen Verkauf könnte ich mir nur bei einem Notfall vorstellen.

Vielen dank für das Interview!

Wolfgang Bauer

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Kategorie: Bier Interviews

Kommentare (6)

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  1. Das war doch sehr interesasant; Eine kronkorkensamler. Ich finde es interessant, dass es Leute gibt, die so engagiert und hartnäckig sind, um verschiedene dinge zu sammeln. Vielen Dank für eine wirklich gute Geschichte.

  2. Kurier sagt:

    Kronkorkensammlungen, sind, wenn es wirklich viele sind unglaublich.

    Mein Freund sammelt (hat aber “ers”t ca. 2.000 Korken), das warschon zeitintensiv. Nicht für jedermann eine Sache, aber wenn man dran ist nie aufhören!

  3. Einfach GENIAL!!!
    Sehr interessant zu lesen, dass Wolfgang schon 1965 anfing, vermutlich der erste Kronenkorken-Sammler aus der DDR!!!

  4. Andrea Thiele sagt:

    Hallo Wolfgang, jetzt weiß ich endlich, was du in deiner Freizeit machst. Ich finde deine Sammlung spitzenklasse!
    Die großen Bilderrahmen mit den vielen kleinen Korken in deinem Flur sind sehr dekorativ!! Mach weiter so!
    Gibt es auch ein ABBA-Bier?

  5. Hallo Herr Bauer,ich bin Bieretikettensammler und bekomme von vielen Brauereien auch Kronkorken mitgeschickt.Leider kann ich damit nichts anfangen .Sollten Sie Interesse daran haben,bitte mit mir in Verbindung treten.Kronkorken sind kostenlos aber zum wegschmeißen zu schade .
    Gruß Helmut-Stockhausen@web.de

    Donaustr.11
    99089 Erfurt

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