Kolumne: Beer from… Do you speak beer?
April 18th, 2009
In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Biere hauptsächlich nach dem Stammwürzegehalt in Gattungen eingeteilt. Als Stammwürze bezeichnet man die Gesamtheit der im Bier gelösten Malz- und Hopfenbestandteile vor der Vergärung.
So gibt es z.B. die leichteren Schank-, Einfach- oder Leichtbiere mit Stammwürzen zwischen ca. 1,5% und ca. 10%, die sog. Vollbiere mit ungefähr 12% Stammwürze, und Starkbiere mit über 16% Stammwürze. Natürlich sind das nur Richtwerte, genauere Infos wieviel Stammwürze welches Bier hat findet ihr hier.
Daneben werden Biere noch unterschieden zwischen untergärig und obergärig, und natürlich nach Farbe (“Dunkles” und “Helles”, meist allerdings nur im süddeutschen Raum).
In Nordamerika ist alles, wie eigentlich fast immer, ein klein wenig anders. Wer in einer x-beliebigen kanadischen oder US-amerikanischen Stadt ein Helles, Dunkles, ein Vollbier oder ein Starkbier bestellt, wird außer verständnislosen Blicken nicht viel bekommen.
Bier wird hier unterteilt in Lager (untergärig) und Ales (obergärig). Während die größeren Brauereien meistens untergärige Lagerbiere brauen, stellen kleinere Brauereien meistens nur Ales her, da diese mit deutlich weniger Aufwand und damit deutlich billiger herzustellen sind als untergärige Biersorten.
Da es hier kein Reinheitsgebot für Bier gibt, dürfen Brauer hier auch so ziemlich alles was sie wollen für ihr Bier verwenden.
Was manchmal zu etwas… hmm… abenteuerlichen Kreationen wie Pizzabier oder Anisbier führt.
Eine Vereinigung von Biertestern versucht mittels “Biergattungs-Richtlinien” (beer style guidelines) etwas Systematik in den Geschmacksverhau zu bringen. 1985 wurde dazu das Beer Judge Certification Program ins Leben gerufen.
Der Verband bringt laufend neue Editionen dieser Richtlinien heraus, die auch von den BJCP-Juroren als Basis für kompetitives Biertesten bei Wettbewerben angewandt werden müssen (eine aktuelle Ausgabe dieser Guidelines kann hier kostenlos runtergeladen werden - PDF-Datei, 73 Seiten, englisch, ca. 1 MB).
Bitte diese Richtlinien nicht auf deutsches/österreichisches/schweizer Bier anwenden! Die Unterteilung der Biere laut BJCP ist auf den nordamerikanischen Markt zugeschnitten, und hat teilweise äußerst wenig mit deutschen/österreichischen/schweizerischen Gegebenheiten zu tun. Laut BJCP gehören z.B. seltsamerweise das “Ayinger Jahrhundert-Bier” aus München und das “Flensburger Gold” in die Kategorie 1E - Dortmunder Export.
In den nächsten Wochen möchte ich für alle, die des englischen nicht so mächtig sind, in loser Reihenfolge alle Bierkategorien kurz anreißen, und dabei auch auf einiges näher eingehen.
Nächste Woche stelle ich die erste Kategorie “Light Lager” vor. Vertreter dieser Gattung, lt. BJCP:
• Lite American Lager
• Standard American Lager
• Premium American Lager
• Munich Helles
• Dortmunder Export
Autor: Andi
Zu seinem Blog: Thegermanguy.net hier klicken
Artikel Kategorie: Beer from...
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3 Kommentare kommentieren
1. Bierbaron | April 20th, 2009 at 3:00 pm
Hallo,
ein gut geschriebener und informativer Bericht.
Der Bierbaron grüßt vom Brandenburger Tor nach Moncton zum Magnetic Hill.
2. Gro Geschenke | April 22nd, 2009 at 4:43 pm
Es war eine sehr gute und informative Artikel. Ich denke besonders, dass”Bier wird hier unterteilt in Lager (untergärig) und Ales (obergärig). Während die größeren Brauereien meistens untergärige Lagerbiere brauen, stellen kleinere Brauereien meistens nur Ales her, da diese mit deutlich weniger Aufwand und damit deutlich billiger herzustellen sind als untergärige Biersorten”, war sehr interessant. Ich habe dass nie gewusst.
3. Kolumne: Beer from…&hellip | Mai 2nd, 2009 at 12:21 pm
[…] vor einiger Zeit habe ich euch etwas vom nordamerikanischen Biermarkt und seinen Gegebenheiten erzählt. So gibt es eine Vereinigung von Biertestern, welche […]
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