Kolumne: Beer from… Die Qual der Wahl… wie schön!

Felix | März 14, 2009 | Kommentare (4)

Feierabend, endlich! Es gibt doch fast nichts Schöneres als nach einem Tag angefüllt mit harter Arbeit nach Hause zu kommen, bequeme Klamotten anzulegen, gute Mucke aufzulegen, und ein leckeres Bierchen zu zischen.
Na dann mal ab in die Küche, Kühlschranktür auf… hmm… Ketchup und Mayo auf die Seite räumen, die mumifizierte Gurke entsorgen, Blattspinat, vertrockneter Salat… Kreuzkruzifixherrschaftsseitnsakramentnochamal! KEIN BIER MEHR! Muss ich jetzt bei dem Sauwetter auch noch zum Liquor Store marschieren… na ja, hilft ja nix.

Dort angekommen finde ich eine reiche Auswahl von Ale-Bieren, Ale-Bieren und Ale-Bieren. Ah, da ist ja die „Import“-Abteilung, ein kleines Regal mit ca. zehn verschiedenen Bieren. Und was gibt’s da alles Leckeres für mich als Weißbierliebhaber? Hoegaarden – nee, nicht wirklich! Erdinger – öhh, vielleicht noch was anderes? Erdinger Dunkel – besser als gar nichts, das muss es denn wohl sein.

So oder so ähnlich geht es wohl jedem, der hier in New Brunswick nach einem bestimmten Bier sucht. Ich z.B. trinke sehr gerne Hefe-Weißbiere: Karg, Franziskaner, Schneider, Unertl und dergleichen.
Nicht, dass ich erwarte hier ein Karg kaufen zu können (das gibt’s ja schon selten genug beim Getränkemarkt in Deutschland), aber ein bisschen mehr Auswahl sollte es schon sein. Ich würde, wenn es denn absolut sein müsste, sogar ein US-amerikanisches Weißbier trinken, so es denn nach dem Bayerischen Reinheitsgebot gebraut wäre. Aber nur Erdinger?

Natürlich gibt es auch andere Biere in Kanada: ich kann z.B. König Ludwig Weißbier kaufen – in Nova Scotia. Das wäre dann ungefähr so, als müsste man von München nach Stuttgart fahren um sein Lieblingsbier zu kaufen. Schneider Weiße gibt es auch, allerdings in British Columbia, ca. 4500 km weit weg. Woran das liegt?

Nun, hier in Kanada ist der Handel mit Alkohol vom Staat sehr streng reglementiert. Es gibt Alkohol nicht im Supermarkt, nicht am Kiosk oder Corner Store, und erst recht nicht an der Tankstelle. Alkohol, gleich welcher Form, kann man nur in von der Provinzregierung kontrollierten Getränkemärkten kaufen, den sog. Liquor Stores. Denen wird vom Liquor Board vorgeschrieben, welche Alkoholika zu welchem Preis verkauft werden dürfen und welche eben nicht. Und wer den falschen Geschmack hat guckt eben in die Röhre…
Eine Flasche Erdinger Weißbier kostet zurzeit übrigens 3.53 kanadische Dollar, zuzügl. 10 Cent Pfand. Das ergibt beim derzeitigen Wechselkurs einen Preis von ca. 2.15 €, hochgerechnet kostet ein Kasten Erdinger mal eben 43 €. Plus Pfand.

Wen’s interessiert: hier kann man sich eine komplette, aktuelle Sortiments- und Preisliste für New Brunswick runterladen.
Mal eben zum Getränkemarkt um ein paar Flaschen seines Lieblings-Gerstensaftes zu kaufen geht halt leider nicht überall… Die Qual der Wahl – wie schön!

Autor: Andi

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Kommentare (4)

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  1. Andi sagt:

    Klasse Artikel! Super! Phantastisch… ;-)

    Was? Eigenlob stinkt? Ach so…

  2. braumeister sagt:

    du arbeitest in einer brauerei und hast kein bier zuhause? pfui schaem dich:-)))
    gruss vom braumeister

  3. FvE sagt:

    Na vielleicht schmeckt ihm sein eigenes Bier nicht mehr :-)

    Achja, du hast dir Eigenlob ruhig verdient..hehe.. ist doch ein klasse Artikel!!

    Viele Grüße,
    Felix

  4. bierfra sagt:

    Finde diese berichte aus Canada eine wirkliche Bereicherung der Seite. Macht Spaß sie zu lesen

    Gruß
    bierfra

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