Biersorten: Das Bockbier - Bock - Starkbier
März 5th, 2008
In unserer Rubrik Biersorten kommen wir nun zu unserem zweiten Kandidaten, nämlich dem weltbekannten und gefürchteten Bock Bier.
Das Bock Bier ist in unseren Augen eines der interessantesten Biere die es auf der Welt gibt. Jedes Jahr gibt es in München eine bayerische Kultveranstaltung am Paulaner Nockherberg, nämlich den feierlichen Salvator-Anstich. Dort steht dann das leicht dunkle, vollmundige Bockbier, mit seinem kräftigen und süssem Malzgeschmack, im Vordergrund. Das Bockbier ist ein Bier für besondere Gelegenheiten, deshalb gibt es auch einfach relativ wenig von diesem Bier. Ingesamt hat Bockbier von der gesamten Bierproduktion einen Anteil von weniger als ein Prozent. Als Spezialität ist es allerdings in ganz Deutschland bekannt. Allerdings wissen viele nicht, dass das Bockbier gar nicht aus Bayern stammt, sondern seinen Ursprung in Norddeutschland fand.

Nach der bekanntesten Überlieferung wurde schon 1351 in Einbeck bei Hannover ein kräftiges Bier gebraut, das wegen seiner hervorragenden Qualität bis nach Bayern exportiert wurde. Dort kamen auch die Herzöge und Fürsten auf den Geschmack. Statt sich das beliebte, aber teure Bier weiterhin aus dem Norden kommen zu lassen, nahmen sie einen Einbecker Braumeister in ihre Dienste. Das Bier „nach einpöckscher Brauart” wurde in München heimisch, und da die Münchner praktische Leute sind, blieb es nicht bei dem sperrigen Namen. Es wurde zum „Bock”.
Doch nicht nur weltliche Braumeister verstanden sich auf die Kunst, ein starkes und wohlschmeckendes Bier zu brauen. Auch die Mönche in den Klöstern Süddeutschlands wussten, wie sie ihre täglichen Mahlzeiten durch flüssige Nahrung aufbessern konnten. Das kam ihnen vor allem in der Fastenzeit zugute, wenn die ohnehin schon schmale Kost noch spärlicher wurde. Denn „Flüssiges bricht Fasten nicht”. Das schmackhafte, kräftige und dank seiner Inhaltsstoffe auch gesunde Bockbier half, die mageren Wochen zu überstehen und tröstete über den knurrenden Magen hinweg.
Auch heute stammen die meisten Bockbiere noch aus Bayern. Dort enden die starken Doppelbockbiere meist mit der Endung “ator”, und auch dies hat seinen Ursprung: Seit Beginn des 17. Jahrhunderts – in Europa tobte der 30-jährige Krieg – brauten die Mönche des Heiligen Franz von Paula ihr starkes Fastenbier und nannten es zu Ehren ihres Ordensgründers “Sankt-Vaters-Bier”. Das Bier schmeckte nicht nur den Mönchen, sondern auch den Münchnern: ein gutes Geschäft für das Kloster. Den “weltlichen Brauern” war das natürlich nicht recht, und so setzten sie bei ihrem Kurfürsten durch, dass auch sie das “Sankt-Vaters-Bier” brauen und ausschenken durften. Den Namen verballhornten sie mit der Zeit zu “Salvator”. Das brachte den Zacherl-Bräu auf den Plan, dem vom Bayernkönig Ludwig I. das alleinige Recht zugesprochen worden war, sein Starkbier unter diesem Namen zu vertreiben. Die anderen Brauer mussten sich etwas einfallen lassen, und es entstanden die Bockbiernamen mit der Endung “-ator”.
Wie stark ist Starkbier?
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Die allermeisten Bock- und Doppelbockbiere werden untergärig aus Gerstenmalz gebraut. Die Bezeichnung Stark- oder Bockbier ist dabei in Deutschland gesetzlich geschützt. Danach darf Bier unter der Bezeichnung Starkbier oder einer sonstigen Bezeichnung, die den Anschein erweckt, als ob das Bier besonders stark eingebraut sei, nur in Verkehr gebracht werden, wenn der Stammwürzegehalt des Bieres nicht unter die festgesetzte Grenze (von 16 Prozent) herabgeht. Unter der Bezeichnung “Bockbier” darf nur Starkbier in Verkehr gebracht werden.
Außerdem hat es das Starkbier durchaus in sich. Bockbier kommt auf einen Alkoholgehalt von rund sieben Prozent, der Doppelbock weist noch höhere Werte auf. Hier liegt die Stammwürze bei mindestens 18 Prozent und der Alkohol bei mehr als 7,5 Prozent. Es hat auch mehr Kalorien als ein normales Vollbier.
Mit dem Doppelbock-Anstich auf dem Biersorten wird die Saison der Frühjahrsstarkbiere in Bayern offiziell eingeläutet. Sie dauert traditionsgemäß rund zwei Wochen. Doch auch im Mai werden Bockbier und Doppelbock gern getrunken. Beide Biere sind auch zu Weihnachten beliebt, wenn alles etwas gemütlicher und besinnlicher wird.
Vielen Dank geht auch diesmal an den deutschen Brauer-Bund. Wir wünschen allen Lesern viel Spaß mit einem leckeren Bockbier. Übrigends könnt ihr dieses ganz einfach bei unserem Partner dem bayerischen Biershop kaufen und direkt nach Hause liefer lassen.

Zusammenfassung:
Verbreitung: Dunkle Starkbiere besonders im Süden; helle (u.a. Maibock) stark im Norden
Biergattung: Starkbier
Stammwürze in %: 16 und mehr
Alkoholgehalt in % vol: ca. 7
Bierart: untergärig als Bock und Doppelbock (u.a. - ator - Fastenstarkbiere in Bayern), obergärig als Weizenbock und Doppelweizenbock
Charakteristik: Vollmundig, goldfarben, goldbraun oder dunkelbraun
Brauprozess: Im Vergleich z.B. zu einem Pils wird beim Brauen mehr Malz eingesetzt; dadurch erhöht sich der Stammwürzegehalt
Geschichte: Kommt aus Norddeutschland, nämlich aus Einbeck bei Hannover, bekannt seit 1351; ab 1615 wurde es in München vom Einbecker Braumeister Elias Pilcher gebraut; aus “Ainpöckisch Bier” wurde “Bockbier”
Sonstiges: Saisonprodukt: Maibock, Weihnachtsbock, Fastenstarkbiere; in Bayern ist die Fastenstarkbierzeit die “5. Jahreszeit”; um Josephi (19. März) erfolgt in München der feierliche Salvator-Anstich auf dem Nockherberg
Artikel Kategorie: Biersorten
Tags: Biersorten, Bock, Bockbier, Starkbier
5 Kommentare kommentieren
1. Frank Hohenleitner | April 9th, 2008 at 5:34 pm
Der Maximator ist ein absoluter Klassiker unter den Bieren. Ich möchte gerade Bier selber brauen bzw. es erst mal lernen und versuche mich dann auch am Starkbier.
Viele Grüße
2. Biertest: Augustiner Maxi&hellip | April 14th, 2008 at 4:38 pm
[…] nächstes Bier in unserer großen Biertest Reihe wollen wir für euch ein Starkbier testen. Dabei handelt es sich um ein Starkbier der besten deutschen Brauerei, nämlich von […]
3. Tschüss du Sommer des Bi&hellip | Oktober 10th, 2009 at 3:32 pm
[…] schönen Seiten, zwar wird nicht mehr so oft zum erfrischenden Bier gegriffen aber auch ein Bockbier, auch Starkbier genannt, kann bei dem ein oder anderen wohlfühlende und wärmende […]
4. Bier ABC: E wie Eisbock |&hellip | Oktober 27th, 2009 at 4:46 pm
[…] Eisbock hat 24% Stammwürze und ca. 9% Alkohol. Damit ist er ein richtiges Starkbier und schmeckt dementsprechend süffig, malzig und ziemlich süß. Er ist sehr […]
5. Ab Aschermittwoch ist Sta&hellip | Februar 17th, 2010 at 10:36 pm
[…] Wenn die Narrenkostüme ab Aschermittwoch wieder in den Schränken verschwinden, beginnt die karge Fastenzeit. Dass es dabei bisweilen trotzdem recht fröhlich zugeht, liegt an einem Hintertürchen, das seit Jahrhunderten gerne genutzt wird: Bockbier. […]
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