Auf der emotionalen Ebene gegen den Alkoholkonsum
Ab sofort startet eine neue Kampagne der Polizei gegen das sogenannte “Koma-Saufen” in Deutschland. Diesmal setzt die neue Kampagne ganz auf die Künste der Psychologie. Durch abschreckende Bildmotive – ein betrunkener Discogänger, der sich eingenässt hat und vor der Tür seinen Rausch ausschläft, ein Fußballfan, der sein Bier nicht vertragen hat und nun in seinem Erbrochenen sitzt – auf Bierdeckeln und durch Spots im Internet auf Seiten wie zum Beispiel SchuelerVZ.de (auch Partner der Kampagne) , sollen Jugendliche auf der emotionalen Ebene erreicht werden und Betroffenheit empfinden.
Das Motto der Kampagne lautete “Don`t trink to much – stay gold” (hat übrigends nichts mit Beck`s GOLD zu tun) und bedeutet, dass Alkohol ansich schon ok ist aber er nicht übertrieben “gesoffen” werden sollte.
Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing, Schirmerrin der Kampagne, setzt mit diesen Bildern auf die Jugendlichen emotionalen Bedürfnisse und hofft mit diesen Bildern einen Umkehrschub in die richtige Richtung zu initieren. Immerhin gibt es in einem Jahr knapp 20.000 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung.
Ansich eine gute Idee, hat ja bei den Zigarettenschachteln auch sehr gut funktioniert. Es gibt ja fast keine jugendlichen Raucher mehr und Rauchen ist ja allgemein in unserer Gesellschaft als “abwertend” betitelt, soll ja auch das Nichtrauchergesetzt ein Jahr nach der Einführung wieder entschärft bzw. teilweise ganz abgeschafft werden.
Unsere Jugendlichen in Deutschland werden mit Sicherheit durch diese Aktion weniger auf den Alkohol zugreifen. Immerhin kann jeder Jugendliche den Bierdeckel mit den bedruckten Bildern einfach umdrehen und schon sieht er eine lustige Feier, allerdings mit weniger Alkohol, doch vielleicht mit anderen Drogen?! Die Jugendlichen haben somit die Wahl sich beim Bier (wo sonst gibt es einen Bierdeckel?) den Bildern auszusetzen oder sie einfach zu ignorieren, oder wird in Zukunft bei dem Kauf einer Flasche Wodka oder Korn im Supermarkt an der Ecke ein entsprechender Bierdeckel gleich mitgeliefert? Und welchen Jugendlichen interessiert Werbung auf einer Homepage? Wird diese nicht bereits automatisch ausgeblendet? Selbst wenn der Spot einmal angeschaut wurden, wird sich beim nächsten “Sauf-Treff” doch nur über den bekotzten Discogänger belustigt.
“Ankotzen? Passiert mir doch nicht, ich kann gut Trinken!”, wird dann die Devise sein.
Trotzdem ist es hoffentlich ein Schritt in die richtige Richtung. Hoffen wir, das dies nicht die letzte Kampagne dieser Art ist und sich unsere Drogenbeauftrage in Deutschland noch weitere kreative und vor allem effektive Lösungen einfallen lässt um die Volkssportart “Saufen” unter unseren Jugendlichen einzudämmen.
Mehr Informationen zur Kampagne gibte es unter www.staygold.eu
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